Mission

Zukunft der Kirche

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Auf Lebenswelten eingehen: Michael Frost und sein Übersetzer in Aarau.
Kirche ist als Mission zu gestalten, mit Menschen, die Gott liebt. Kirche als Mission? Der Ansatz stellt den Betrieb der real existierenden Kirchen, die im Schilf der Postmoderne stehen, radikal in Frage. Er wurde am Wochenende an einer Konferenz in Aarau diskutiert.

Am Sonntag ist Kirche - und wenige gehen hin. Die meisten Schweizer schlafen aus, gehen spazieren, lesen Zeitung, sehen fern, treffen Freunde, widmen sich ihrem Hobby. Die alteingesessenen Kirchen kommen damit nicht klar. Dazu kommt in der Postmoderne, dass sich die verschiedenen Lebenswelten dramatisch verselbständigen - der Gang zur Kirche bleibt aus, ihr Programm lässt die meisten kalt. Was tun?

Gott in Bewegung...

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Im Workshop.
Die Vertreter der genannten missionalen Theologie suchen Kirche statt von Tradition und Geschichte von ihrer ursprünglichen Sendung (lateinisch: missio) her zu denken. Gott bleibt nicht bei sich: Christus ist sein Gesandter, der den Vater offenbart und Menschen sammelt und sendet. Der Auftrag Gottes, der durch Christus Menschen zu sich zieht, soll als Gemeinschaft gelebt und so zunehmend erfüllt werden.

...bringt Kirche voran

An einer Konferenz in Aarau bot das „Institut Gemeindebau und Weltmission" IGW am Wochenende Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit Gedanken, die namentlich in der sogenannten Emergent-Church-Bewegung in den USA getestet werden. Der australische Evangelist und Buchautor Michael Frost betonte in seinen Referaten, dass Mission als zentrales Organisationsprinzip von Kirchen gelten sollte. Nur so könnten sie Gottes Auftrag gerecht werden in einer Zeit, da säkularisierte Menschen nicht mehr „zurück zur Kirche" kommen.Frost fragte die Teilnehmenden: „Wann hast du Jesus zum letzten Mal gefragt: Zu wem hast du mich gesandt?"

Interview mit Michael Frost

Sonderwelten

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Incarnational, 'Fleisch werdend', soll das Evangelium vermittelt werden.
Die Kirche muss sich, so der Referent, aufmachen hin zu den Menschen, in ihre Lebenswelt. „Missionale Gemeinden gehen auf die Knie und flehen Gott an, ihnen zu zeigen, zu wem er sie gesandt hat." Dies müsse zuerst klar sein. Das Evangelium soll sich dann in zeitgemässen Formen von Gemeinschaft konkretisieren - ohne dass die bisherigen bekannten und bewährten Formen von Kirche dem im Wege stehen.

Frost schilderte eine Gruppe von Modellrennwagen-Freaks in seiner Heimatstadt, unweit der nächsten Kirche, einen ‚Stamm‘ mit eigener Kleidung und Sprache, mit speziellen Tattoos und Bräuchen. Ihnen Christus vorzustellen, werde weder mit einem Spezialgottesdienst noch mit einer Party noch mit einer für sie verfassten evangelistischen Broschüre gelingen. Wie wäre das, fragte Frost in seinem Vortrag, „wenn bei uns im Gottesdienst einige aufstünden und sagten: ‚Gott hat mir eine Last für diese Leute gegeben‘?"

Fünf Fragen von missionalen Gemeinden

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Pointierte Impulse für junge Christen: Teilnehmer am IGW-Kongress.
In seinem Vortrag am Donnerstag Abend legte Michael Frost anhand von fünf Fragen dar, wie Gemeinden missional vorgehen können:

1. Zu wem hat uns Gott gesandt?
2. Wer wird mit uns gehen?
3. Wo treffen wir sie an?
4. Wie sieht die universelle Herrschaft von Christus hier, an eben diesem Ort, unter diesen Leuten, aus?
5. Wie würde Kirche aussehen unter diesen Leuten, an diesem Ort?

Paradigmenwechsel

Zu den gegen 200 IGW-Studierenden, die an der ganzen Konferenz teilnahmen, stiessen am Donnerstag und Samstag Gemeindeverantwortliche, die ihre eigene Arbeit überdenken wollten. Ein Workshop mit dem Zürcher Theologieprofessor Ralph Kunz und drei Pfarrern überlegte, was missionale Impulse in der reformierten Landeskirche auslösen könnten. Kunz begrüsst den missionalen Ansatz als Herausforderung; die zentrale Stellung der Mission erfordere „einen Sprung über den eigenen volkskirchlichen Schatten".

Blog von Workshop-Referent Pfr. Thomas Schaufelberger

Mut zu Experimenten

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Die Leidenschaft des Evangelisten, der niemand aufgeben will: Michael Frost.
Freikirchenverantwortliche, die in den letzten Jahres experimentiert haben, fühlten sich von Michael Frost bestätigt. Dominik Zaugg von der Vineyard Liestal meinte gegenüber Livenet, dass die Leute auf Trab gehalten werden dürfen. Seine Gemeinde setzt auf Begegnungen und lässt alle zwei Monate einen Gottesdienst (Samstag Abend) ausfallen. Die Vineyard-Leute gehen stattdessen in Gruppen in die Stadt, um Menschen zu treffen und ihnen zu dienen. Allerdings fragt Zaugg, wie jene Gemeindeglieder, die nicht zu allem bereit sind, motiviert und auf dem missional-unkonventionellen Kurs mitgenommen werden können. IGW-Rektor Fritz Peyer zur Konferenz: Die Zukunft der Kirche im Blick
12 IGW-Thesen zur missionalen Theologie  

Bilder: Mike Bischoff 

Datum: 31.03.2009

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