Moderne Technik

Personalmangel – nicht mit einem Hologramm-Prediger

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Pastor Tony Morgan (rechts) steht neben einer holographischen Figur.
Wie viel moderne Technik verträgt die Kirche? Darüber streiten derzeit Christen in den USA. Der Grund: Schon bald könnten Hologramm-Prediger in Mega-Kirchen Pastoren aus Fleisch und Blut ablösen. Die Hologramm-Technologie wurde kürzlich von Tony Morgan, Pastor der West Ridge Church nahe Atlanta, vorgestellt.

Mit der Technik der amerikanischen Firma Clark könne ein Pastor als dreidimensionale Figur von einem Ort an einen anderen projiziert werden, berichtet die Zeitung «Christian Post». Für die Gottesdienstbesucher sähe es so aus, als wäre die Person tatsächlich anwesend. Der Pastor könne so an einem Ort predigen und wäre an einem anderen als 3D-Figur zu sehen.

In seinem Blog erklärte Morgan, dass die Preise für die Technologie derzeit sänken und der Einsatz schon in zwölf Monaten möglich sein könnte. Vor allem für sogenannte Mega-Kirchen mit mehreren Standorten könne sie hilfreich sein.

Pastor im Wohnzimmer

Kritiker befürchten, dass die Möglichkeit, einen Pastor nach Belieben als Hologramm an andere Orte zu projizieren, die Gemeinschaft innerhalb der Gemeinden gefährden könnte. So kommentiert ein Leser den Blog-Eintrag von Morgan: «Wer braucht denn noch Gemeinschaft? Bald wird es mir möglich sein zu Hause in meinem Schlafanzug zu sitzen und meinen Pastor in meinem Wohnzimmer zu haben. Wer braucht denn noch einen Pastor? Wir können einen Hologramm-Prediger für die ganze Erde haben und müssten keine mehr bezahlen. Wo geht es mit der Kirche hin?»

Andere Kommentatoren sind begeistert und weisen darauf hin, dass die sogenannte «Avatar-Evangelisation» eine Chance für die Zukunft sei. Avatare sind graphische Stellvertreter einer echten Person in der virtuellen Welt. Sie kommen etwa in Computerspielen zum Einsatz. Mit der Avatar-Evangelisation könnten Menschen mit Hilfe holografischer Technologien vom Glauben erfahren - ohne dass ein Evangelist tatsächlich anwesend wäre.

«Die Celebrity-Kirche muss sterben»

Bisher setzten wachsende Mega-Kirchen vor allem Videos und MP3s ein oder nutzten das Internet, um an mehreren Standorten zugleich wahrgenommen zu werden und vernetzt zu sein. Schon das sehen viele Christen kritisch: Bereits 2008 erklärte der Pastor Bob Hyatt gegenüber der «Christian Post», der Einsatz derartiger Technologien lenke den Fokus der Zuhörer zu stark auf eine einzige Person. Hyatt nennt das «Celebrity-Kirche», also eine Kirche, die Berühmtheiten hervorbringt. Kirchen, die Stars produzierten, dürfe es aber nicht geben. Stattdessen gehöre es zur Aufgabe der Kirche, Menschen auszubilden und auszusenden, um andere zu erreichen.

Tony Morgan hingegen verteidigte den modernen Medieneinsatz im Gottesdienst: «Technologie ist keine Sünde. Technologie kann benutzt werden, um zu sündigen.» Sie könne aber auch genutzt werden, um das Evangelium weiterzugeben. «Ich denke, die Kirche muss Technologie einsetzen, wenn wir die Sprache der heutigen Kultur sprechen wollen», sagte Morgan.

Was ist ein Hologramm?

Als Hologramm bezeichnet man eine - in der Regel mittels Laserlicht hergestellte - fotografische Aufnahme, die nach Ausarbeitung und Beleuchtung mit gleichartigem Licht ein echtes dreidimensionales Abbild des Ursprungsgegenstandes wiedergibt. Die Motive scheinen bei der Betrachtung frei im Raum zu schweben. Bei seitlichen Bewegungen kann dabei auch um ein Objekt herumgesehen werden und es entsteht ein vollständig dreidimensionaler Eindruck.

Bei den letzten Präsidentenwahl in den USA hat der Nachrichtensender CNN mit einer neuen Technik aufgewartet, welche an die alten Star Wars Filme erinnert. Die Reporterin wurde mittels neuster Kameratechnologie holografisch ins zentrale Wahlstudio projiziert und gab ihre Kommentare ab.

Links zum Thema:
Artikel bei «Christian Post»
Blog

Quelle: Christian Post/Medienmagazin Pro/Livenet

Datum: 11.03.2010

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