Athletes in Action an Paralympics

«Wie die Sportler muss auch ich auf den Punkt genau bereit sein»

Mit Adrian Hofmann reist ein erfahrener Sportseelsorger nach Rosa Khutor, um die Schweizer Paralympics-Delegation während den Wettkämpfen zu unterstützen. Ähnlich wie die Athleten muss auch er auf den Punkt genau bereit sein.

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Adrian Hofmann, Sportseelsorger von Athletes in Action
Für den Sportseelsorger Adrian Hofmann ist es der vierte Einsatz an einem olympischen Turnier. Von Routine will er aber nicht sprechen. «Ich reise nicht so gern, deshalb muss ich immer gewisse Ängste überwinden, wenn es an einen unbekannt Ort geht. Auf der anderen Seite entdecke ich auch etwas Neues, lerne eine neue Landschaft kennen, was spannend ist.»

Spezielle Tage für alle Beteiligten

Das Sotschi-Abenteuer beginnt für den Mitarbeiter der christlichen Sportorganisation «Athletes in Action» am Freitag, 7. März, und ist eine Woche später, am 15. März, bereits wieder zu Ende. «Es sind für alle Beteiligten spezielle, eventuell auch lange und anstrengende Tage», sagt Adrian Hofmann. «Das Wichtigste ist dabei, dass der Athlet oder die Athletin ganz sich selber sein darf und so hoffentlich eine Spitzenleistung abliefern kann.» Als Seelsorger wolle er sich nie aufdrängen. Er dürfe kein Störfaktor sein. Die Herausforderung für ihn sei, stets gelassen zu bleiben, um bereit zu sein, wenn es ihn braucht. «Ähnlich wie die Sportler muss auch ich meine Fähigkeiten auf den Punkt genau einsetzen können. Dabei weiss ich nie, was genau auf mich zukommt.»

«Auch Trauernde können Hervorragendes leisten»

Manchmal könne das Privatleben ganz unverhofft die Wettkampftage beeinflussen, sagt der Seelsorger. Er erinnert sich an ein früheres Erlebnis. «Damals ist die Mutter einer Athletin kurz vor den Spielen gestorben. Die Delegationsleitung fragte mich an, ob ich da wäre, wenn die Person mich bräuchte. Das genügte bereits. Für die Sportler und Betreuer ist es manchmal einfach wichtig zu wissen, dass jemand da wäre, der zuhören würde», sagt Hofmann. «Die Frau hat an diesen Spielen übrigens eines ihrer besten Resultate geliefert. Auch Trauernde können Hervorragendes leisten!»

An den Paralympics sei der freundschaftliche Umgang im olympischen Dorf sehr auffällig. «Durch ihren Lebensweg sind diese Menschen oft überdurchschnittlich gereift. Vielleicht musste jemand nach einem traumatischen Erlebnis eine Trauerstrecke gehen oder einen neuen Lebenssinn finden; die Freude an der Bewegung pflegen aber alle.» Ein Paralympic-Sieger habe einmal gesagt: «Was an mir noch lebt, das lebe ich. Aber das tun doch eigentlich alle Menschen.»

Theologisches Wissen muss ins Leben integriert sein

Wenn sich ein Glaubensgespräch entwickelt, ist Adrian Hofmann offen dafür. Er ziele aber nicht bewusst darauf ab, denn sein Gegenüber bestimme hauptsächlich das Gesprächsthema. «Mein Wunsch ist, dass die Menschen aufleben können und dabei spielt ein gesunder Glaube sicher auch eine wichtige Rolle. Klar ist auch, dass eine gute Seelsorge über ein fundiertes theologisches Wissen verfügen muss. Dieses Wissen muss aber ins Leben integriert sein und praktisch ausgelebt werden.»

Mit den Menschen an den paralympischen Spielen habe er gute Erfahrungen gemacht. Man vertraue sich gegenseitig und schätze einander. Ein freundschaftlicher Lebensstil sei für ihn ein Schlüssel, damit er seinen Auftrag in Sotschi gut erfüllen könne.

Webseiten:

Zum Thema:
Für «Athletes in Action» geht es in Sotschi erst richtig los
Impulsheft «Mittendrin»: Kirchen geben Sportlern Botschaft mit nach Sotschi

Datum: 06.03.2014
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Livenet

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