Glaube, Liebe, Hoffnung

Nicky Gumbel in Winterthur

«Glauben hat Gründe. Wäre dem nicht so, wäre ich nicht Christ geworden. Ich selber war Anwalt. Meine Frau ist es. Mein Vater war Anwalt, meine Mutter ebenfalls. Genauso meine Grosseltern. Zwei meiner Kinder sind Anwälte. Und hätten wir eine Katze, so wäre sie auch Anwältin!» Der Entwickler der «Alpha»-Glaubenskurse, Nicky Gumbel, sprach in Winterthur. Zugehört für Livenet hat Bruno Waldvogel-Frei.

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«Heute frage ich mich, was ich von anderen Kirchen lernen kann»: Nicky Gumbel in Winterthur.
Den vielen Gästen wird schnell klar, warum Prinz Charles, Tony Blair, Steve Frost und unzählige VIPs gerne bei der anglikanischen Holy Trinity Brompton Kirche in London Halt machen. HTB, wie sie liebevoll von ihren Freunden genannt wird, ist die Wiege der Alpha-Glaubenskurse, Nicky Gumbel der Mann, der diesem Kurs den Stempel aufgedrückt hat. Dabei hat er viele Hände geschüttelt: dem Papst, dem orthodoxen Patriarchen, einem angehenden amerikanischen Präsidenten, Stars und Sternchen. Und der Arm von Alpha (in der Schweiz: Alphalive) reicht weit: von Abu Dhabi bis nach Zürich. 2 Millionen Kursteilnehmer sollen es 2009 gewesen sein, die den Kurs in einer der 111 Sprachen besucht  haben.

Scharfschützen finden Frieden

Angesichts dieser Superlative ist man etwas überrascht bei der ersten Begegnung mit Nicky Gumbel: Ausgebeulter Blazer statt Armani, unübersehbar in der hageren Grösse und irgendwie etwas schüchtern. Aber nicht mehr, wenn er in sein Element kommt. Und das ist er heute in Winterthur zweifellos. Bewegt berichtet er, wie hartgesottene Scharfschützen in der Begegnung mit dem Evangelium inneren Frieden finden. Auch Schweizerinnen und Schweizer erzählen, wie sie den christlichen Glauben neu entdecken und Veränderung erfahren.

Dank und kritische Fragen

Begonnen hat die Veranstaltung «Glaube, Liebe, Hoffnung» am frühen Nachmittag. Alphalive Schweiz hatte geladen, und viele sind nach Winterthur-Seen gekommen, auch Vertreter von Landes- und Freikirchen. Weihbischof Eleganti überbringt im Leiterforum die Grüsse der Bischofskonferenz und freut sich über die positiven Auswirkungen der Alphalive-Kurse, die ja auch in der katholischen Kirche durchgeführt werden. Dominik Reifler, reformierter Pfarrer und Schweizer Pionier in Sachen Alphalive, eröffnet die folgende ausgesuchte Runde von Kirchen- und Werk-Vertretern. Im Gespräch über die Kurse werden Erfahrungen und kritische Fragen ausgetauscht.

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Auch Weihbischof Marian Eleganti nahm am Treffen in Winterthur teil. Neben Nicky Gumbel seine Frau Pippa. (Foto: Richard Lüscher)

Glaubwürdig durch Einheit

Immer wieder gibt es zufriedene Gesichter, denn Gumbel ist ein höflicher und offener Kommunikator. Nein, Alphalivekurse würden keine eigene Denomination oder Glaubensgemeinschaften begründen und auch keine eigene Taufen durchführen, da die Kurse ja im Schosse der jeweiligen Kirchgemeinden angeboten und gemäss der eigenen theologischen Taufpraktiken gehandhabt würden. Später betont Gumbel die Wichtigkeit der Einheit zwischen den unterschiedlichen Kirchen. Denn das stärkste Argument für den Glauben sei noch immer die verbindende Kraft von Christus.

Früher, sagt Gumbel, habe er sich immer gefragt, was bei den andern, nicht-anglikanischen Kirchen nicht stimme, dass sie so anders seien. Seither habe er gelernt zu fragen, was die andern hätten, was ihm fehle. Anhand von Johannes 17 führt er aus, warum Einheit von Christen so wichtig ist: Einheit entsteht durch den Heiligen Geist, kommt durch Liebe, muss sichtbar werden und führt zuletzt immer hin zur Mission.

Weizen und Unkraut

Stellvertretend für den erkrankten Zürcher Kirchenratspräsidenten richtet Pfr. Andrea Bianca in der nachfolgenden Plenarveranstaltung die Grüsse der Zürcher Landeskirche aus. Der Kirchenrat begrüsse die Alphalive-Kurse sehr und freue sich über die Früchte, die daraus entstünden. Er hoffe, dass man trotz dieser Erfolge nicht voreilig – um es mit dem bekannten Gleichnis von Jesus zu sagen – Weizen und Unkraut trennen oder ausreissen wolle. Es brauche Geduld im Umgang miteinander, und Jesus, der Herr der Kirche, werde diese Arbeit am Ende am allerbesten leisten.

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Geballte Ladung Hip Hop: Rapper Sent.
Hip Hop und Mission im Alltag

Nach einem Sofagespräch am späten Nachmittag und einem festlichen Buffet platzt der Kirchgemeindesaal aus allen Nähten. Parallel dazu findet eine Jugendveranstaltung statt. Nach markigem Hip Hop von «Sent» und seiner Crew berichtet Hansjörg Leutwyler,  Zentralsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz, was Mission im Alltag für ihn bedeute: Zuerst einmal den andern Menschen in seiner Lebenswelt anzunehmen in Freundschaft und Liebe. Und dann sei es wunderbar zu erleben, wie die unterschiedlichen Glieder und Gaben innerhalb der Gemeinde zum Zuge kämen. Erneut  reihen sich dann Menschen auf, um zu berichten, wie sie in Alphalive-Kursen zum Glauben und zu Veränderungen gefunden hatten.

Dann noch einmal der Mann aus London, der von der berühmten nicht vorhandenen Advokaten-Katze zu berichten weiss, eigene unchristliche Fahrradmanöver beichtet und dergleichen mehr. Die Menschen hängen Nicky Gumbel an den Lippen. Egal was man nun darüber denkt – eines muss man ihm lassen: der Mann hat eine tiefe Leidenschaft für Jesus und sein Reich. Und ja: Im Himmel muss es wohl ziemlich fröhlich sein – zumindest in der englischen Sektion!

Webseite:
www.alphalive.ch

 

Datum: 09.11.2010
Autor: Bruno Waldvogel-Frei

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