Fluri Bärtsch

„Schatzsuche“ – mit himmlischem GPS

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In Einkaufsstrassen wie dem Thuner Bälliz sind Fluri Bärtsch und seine Freunde auf Schatzsuche gegangen.
Wie merken Menschen heute, dass Gott ihnen ganz nahe kommen will? Der Evangelist Fluri Bärtsch lädt zur „Schatzsuche“ ein. Gemeint sind Gespräche, die Christen auf der Strasse mit Passanten führen, von denen sie sich zuvor im Gebet haben Merkmale zeigen lassen. Schatzsuch-Seminare finden Anfang September bei Bern und Anfang Oktober in Zürich statt.

Angesprochene Passanten sind verblüfft, wenn ihnen die Christen das Blatt mit persönlichen Details zeigen, welche sie zuvor im Gebet empfangen und notiert hatten – Details, welche offensichtlich auf sie zutreffen, obwohl man sich nicht kannte und nie gesehen hatte. Es löst Überraschung aus, wenn sich die Christen vorstellen und zum Ausdruck bringen: „Wir glauben, Sie sind unser Schatz, denn Gott hat uns zu ihnen gewiesen. Er will Ihnen Gutes tun.“ Was die Unbekannten denn zu ihnen geleitet habe, wollen die Passanten wissen. Die Christen erklären, dass sie notiert haben, was Gott ihnen eingab, als sie ihn um einen Kontakt baten.

Unterwegs ins Krankenhaus

Manchmal, so Fluri Bärtsch, haben die Christen eine Schwäche oder ein gesundheitliches Problem notiert. Sie fragen die Person, ob sie darunter leidet. Wenn ja, beten sie um Besserung. In einem Fall, erzählt der Evangelist, gingen die Christen mit dem starken Eindruck auf die Strasse, jemand mit einem schmerzenden linken Knie zu treffen, und zwar unweit einer Werbetafel. Weil nach gewisser Zeit jemand mit den notierten äusseren Merkmalen vorbeikam, sprachen sie ihn an und fragten nach dem Knie. Ja, antwortete der Mann, er sei gerade unterwegs ins Krankenhaus, um das Knie untersuchen zu lassen – bisherige Checks hätten keinen Befund ergeben. Der Mann war höchst erstaunt; die Christen konnten für das Knie beten.

Was Gott fügt…

Bärtsch ist beeindruckt vom einfachen Vorgehen bei der Schatzsuche – und vom Erleben von Gottes Fügungen. Darum soll die Schatzsuche nächstens in zwei Seminaren in Schönbühl BE und Zürich Interessierten vorgestellt werden. „Letzthin ging ich mit unserer Tochter in Oerlikon auf die Strasse. Sie hatte einen Jungen mit Rollbrett und orangen Rädern notiert. Eine halbe Stunde wartete sie vor einem Kebabstand – kein Bursche mit Board. Dann kam einer vorbei. Doch das Board hatte grüne Rollen – erst bei genauem Hinsehen entdeckten wir, dass sie innen wirklich orange waren!“

Von unwahrscheinlichen Eindrücken soll man sich nicht beirren lassen, sagt Fluri Bärtsch. „Ein andermal sah unsere Tochter in der Vorbereitung einen Platz, eine Frau – und überraschend einen knallroten Seestern! Was sollte der Meeresbewohner mitten in der Stadt? Als wir hingingen, erblickten wir, zur Werbung aufgehängt, im Schaufenster einen knallroten – Seestern.“

…macht Freude

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Freut sich, dass Gott Konkretes zeigt und Menschen bewegt: Fluri Bärtsch.
Warum dieses Vorgehen, wenn es doch andere Wege zum spontanen Gespräch gibt? Fluri Bärtsch erwähnt den Text in der Bibel, der über die allererste christliche Evangelisation in einem Nachbarland berichtet (Apostelgeschichte 8). Kennzeichen dieses Geschehens in Samaria waren fünf Elemente: Führung durch den Heiligen, Befreiung von bösen Mächten, dann auch Heilung – und zwar gerade dort, wo die Leute sind, Freude, schliesslich ein tieferes Erfassen von Jesus Christus und von Gottes Herrschaft.

Der Menschenfurcht ein Schnippchen schlagen

Namentlich die ersten drei Elemente würden in der Schatzsuche aufgenommen, sagt Bärtsch. Diese Art von Strassenevangelisation hebt sich von den gewohnten Formen, wo Christen nach Programm vorgehen, ab. Spontane Führung schlägt der Menschenfurcht – auch der Scheu, das Evangelium mit Unbekannten zu teilen – ein Schnippchen. Vor allem, und das fasziniert Fluri Bärtsch besonders, löst dieses Vorgehen „am meisten Freude“ aus. So konkret zu erleben, dass Gott dabei ist, macht froh – und bescheiden.

Die „Schatzsuche“ als evangelistisches Vorgehen hat Kevin Desmond in einem Buch unter dem Titel „Treasure Hunt“ erläutert. Desmond rät Christen, Gott im Heiligen Geist um Führung für bevorstehende Kontakte zu bitten und sich darauf einzustellen, dass er in fünf Punkten Dinge eingibt: Ort, Name der Person, Aussehen (Kleider, Merkmale), Bedürfnisse bzw. Bereiche, die Gott segnen möchte, Spezielles.

Erster Schritt

Fluri Bärtsch gefällt, dass die Schatzsuche spontan geschieht und Begegnung überall möglich ist: auf der Strasse, in einem Park, in einer Wohnung. Die Christen laden nicht ein, sie treffen an. Was den Evangelisten und Evangelisationstrainer besonders freut: Die Schatzsuche kann kurz und knapp erklärt werden – in weniger als einer Stunde. Allerdings weiss auch Fluri Bärtsch, dass das Bezeugen des Glaubens allein damit, dass sich jemand für diese Dimension öffnet, noch keineswegs erfolgt ist: „Treasure Hunt hilft ins Gespräch zu kommen, aber dieses ist dann erst zu führen.

Gott sieht mich – ein Katalysator

Die Sprachlosigkeit mancher Christen über den Glauben beschäftigt Bärtsch weiter. Er hält fest, dass der Glauben nicht durch Aufsehenerregendes entsteht, sondern durch das Wort Gottes, das verkündigt wird. „Aber Zeichen und Wunder, die direkte Erfahrung von Gottes Eingreifen, wirken wie Katalysatoren, welche Widerstände abbauen. So kann eine Heilung die Mauern, die sich um ein Herz gelegt haben, aufsprengen.“ Nach Bärtschs Erfahrungen in Evangelisationen sind Menschen vielfach aufnahmebereiter, wenn sie ein Zeichen erleben. „Menschen lassen sich – heute viel eher als vor Jahrzehnten – durch ein Wirken Gottes überraschen.“

Die Leute dort treffen, wo sie sind

Den Evangelisten beschäftigt überdies, dass es schwieriger wird, Menschen zu einem Angebot einzuladen. „Das funktioniert fast nur noch bei Gemeinden mit vielen Leuten, die Kontakt zu Kirchendistanzierten haben. Die Postmoderne schafft neue Gruppen von kirchenfern lebenden Menschen. Diese sind mit der herkömmlichen Komm-Struktur christlicher Angebote nicht mehr zu erreichen: Sie kommen nicht zu einem Alphalive-Kurs oder christlichen Ehekurs. Uns fehlen die Werkzeuge, die aus den Gemeinden zu den neuen Gruppen führen. Eine der Postmoderne angemessene Form der Evangelisation haben wir noch nicht gefunden.“

Einführung in die ‚Schatzsuche‘ mit Übung, in Schönbühl BE, Samstag 6. September 2008 nachmittags
Seminar „Evangelisation im Spannungsfeld“ in Schönbühl BE, 5./6. September 2008
Seminar „Evangelisation heute“ in Zürich, 4./5. Oktober 2008
Fluri Bärtsch im Livenet-Gespräch: Gemeinden gründen – wer springt ins Wasser?
Schatzsuche in Thun, Juni 2008

Datum: 27.08.2008

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