Fronleichnam

Wie die ersten Christen Abendmahl feierten

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An Fronleichnam feiert die Katholische Kirche die leibliche Gegenwart Jesu Christi in Hostie und Wein. Der Reformator Martin Luther sprach sich eindrücklich gegen diesen Feiertag aus, nicht aber gegen das Abendmahl. Wie haben denn die ersten Christen gefeiert?
 
Bis heute sind sich Kirchen und Gemeinden nicht einig, wenn es um das Abendmahl geht. Umso interessanter ist es, einen Blick auf die Geschichte des Abendmahls zu werfen und darauf, wie die Ur-Christen Abendmahl gefeiert haben.

Wie die ersten Christen zusammen feierten

Das Leben der ersten Christen wird in Apostelgeschichte, Kapitel zwei beschrieben. Es war ein sehr intensives Miteinander, vielleicht ungefähr so vorstellbar: Morgens ein gemeinsames Gebetsfrühstück im Tempel, anschliessend ging jeder seiner Arbeit nach, und jeden Abend gab es gemeinsame Mahlzeiten. Mal bei der einen, mal bei der anderen Familie. Zum Abendessen gehörten fröhliche Lieder zu Gottes Lob und das «Brotbrechen», das sie daran erinnerte, dass Jesus für ihre Schuld gestorben ist.
 
Das Abendmahl war also mit einem gemeinschaftlichen Essen verbunden, zu dem jeder eingeladen war, auch Arme und Hungrige. Was übrigens ein deutliches Zeichen der Nächstenliebe war, denn zu römischen Zeiten lud man nur Leute gleichen Ranges ein. Die Verbindung von Abendessen und Abendmahl galt als klar missionarische Attraktion.

Die Symbolik unter den Ur-Christen

Im damaligen Judentum, gehörte es dazu, dass zu Beginn einer Mahlzeit der Hausvater für alle Teilnehmer des Festmahls das Brot brach. Das sollte eine Zusammengehörigkeit ausdrücken und zeigen: Alle essen von einem Brot. Jesus selbst brach nach dieser Tradition das Brot beim letzten Abendmahl und auch später, als er als Auferstandener den Jüngern erschien.
 
Jesu Worte beim Brotbrechen: «Das ist mein Leib», hatte für die Jünger eine tiefe Symbolik. Sie konnten dadurch verstehen, dass sie alle durch dieses «Brot» Vergebung, ewiges Leben und Gemeinschaft mit Gott erhalten! Ein Grund zur Dankbarkeit und zugleich Ermutigung, auch einander Vergebung zuzusprechen.
 
Jesus gab der jüdischen Tradition des Brotbrechens eine neue Symbolik. Er sagte: «Wann immer ihr das Brot brecht, denkt daran, was ich für euch getan habe.» (Lukas, Kapitel 22, Vers 19). Das bedeutet, dass das Abendmahl eine alltägliche Erinnerung in den Familien sein sollte: Uns ist vergeben, wir haben durch Jesus Christus Gemeinschaft mit Gott.
 

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Wie das Abendmahl von den Häusern in den Tempel kam
In der Gemeinde in Korinth klappte das mit dem gemeinsamen, täglichen Abendessen und anschliessendem Abendmahl nicht wie bei den Urchristen in Jerusalem. Deshalb empfahl Paulus dieser Gemeinde, das Abendmahl vom Abendessen in den Häusern zu trennen. (Die Bibel, 1. Korintherbrief, Kapitel 11, Verse 17 – 34). Damit wurde erstmals die Eucharistie von einem sättigenden Essen unterschieden. Das Abendmahl selbst sollte im Tempel als wichtiges Gemeindegeschehen weiter stattfinden.
 
Man nimmt an, dass die Gemeinde nach diesem Brief von Paulus nur noch am Sonntagabend ein gemeinsames Essen mit Abendmahl feierte. (Apostelgeschichte,  Kapitel 20, Vers 7).
 
Ein besonderer priesterlicher Dienst oder eine Liturgie lässt sich aus den neutestamentlichen Abendmahlsberichten übrigens gar nicht ableiten. Das Abendmahl war mehr ein Zeichen alltäglich gelebten Glaubens als ein christliches Ritual.

Wie man heute richtig Abendmahl feiert

Vermutlich ist es nicht besonders hilfreich zu überlegen, was alles richtig oder falsch sein könnte. Die Christen haben eine Vielfalt von Formen entwickelt. Während einige Kirchen und Gemeinden daraus ein regelmässiges Ritual nach ganz bestimmten Formen gemacht haben, feiern es andere in grosser Freiheit auch im Rahmen eines Hauskreises oder einer Hausgemeinde. Wichtig ist, dass es eine Handlung bleibt, die nicht trennt, sondern die Gemeinschaft mit der ganzen Christenheit symbolisiert.


Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: predigten.uni-goettingen.de / herold.de / wikipedia.de

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