Im Hürdenlauf des Lebens

Warum Christen aufgeben

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Das (Glaubens-)Leben gleicht einem Hürdenlauf. Wir laufen los, treffen auf unterschiedlichste Hindernisse und Hürden, spüren Druck von allen Seiten, wollen aber doch das Ziel erreichen. Manchmal wird es aber einfach zu hart, zu anstrengend. Das Ziel erscheint zu weit weg – und man gibt auf. Entweder man wird immer langsamer, bis man stehen bleibt, oder man geht direkt aus der Spur heraus, setzt sich auf die Bank mit dem Handtuch über dem Kopf. Gescheitert. Aufgegeben.

Auch der Autor des Hebräerbriefes schrieb an eine Gruppe von Christen, die an das Aufgeben dachten: Es waren jüdische Christen in Rom, die unter Nero verfolgt wurden. Da war es sicher eine häufig gestellte Frage, ob es sich überhaupt lohnt, diesem Jesus weiterhin nachzufolgen. Deshalb schreibt der Autor des Briefes: «Wir sind also von einer grossen Schar von Zeugen umgeben, deren Leben uns zeigt, dass es durch den Glauben möglich ist, den uns aufgetragenen Kampf zu bestehen. Deshalb wollen auch wir – wie Läufer bei einem Wettkampf – mit aller Ausdauer dem Ziel entgegenlaufen. Wir wollen alles ablegen, was uns beim Laufen hindert, uns von der Sünde trennen, die uns so leicht gefangen nimmt, und unseren Blick auf Jesus richten, den Wegbereiter des Glaubens, der uns ans Ziel vorausgegangen ist.» (Hebräer, Kapitel 12, Verse 1-2a)

Der Autor, prämierte Journalist und Pastor J. Lee Grady sieht fünf Gründe, weshalb Christen auf halbem Wege aufgeben. Er schreibt:

Depression oder Entmutigung

Wenn wir starken Stress, eine Tragödie, Enttäuschungen, Versagen oder eine unendlich lange Wartezeit auf etwas erleben, werden wir die Hoffnung verlieren, wenn wir nicht ganz nah bei Gott bleiben und uns an seine Versprechen hängen. Doch wir müssen uns bewusstmachen, dass die Dunkelheit nicht für immer anhält. «Noch am Abend weinen wir», schreibt der Psalmist in Psalm 50, Vers 6, «doch am Morgen kehrt wieder Jubel ein.»

Charles Spurgeon schrieb: «Es gibt keine unsterblichen Sorgen für unsterbliche Heilige. Sie kommen; aber, Gott sei Dank, gehen sie auch wieder.» Egal, was für ein Hindernis vor Ihnen liegt, es wird nicht für immer dort sein. Und egal, wie schwer und dunkel die Wolke über Ihrem Kopf ist, irgendwann wird die Sonne sie wieder durchbrechen. Auch wenn Sie zurzeit das Licht am Ende des Tunnels nicht mehr sehen können, gehen Sie weiter. Sie können Ihr Problem überdauern und überstehen.

Scham oder Selbstverachtung

Das Wunder der Gnade sagt, dass all Ihre Sünden aus der Vergangenheit ausgelöscht wurden. Wenn Sie dem Blut Jesu vertraut haben, dann wurde alles, was an Ihr Versagen erinnern könnte, ausradiert. Trotzdem können viele Christen sich selbst nicht für ihre Schwachheit vergeben. Sie denken, dass Gott immer noch sauer auf Sie ist, weil sie immer noch mit der Versuchung zu kämpfen haben. Und der Teufel ist eifrig dabei, uns daran zu erinnern, was wir einmal waren oder getan haben!

Gehen Sie zurück zum Kreuz und geben Sie Gott Ihre Zweifel, Ängste und Scham ab. Hören Sie auf, sich selbst zu strafen. Tauschen Sie vielmehr Ihre Sünde mit seiner Gerechtigkeit aus. Jesus weiss, dass wir getrennt von ihm kein Leben ohne Sünde führen können – deshalb möchte er sein perfektes Leben durch uns leben.

Falsche, sündige Angewohnheiten

Wenn Sie mit einem Problem zu kämpfen haben, das Ihr Leben kontrolliert, dann tun Sie das nicht allein. Das ist unmöglich. Vertrauen Sie sich einem im Glauben reifen Christen an und gestehen Sie Ihre Schwachheit. Im Hebräerbrief rät der Autor (Hebräer, Kapitel 12, Vers 12): «Stärkt die kraftlosen Hände! Lasst die zitternden Knie wieder fest werden!»

Athleten können sich nicht selbst rehabilitieren – sie bitten um Hilfe. Auch Sie können diesen Lebenslauf nicht rennen, wenn Sünde Sie zurückhält. Seien Sie offen und erlauben Sie den richtigen Menschen, mit Ihnen zu beten.

Ablenkung

Der springende Punkt, um einen Wettlauf zu gewinnen, ist die Konzentration. Der Schreiber des Hebräerbriefes wusste dies und schrieb deshalb, dass wir unseren Blick auf Jesus richten sollen. Unser Fokus darf nicht auf dem Pastor liegen, auf einem berühmten Prediger, einer bestimmten Doktrin, einer Kirche, einer Denomination, einer politischen Partei, geistlichen Gaben oder Emotionen. Wenn wir unser Vertrauen auf eines dieser Dinge setzen, sind wir nicht in der Lage, den Lauf zu beenden. Jesus hat das Werk in uns begonnen und nur er wird es auch vollenden.

Den Fokus wieder neu zu finden, ist nicht schwer. Nehmen Sie sich einfach Zeit zum Beten und werfen Sie Ihre Sorgen auf den Herrn. Lesen Sie die Psalmen. Hören Sie Lobpreismusik. Verbringen Sie jeden Tag Zeit im Wort Gottes. Spurgeon sagte, eine Bibel, die auseinanderfällt, gehört normalerweise jemandem, der es gut beisammen hat. Wenn Sie ganz in Gottes Wort eintauchen, werden Sie eine ungewohnte Gnade und Kraft finden, um vorwärts zu gehen – selbst wenn Ihnen Wind und Wetter entgegen schlagen.

Verfolgung

Es ist einfach, Gott zu dienen, wenn jeder denkt, dass man toll ist. Aber wie reagieren Sie, wenn sich Angehörige oder Kollegen wegen Ihres Glaubens oder Ihrer moralischen Überzeugungen gegen Sie stellen? Verfolgung kann uns dazu verführen, Jesus zu verleugnen oder moralische Kompromisse einzugehen. Aber denken Sie daran: Wenn Sie für Jesus leiden, wird er Sie segnen. Petrus sagte, dass wenn wir verfolgt werden, «der Geist Gottes, der Geist seiner Herrlichkeit, auf euch ruht» (1. Petrus, Kapitel 4, Vers 14).

Sitzen Sie auf der Bank neben der Spur? Oder sind Sie ausser Atem, weil Sie 25 Kilo an Scham und Versagen mit sich schleppen? Haben Sie sich selbst disqualifiziert? Jesus ruft Sie zurück in den Lauf. Sitzen Sie nicht einfach da und lassen Sie den Feind gewinnen. Stellen Sie einen Fuss vor den anderen, konzentrieren Sie sich auf Jesus und vertrauen Sie ihm, dass er Ihnen die nötige Kraft geben wird, um zu rennen.

Zum Thema:
Selbstbestimmung: Muss ich mich als Christ selbst aufgeben?
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Datum: 23.04.2017
Autor: Rebekka Schmidt / J. Lee Grady
Quelle: Charisma News

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