Verschiedene Wege - Ähnliche Ziele

«Die Schweiz mit einem Netz von Lebensgemeinschaften überziehen»

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Christliche Lebensgemeinschaften in der Schweiz haben mittels einer Website ein Beziehungsnetz geknüpft. Es soll dazu dienen, Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig fachlich zu fördern und die «Einheit des Leibes Christi sichtbar zu machen».

«Was unsere Gesellschaft am meisten braucht, sind Gemeinschaften - echte Gemeinschaften, wo Gott zu Hause ist.» Mit diesem Zitat des Buchautors Larry J. Crabb umschreibt Thomas Widmer das zentrale Anliegen des Netzwerks von Lebensgemeinschaften in der Schweiz. Er selbst leitet zusammen mit seiner Frau Irene die Gemeinschaft «Ensemble» in Riehen/BS und koordiniert die Diakonischen Hausgemeinschaften Riehen. Zudem hat er die «Fachstelle Gemeinschaftliches Leben» aufgebaut.

Verschiedene Wege ...

Die verschiedenen Gemeinschaften gehen ganz unterschiedliche Wege, haben aber ähnliche Ziele. Sie wollen - ob verheiratet oder als Single - eine vertiefte Gemeinschaft mit andern leben und die Kompetenzen ihrer Mitglieder für den Dienst an andern Menschen, christlichen Gemeinden und der Gesellschaft ausbauen. Das Motto heisst: Nachfolge, Gemeinschaft, Verbindlichkeit.

Zum Netzwerk gehört «Koinos Connecting», ein «lockeres, dezentrales Jüngerschafts-Netzwerk», wie es sich selbst umschreibt. 18 Menschen, Verheiratete und Singles mit dem geografischen Schwerpunkt Dietikon/Brüttisellen ZH, leben zwar in eigenen Wohnungen, verstehen sich aber als «Ideengemeinschaft». Sie stehen in engem Kontakt zu­-

einander und stärken einander in der Nachfolge und im geistlichen Leben. Jedes Mitglied pflegt einen oder mehrere «Koinos-Kontakte». Unter der Leitung des Theologen Martin Rivar, selbst Single, finden jedes Jahr eine Retraite und ein geselliger Anlass statt.

... ähnliche Ziele

Ganz anders die Basivilla in Ostermundigen/BE, die sich als Teil der Vineyard Bern versteht. Die beiden Ehepaare Fels und Senglet fördern innerhalb einer Lebensgemeinschaft Singles, die bereit sind, «zugunsten der Gemeinschaft ihr unabhängiges Leben aufzugeben». Man versteht sich als grosse Familie, in der jedes Familienmitglied die Schwächen der andern mitträgt und selbst bereit ist, sich korrigieren zu lassen. Die Gemeinschaft übt Gastfreundschaft und begleitet Menschen, die Unterstützung brauchen. Ein Ziel der Basivilla ist auch die Errichtung weiterer Lebensgemeinschaften mit ähnlicher Zielsetzung.

Die Diakonischen Hausgemeinschaften Riehen orientieren sich an einem Leitspruch des Theologen Jürgen Moltmann: «Erst der Aufbau von Lebensgemeinschaften zwischen Behinderten und Nichtbehinderten, Gesunden und Kranken, Jungen und Alten, Männern und Frauen kann die soziale Isolation der gegenwärtigen Segregationsgesellschaft überwinden.»

Für die Hausgemeinschaften, die vom Verein «Offene Tür» unterstützt werden, bedeutet dies, dass «Stärkere» mit «Schwächeren» zusammenleben und sich in der Nachfolge gegenseitig herausfordern und stützen. Zurzeit leben 45 Personen in den Hausgemeinschaften der Offenen Tür, davon zehn mit Wohnbegleitung. Die diakonische Gemeinschaft «Ensemble» ist Teil davon. Die Mitglieder der Gemeinschaften üben das Zusammenleben und stärken sich auch in ihrer sozialen Kompetenz und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Davon profitieren auch Menschen, die in diesen Gemeinschaften «begleitetes Wohnen» erleben.

Eine Fachstelle mit Vision

Aus den damit gemachten Erfahrungen haben Thomas und Irene Widmer mit Unterstützung der Offenen Tür die «Fachstelle Gemeinschaftliches Leben» aufgebaut. Sie soll neue Gemeinschaften in ihrer Aufbauarbeit unterstützen. Denn: «Inspiriert von den Texten über das dynamische Leben der Urgemeinde machen sich immer mehr Menschen auf die Suche nach attraktiven Gemeinschaftsmodellen», hat das Gründerehepaar von Lebens- und Wohngemeinschaften erfahren. Die Vision ist, dass «noch viele Gemeinschaften, WGs, Hausgemeinschaften und andere Modelle gemeinsamen Lebens entstehen, in denen Jesus zeichenhaft gegenwärtig ist und bewirkt, dass Menschen (innere) Heilung erfahren, befreit und für den Dienst in Gottes Reich zubereitet werden»1.

Die unterschiedlichen Lebensgemeinschaften bilden ein Netzwerk mit dem Ziel, «die Schweiz mit einem Netz von Lebensgemeinschaften zu überziehen». Sie haben zu diesem Zweck die Website www.commonlife.ch aufgebaut.

Zum Thema:
Fachstelle Gemeinschaftliches Leben
Mehr über gemeinsames Leben im Magazin INSIST 2/2010 über Gemeinschaften


Autor: Fritz Imhof
Quelle: Magazin INSIST

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Noch nie wurden so viele Christen verfolgt wie heute. Die überkonfessionelle Menschenrechtsorganisation CSI (Christian Solidarity International) organisiert im fünften Jahr eine Mahnwache und weist hiermit auf die verfolgten Christen weltweit hin.

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