Musiker Dän Zeltner

«Ich liebe die Gemeinde»

Meist wird Dän Zeltner mit seiner Worshipmusik in Zusammenhang gebracht. Seine Liebe für die Gemeinde ist weniger bekannt. Im Interview erzählt er, wie seine Leidenschaft für Worship und seine Liebe zur Gemeinde zusammengehören.

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Dän Zeltner
Livenet: Dän Zeltner, wie kamen Sie dazu, Worshiper zu werden?
Dän Zeltner:
Ich wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Mein Vater war Worshipleiter in der Pfimi Bern. Es war deshalb üblich, dass ich meist schon sehr früh zum Gottesdienst ging und auch viele Bandproben miterlebte. Zuhause machte ich mit meinem Vater Musik und in der Gemeinde im Kidsworship. Ich lernte Schlagzeug, Bass und Gitarre spielen. Musik war mir immer wichtig.

Hatten Sie jemals Ambitionen, ein grosser Musiker zu werden?
In meiner Teenagerzeit träumte ich schon mal davon, ein grosser Rockstar zu sein. Aber diese Phase hielt nicht lange an. Ich entschied schon früh, meine Liebe zur Musik mit Lobpreis auszudrücken.

Sie spielten eine Zeitlang im CLZ Burgdorf, welches ja für Worship bekannt wurde.
Nachdem meine Familie umgezogen war, wurde ich von Klassenkameraden ins CLZ eingeladen. Ich war damals ein Teenager und im CLZ waren sie auf der Suche nach jungen Musikern. Dort konnte ich mich hervorragend weiterentwickeln.

Was half Ihnen für diese Entwicklung?
Einerseits herrschte in dieser Gemeinde eine gute Lobpreiskultur. Das ist eine gute Grundlage. Schon als Jugendlicher hatte ich die Gelegenheit, an grösseren Anlässen wie der Get Ready Night zu spielen.

Für mich waren Vorbilder aber mindestens ebenso wichtig. In Res und Martin Güdel fand ich solche Vorbilder, die mich viel über das Wesen von Worship lernten. Aber auch Musiker wie Brian Doerkson, Lothar Kosse und vor allem Delirious inspirierten mich sehr.

Wann entdeckten Sie die Liebe für die Gemeinde?
2003 zog ich nach London. In der dortigen Gemeinde entwickelte sich meine Liebe für die Gemeinde. Folgend hat sich meine Sicht für Worship stark verändert. Heute halte ich auch nicht mehr viel von Worshipbands, die auf Tour gehen, ohne in einer Gemeinde verwurzelt zu sein. Nein, Worship gehört in die Gemeinde, wo Gott gesucht wird und die gemeinsame Begeisterung für Jesus zum Ausdruck kommt.

In der Gemeinde in London lernte ich, was es heisst, der Gemeinde zu dienen und ein Worship-Pastor zu sein. Vorher stand mein individuelles Anliegen, Gott nahe zu kommen, im Mittelpunkt. Doch dort lernte ich die Kraft des Gemeinsamen kennen. Durch die erwachende Liebe für die Gemeinde erhielt ich auch eine ganz neue Vollmacht für den Dienst.

Wie äussert sich Ihre Liebe zur Gemeinde konkret?
Da gibt es vieles. Beispielsweise zeigt sich dies in den Songtexten. Immer mehr begann ich Texte zu schreiben, um damit Menschen zu helfen, Gott zu suchen. Ich merkte, wie die Inhalte der Songs einen seelsorgerlichen Charakter erhielten. Das ist ein Ausdruck meines Anliegens, meiner Gemeinde zu dienen. Es ist mir auch ein grosses Anliegen, dass die Gläubigen durch den Worship in eine echte Einheit finden können.

Inzwischen leben Sie wieder in der Schweiz. Was tun Sie?
Nachdem ich 2011 nach acht Jahren in unterschiedlichen Ländern wieder in die Schweiz kam, gründete ich eine Equippers-Gemeinde in Zürich. Einige Zeit nach dem Gemeindestart begegnete ich meinem früheren Pastor Toni Nyffenegger, den ich seit knapp neun Jahren nicht mehr gesehen hatte. Diese Beziehung führte dazu, dass wir uns in den Lokalitäten seiner Gemeinde für unsere Gottesdienste einmieteten. Dann begannen wir, vereinzelt gemeinsame Anlässe durchzuführen. Nach einiger Zeit beschlossen wir, die beiden Gemeinden zu einer einzigen zu verschmelzen. Ich achte Toni für sein Engagement sehr. Die Gemeinde war zuvor in einer Krise zu einer kleinen Gruppe älterer Menschen zusammenschrumpft. Dank seines Einsatzes war die Gemeinde jetzt bereit, mit uns Jungen zusammen Gemeinde zu leben. Und sie überliessen uns sogar bereits die meisten Leitungsaufgaben. In dieser Gemeinde bin ich jetzt Pastor und liebe diese Aufgabe sehr. Alle anderen Dienste, die ich tue, haben ihren Ursprung in dieser Gemeinde.

Welche Dienste tun Sie ausserhalb Ihrer Gemeinde?
Nach und nach erhielt ich Einladungen, in anderen Gemeinden Worship-Schulungen durchzuführen. Gerne gebe ich an andere weiter, was ich gelernt habe. Auf diese Weise kann sich eine Worship-Kultur multiplizieren. Diese Aufgabe nehme ich mit der ONE HEART Worship Academy wahr, welche ich ins Leben rief. Ich führe auch regelmässige Kurse in der Ausbildungsstätte der Chrischona, der Jüngerschaftsschule go4it oder einer Bibelschule in Dänemark durch. Inzwischen bin ich auch im Vorstand der Bewegung Plus. Ich stehe also immer in der Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen. Meinen wichtigsten Dienst sehe ich aber immer innerhalb meiner Gemeinde.

Möchten Sie zum Schluss noch eine Geschichte mit uns teilen, die Sie motiviert hat?
Ja, von denen habe ich viele: Einmal kam beispielsweise nach einem Worship-Gottesdienst ein Mann in den 50ern auf mich zu. Er entschuldigte sich. Ich fragte: 'Wofür denn?' Er erzählte, wie er meine Musik nicht ausstehen konnte und seinen Sohn verurteilte, weil dieser meine CDs hörte und meine Songs in der Gemeinde einführen wollte. Der Mann sträubte sich dagegen und so entstand ein Bruch zwischen Vater und Sohn. In diesem Gottesdienst verstand der Mann aber plötzlich das Herz und die Leidenschaft hinter meinem Dienst. Er kam unter Tränen und bat mich um Vergebung.

Zur Webseite:
ONE HEART Worship Academy
Equippers Church

Zum Thema:
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Datum: 31.05.2017
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

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