Auf Dauer beständig

Der Ziegenbock und das Lamm

Alexander der Grosse ist der Ziegenbock, Jesus Christus ist das Lamm. Beide nannten sich Gottes Sohn, beide wurden geliebt und gehasst, beide starben jung. Doch nur einer schaffte etwas, was auf Dauer bestehen wird.

Gleich zwei Verfilmungen des Lebens von Alexander dem Grossen werden in Hollywood praktisch parallel produziert. Oliver Stone hat die Nase vorn und lässt zuerst Colin Farrell als Alexander antreten. Der König von Mazedonien gilt als einer der grössten Feldherren der Weltgeschichte. Schon in jungen Jahren führt er sein Heer gegen das mächtige Reich der Perser. Nach dem Sieg über seine Gegner tritt Alexander einen beispiellosen Siegeszug an, der ihm ein Weltreich sichert und ihn bis nach Indien führt. Der Film behandelt seine Jugend, seine Träume von Ruhm und Abenteuer, bis hin zu seinem einsamen und mysteriösen Tod als Herrscher des größten Reichs der Weltgeschichte.

Robin Lane Fox, Mitglied des New College in Oxford und Autor einer Alexander-Biographie, wurde von Oliver Stone als wissenschaftlicher Berater für den Film über Alexander beigezogen. Über die Historizität von Alexanders Leben sagt Fox: „Was unter anderem an Alexander so fasziniert, sind die Lücken in unserem Wissen über ihn. Sie lassen so viel Platz für unsere Fantasie.“ Davon wird im Film auch ausgiebig Gebrauch gemacht.

Mindestens acht antike Alexander-Biographien haben die Jahrhunderte überdauert. „Trotzdem“, so schreibt P.J. Blumenthal im „P.M. History“: „tappen wir im Dunkeln, wenn wir sein Leben rekonstruieren wollen. Denn bis auf eines entstanden alle diese Bücher rund 300 Jahre nach dem Tod des Eroberers.“

Der zottige Ziegenbock

Eine interessante Begebenheit aus dem Leben von Alexander dem Grossen hat uns der Hisoriker Flavius Josephus überliefert: Es war im Jahr 330 vor Christus in Jerusalem. Andächtig reicht der Hohepriester Jaddua seinem Gast eine Schrift des Propheten Daniel aus der Bibel. Der Gast ist kein geringerer als der mächtigste Mann der Welt: Alexander der Grosse. Erst 26-jährig, liegt ihm die Welt von West bis Ost zu Füssen. Alexander liest die alten Prophetenworte, die Daniel 200 Jahre zuvor notiert hatte. Dann erkennt sich der makedonische Eroberer und Bezwinger Persiens selbst darin. Alexanders Besuch in Jerusalem wird vom Historiker Flavius Josephus (37 bis etwa 100 n.Chr.) im Werk „Antiquitates Judaicae“ beschrieben.

Was hat Alexander der Grosse im Buch Daniel gelesen? Zumindest das 8. Kapitel, berichtet uns Flavius Josephus (Ant. Jud. X, 337): Alexander habe sich als Erfüllung von Daniels Prophetie erkannt, als er darin Vers 21 las: „Der zottige Ziegenbock aber ist der König von Griechenland; und das grosse Horn zwischen seinen beiden Augen, das ist der erste König.“

Alexander III. (persisch: Iksander) wird 356 v. Chr. als Sohn von König Philipp II. von Makedonien und Prinzessin Olympias geboren. Der berühmte Philosoph Aristoteles unterrichtet den Prinzen während drei Jahren. Er lehrt Alexander Rhetorik und Literatur und weckt sein Interesse an Naturwissenschaften, Medizin und Philosophie. Gut möglich, dass Aristoteles im heranwachsenden Kronprinzen auch die Sehnsucht nach den Grenzen der Welt und die Idee von der Verschmelzung der Völker wachsen liess.

 

Alexander der Eroberer

Alexanders eigentliche Vorbilder waren aber die mythischen Helden Achilles und Herakles. Unter dem Einfluss dieser Gestalten aus der griechischen Mythologie wuchs er auf, und er glaubte an sie. Er war überzeugt, selbst eine grosse, übergeordnete Aufgabe erfüllen zu müssen.

Überträgt man das von Alexander innerhalb von nur zehn Jahren eroberte Reich auf die Gegenwart, dann umfasste sein Imperium Griechenland, Albanien, Türkei, Bulgarien, Ägypten, Libyen, Israel, Jordanien, Syrien, Libanon, Zypern, Irak, Iran, Afghanistan, Usbekistan, Pakistan und Teile Indiens. Im Jahr seines Todes 323 vor Christus dehnte sich sein Reich auf über 3,2 Millionen Quadratkilometer aus.

Doch die Verbrüderung der Völker, ein Anliegen von Alexander, bleibt ein Traum. Weder mit Macht, noch Diplomatie oder Korruption konnte Alexander Frieden unter den Völkern schaffen. Das Gegenteil hat er erreicht: Im Namen von Kultur und Fortschritt hat er die halbe Welt mit Kriegen überzogen und nichts als Scherben hinterlassen.

Biblische Voraussage trifft ein

Dramatisch erfüllt sich die Vorausschau des Propheten Daniel über den „Ziegenbock“: “Und der Ziegenbock wurde gross über die Massen; und als er stark geworden wer, zerbrach das grosse Horn,...“ (Daniel 8,8a)

Ein letztes Mal ruft der getriebene Eroberer zur Mobilmachung. Alexander will die arabische Halbinsel unterwerfen, durch Libyen ziehen und Karthago angreifen. Aber er kommt nur bis Babylon. Dort, nach durchzechten Nächten, erkrankt Alexander der Grosse. Der Mann, der seinen Soldaten vor der entscheidenden Schlacht gegen die Übermacht der Perser zugerufen hat: „Besiegt eure Furcht und ich verspreche euch, ihr werdet auch den Tod besiegen!“, der Heerführer, der nie einen Krieg verloren hat, unterliegt im Kampf gegen Tod. Alexander der Grosse stirbt am 13. Juni 323 v.Chr. Er hat die ganze Welt gewonnen und dabei seine Seele verloren.

In einem Traum hatte der Prophet Daniel auch dieses Ereignis der Weltgeschichte schon im Voraus gesehen. Ein Löwe mit Adlersflügeln (Dan. 7,4) steht für das Babylonische Reich. Ein Bär symbolisiert das Medopersische Reich. Ein geflügelter Leopard mit vier Köpfen versinnbildlicht das griechische Weltreich: “Nach diesem schaute ich, und siehe, ein anderes, gleich einem Leopard, und es hatte vier Flügel eines Vogels auf seinem Rücken, und das Tier hatte vier Köpfe, und Herrschaft wurde ihm gegeben“ (Daniel 7,6)

Das Traumbild entspricht dem realen Geschichtsverlauf. Vor 2300 Jahren eroberte der Makedonier Alexander der Grosse ausserordentlich rasch fast die ganze damals bekannte Welt (= Leopard mit Flügeln). Bei seinem Tod hinterlässt er ein Reich, das sich von Griechenland bis nach Indien erstreckt. Doch sein Glanz dauerte nur gute zehn Jahre. Die vier Köpfe weisen auf die Ereignisse nach dem Tod von Alexander hin – auf die vier Diadochenreiche.

Es macht sprachlos, wie detailgenau die biblische Prophetie ist. Sie unterstreicht vehement die Wahrheit des Bibeltextes. Dagegen sind die geschichtlichen Quellen, die das Leben Alexanders des Grossen beschreiben, weniger handfest.

Der anderer Fürst – das Lamm Gottes

Alexander war ein Getriebener, ein Suchender – kein Friedefürst. Gibt es im Prophetenbuch Daniel vielleicht Hinweise, wo denn der wahre Retter der Welt zu finden ist?

Prophetische Hinweise auf den Weltenerlöser sind nicht allein in den Büchern der Propheten zu finden, sondern ebenfalls in den anderen Schriften des Alten Testamentes. Doch das Buch Daniel ist wiederum von grosser Bedeutung. Im 9. Kapitel wird der Zeitpunkt des Kommens des Messias als Fürst genannt!

Der erste Vers des 9. Kapitels sagt, dass die darauf folgende Prophezeiung auf den Messias hin aus dem Jahr 536 v.Chr. stammt. Daniel befand sich in Babylon, als er die Prophetie von den „70 Wochen“ (vgl. Daniel 9,24-27) erhielt. Daniel sah nicht nur das Schicksal von Alexander, sondern auch das Kommen von Jesus Hunderte von Jahren im Voraus. Daniel wies auch auf den den Tod von Jesus hin (Daniel 9, 26): „...ein Gesalbter wird ausgerottet werden.“ Auch der Prophet Jesaja sah (Jesaias 53, 7) lange im Voraus das Leiden von Jesus: „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird.

Der viel ausführlichere Bericht über das Leben Alexander des Grossen im Vergleich mit Jesus Christus steht in der gedruckten Ausgabe von factum 9/2004.
Die Zeitschrift kann bei der Redaktion factum, Hinterburgstrasse 8, CH-9442 Berneck, bestellt werden. Telelefon (0041) (0)71 727 21 22/Fax (0041) (0)71 727 21 23. redaktion@factum-magazin.ch

Quellen: factum/Livenet

Datum: 22.12.2004
Autor: Rolf Höneisen

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