Männertag 2008

Nur Versöhnung bringt echte Freiheit

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Versöhnte können miteinander lachen: Palästinenser Nihad Salman (links) und Israeli Evan Thomas.
Wenn sich ein Israeli und ein Palästinenser versöhnen können, dann gibt es keine hoffnungslosen Situationen: Diese Botschaft stand im Zentrum des 11. Männertags, durchgeführt von der christlichen Bewegung „Männerforum“. Rund 1000 Männer trafen sich in der Mehrzweckhalle der Kaserne Bern.

Eine Umarmung und freundliche Worte zwischen zwei Männern: Was sonst nichts Besonderes ist, erregt im Fall von Evan Thomas und Nihad Salman Aufmerksamkeit. Denn Thomas ist Jude, Salman Palästinenser. Am Männertag in Bern vom letzten Samstag erzählten die beiden, was es heisst, Friedensstifter zu sein. Denn dazu rufe die Bibel die Menschen auf, so Thomas.

Blutiger Konflikt

„Wir kommen aus einem blutigen Konflikt“, erzählte der neuseeländische Jude, der Ende der 70er-Jahre nach Israel einwanderte. Netanya, wo er mit seiner Familie wohnt, wurde 2001 das Ziel einer Serie von 13 Selbstmordanschlägen. Der Leiter einer messianisch-jüdischen Gemeinde erlebte, wie zahlreiche der Gemeindemitglieder verletzt wurden. „Unsere Bevölkerungsgruppen sind Todesfeinde. Das Blut fliesst in den Strassen.“ Das beeinflusse die Identität, die Beziehungen und sogar das Gottesverständnis.

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Herausgefordert zur Versöhnung: Diskussionen unter Teilnehmern in der Pause.
Ähnlich ist es bei den Palästinensern. Nihad Salman wurde in Betlehem geboren und ist dort Pastor einer christlichen Gemeinde. Das Leben in Bethlehem sei manchmal fast unerträglich, so Salman. „Die Israelis kontrollieren alles, manchmal sogar deine Psyche und dein Sozialleben.“ Es sei nicht einfach, wenn eine fremde Nation komme und der Bevölkerung alles wegnehme. „Doch dann las ich in der Bibel, dass ich als Kind Gottes ein Friedensstifter sein soll. Das Problem war nur: Da war ein Jude …“, zeigte der Palästinenser lachend auf Thomas.

Zerstörte Beziehungen wiederherstellen

Doch ihm sei klar geworden, dass er nicht darauf warten könne, bis die Juden zu ihm kommen und sich bei ihm entschuldigen. „Ich musste gehen. Wenn du eine Friedensstifter sein willst, geht es darum, die zerstörten Beziehungen wiederherzustellen.“

Vier Versöhnungs-Stufen

Salman beschrieb vier Versöhnungs-Stufen, die zu einem Leben in Freiheit gehören würden. „Die erste Stufe ist die Versöhnung mit Gott.“ Oft würden wir Wutgefühle gegenüber Gott in uns begraben. Er selber sei wütend auf Gott gewesen weil er dachte, Gott wolle, dass die Juden kommen und ihm sein Land wegnehmen. „Ich musste Gott bitten, meine Beziehung zu ihm zu erneuern.“

„Als ich mit Gott versöhnt war, war die zweite Stufe, mich mit den Juden, also den Mitmenschen, zu versöhnen“, sagte Salman. Bestes Vorbild sei Jesus Christus, der am Kreuz hängend Gott um Vergebung für seine Feinde bat.

Bürger dritter Klasse

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Moderierte und organisierte: Wilf Gasser, Präsident des „Männerforums“ sowie Präsident der Schweizerischen Evangelischen Allianz.
Die dritte Stufe sei die Versöhnung mit sich selber. Als Palästinenser habe sich Salman immer als Bürger dritter Klasse im Reich Gottes gefühlt: „Zuerst die Juden, dann die Heiden und zuletzt die Palästinenser …“ Er habe lernen müssen, dass es bei Gott nur eine Klasse gäbe: Gottes Kinder.

Die vierte Stufe bilde schliesslich die Versöhnung mit der weltweiten Gemeinschaft der Christen. Das sei besonders schwer, weil in Kirchen und Gemeinden immer wieder Streit entstehe. „Sei auch hier ein Friedensstifter, statt den einfacheren Weg zu wählen und die Kirche bei Schwierigkeiten zu verlassen!“, riet Salman.

Versöhnung als Lebensstil

Die Männer in Bern wurden dazu aufgerufen, über das Gehörte nachzudenken und in kleinen Gruppen zu diskutieren, was sie davon in ihrem Alltag umsetzen möchten. Evan Thomas ermutigte sie: „Die Versöhnung soll zu einem Lebensstil werden.“ Denn Versöhnung gehöre zum Herz der guten Botschaft, die man in der Bibel finde. Doch oft würden wir uns genau anders verhalten und im Konflikt verharren. Das gelte genau so in der Familie wie zwischen Bevölkerungsgruppen. Der Israeli schloss: „Jeder von euch hat die Berufung, ein Brückenbauer zu sein. Gott segne euch!“

Plattform für Männer

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Zum Lachen und zum Nachdenken gebracht: Rund 1000 Männer trafen sich in der Mehrzweckhalle der Kaserne Bern.
Der Männertag wurde vom „Männerforum“ organisiert. Das „Männerforum“ ist eine Bewegung, die sich aus christlicher Perspektive mit männerspezifischen Themen auseinandersetzt. Hier können Männer mit andern diskutieren und Freunde finden. Konferenzen, organisierte Wochenenden und regionalen Treffs bieten eine Plattform, um sich in einem positiven und lockeren Rahmen zu begegnen, Denkanstösse zu erhalten und persönliche Erfahrungen miteinander zu teilen.

Link zum Thema: www.maennerforum.ch

Mehr über den grössten aller Friedensstifter erfahren

Datum: 28.10.2008
Autor: David Sommerhalder

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