SEK

«Das Signal geben, dass wir miteinander Kirche sind»

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Didier Halter, Gottfried Locher und David A. Weiss in Olten.
Die drei Kandidaten fürs Ratspräsidium des Kirchenbundes SEK unterscheiden sich deutlich - auch wenn sie am öffentlichen Hearing in Olten am 8. Mai konziliant auftraten. Mit der laufenden Verfassungsrevision und sechs Neuwahlen in diesem Jahr stellen die Reformierten Weichen für die Zukunft. Zu wählen sind fünf Mitglieder des SEK-Rats und der Geschäftsführer.

In Olten stellten sich David A. Weiss (LU), Gottfried Locher (BE) und Didier Halter (VS) den Abgeordneten der Mitgliedkirchen, die am 14. Juni den Nachfolger von Thomas Wipf wählen. Halter (46), Pfarrer in Sitten, wuchs im Elsass lutherisch und zweisprachig auf. Er leitete den Synodalrat der kleinen reformierten Kirche im Wallis und präsidiert nun die Abgeordnetenversammlung des SEK. Halter markierte Distanz zu theologischen Systemen, Wertschätzung für Fragen der liberalen Theologie und den pietistischen ‚way of life‘ mit gemeinsamem Singen und Beten.

Gottfried Locher (43), Mitglied des Berner Synodalrats und Leiter des Instituts für ökumenische Studien der Universität Freiburg, erwies sich auch in Olten als pointiert formulierender Theologe. Zum Pfarrer gereift sei er erst durch die seelsorgerlichen Aufgaben in der reformierten Gemeinde in London, die er sechs Jahre betreute. Der im Reformierten Weltbund tätige Locher wies darauf hin, dass die meisten Reformierten auf dem Globus eine kleine Minderheit - und arm - sind. Seine Ausrichtung bezeichnete der Berner als „reformationstheologisch". Die Aussagen der Reformatoren - übertrage man sie auf heute - ergäben „ein ausgezeichnetes Profil" für die Reformierten im 21. Jahrhundert.

David A. Weiss (54) gehörte bereits 1999-2005 dem Rat des SEK an. Er steht den Reformierten des Kantons vor. Weiss, der laut Unterlagen „in langjähriger Partnerschaft lebt", im Unterschied zu den beiden Familienvätern, stellte sich in Olten als von vielen Einflüssen geprägten Theologen vor. In der Landeskirche sollten verschiedene theologische Positionen Platz haben. „Nur so wird die Vielfalt des Glaubens ausgedrückt."

Was soll der Kirchenbund?

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Am 14. Juni geben die Abgeordneten der kleinen kantonalen Kirchen den Ausschlag in der Wahl des Ratspräsidenten.
Im Zentrum des Hearings stand die Stellung der Kandidaten zum Kirchenbund SEK. Keiner sprach sie für die Schaffung einer „Evangelischen Kirche Schweiz" aus, wie dies der amtierende Rat in einem Papier befürwortet. Die Kandidaten wünschen jedenfalls eine bessere Zusammenarbeit, auch dass der SEK gewisse Arbeiten von Kantonalkirchen mit besonderen Kompetenzen erledigen lässt. Für Halter und Locher empfiehlt sich im 21. Jahrhundert ein Kirchenbund, der kantonsübergreifende Tätigkeiten koordiniert; Weiss will die bestehenden Strukturen (Pfarrerausbildung nicht vom SEK koordiniert) belassen.

Locher sieht die Notwendigkeit, den künftigen Weg der reformierten Kirchen vertieft zu diskutieren. „Wir müssen über unser Profil nachdenken." Der Kirchenbund bestehe aus autonomen Kirchen - „aber irgendwann müssen wir das Signal schon geben, dass wir miteinander Kirche sind, auch in der Gesellschaft." Für Locher ist es „dramatisch", dass nach aussen nicht klar ist, wofür die Reformierten stehen.

Zum Thema:
Mehr Informationen zu den drei Kandidaten

Datum: 14.05.2010

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