Mirco

«Uns hilft das Gebet»

Die Geschichte des zehnjährigen Mirco sorgte auch bei uns in der Schweiz für Schlagzeilen. Kürzlich haben die Eltern Reinhard und Sandra Schlitter in der ARD-Sendung «Beckmann» berichtet,  wie der christliche Glaube ihnen in dieser schwierigen Situation Kraft und Trost gibt.

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Reinhard und Sandra Schlitter, Reinhold Beckmann und Nikolaus Schneider (v.l.) sprachen in der ARD über die Kraft des Glaubens.
«Nur ihr Glaube hat ihnen Halt gegeben.» Mit diesen Worten kündigte Moderator Reinhold Beckmann in seiner ARD-Sendung die Eltern des im September ermordeten Mirco an. Gefasst, fast schon zuversichtlich, berichteten die Christen von Ihrem Schicksal und der Kraft, die Gott ihnen gibt.

Ihr Sohn Mirco war am 3. September entführt und am 26. Januar tot aufgefunden worden. Während der fünf Monate der Ungewissheit habe man sich jeden Abend mit anderen Christen zusammengesetzt, die Bibel gelesen und intensiv gebetet, so die Eltern.

Sandra Schlitter erklärte, dass sie täglich Kraft aus dem Bibellesen und dem Gebet ziehe: «Dort kann ich alle Lasten abgeben an Gott.» Immer wieder hätten Bekannte und Nachbarn ihr Erstaunen über die Gefasstheit des Paares geäussert. «Wir nehmen von Euch noch Kraft mit, dabei wollten wir euch doch tragen», hätten sie gesagt, berichtete Reinhard Schlitter.

Eltern treten als Nebenkläger auf

In der Zeit der Suchaktion habe man dafür gebetet, dass der Täter zur Erkenntnis komme und gestehe, sagte Sandra Schlitter. «Im Endeffekt ist das Gebet in Erfüllung gegangen.» Sie hätten den Täter von Anfang an gesegnet. Dennoch sei eine Verurteilung wichtig, denn Olaf H. – er ist selbst Vater von drei Kindern – habe Unverzeihliches getan.

Um potentielle Opfer zu schützen, solle er seine Strafe bekommen. Die Verurteilung sei aber Sache des Gerichts. Im Prozess wollen die Eltern als Nebenkläger auftreten. Laut Schlitter standen auch nach dem Bekanntwerden von Mircos Tod nicht die Zweifel an Gott im Vordergrund, sondern die Frage, warum er eine solche Gräueltat zulasse.

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«Gott gibt niemanden auf!»

Obwohl die Schlitters den Tod ihres Sohnes offensichtlich gut verarbeiten, graut es ihnen schon jetzt vor einem Moment: dem Zusammentreffen mit dem mutmaßlichen Täter vor Gericht. Sandra Schlitter sagte, sie habe vergeben, hege keinen Hass gegen ihn. «Er gehört schon weggesperrt. Ich glaube, dass Gott Wunder tun kann, aber irgendwo muss er da schon seine Strafe bekommen», sagte sie. Zögerlich erklärte Schneider: «Gott wird den Täter aus seinem Menschsein heraus nicht verdammen, aber er zieht auch zur Rechenschaft», und fügte hinzu: «Gott wird aber auch niemanden aufgeben.»

Präses Schneider: Vergebung ist keine «Sosse»

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Präses Nikolaus Schneider, nahm als Gast an der Sendung teil. Auch für ihn sei es ein Geheimnis, warum Gott so etwas zulasse, sagte er.
Im Blick auf Olaf H. äusserte er: «Gott liebt alle Menschen, auch den Täter, und wird ihn aus seinem Menschsein nicht verdammen.» Obwohl Gott niemanden aufgebe, sei Vergebung «nicht eine Sosse, die man über alles schüttet». Der Täter müsse mit Gott die Verantwortlichkeit klären. «So wie Sie von Ihrem Glauben sprechen, verstehe ich auch, dass Sie sagen, der Täter bleibt ein Mensch», zeigte er sich beeindruckt von der Vergebungsbereitschaft der Eheleute.

Schneider ging in der Sendung auch auf den Tod seiner jüngsten Tochter Meike ein: «Wir konnten nichts mehr halten, wir wurden gehalten.» Meike starb 2005 im Alter von 22 Jahren an Leukämie.

Zum Thema:
Warum lässt Gott Leid zu?

Datum: 23.04.2011
Quelle: idea/Pro

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