Vortrag

Was Europas Christen von Afrikanern und Asiaten lernen müssen

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Christen sind berufen, Zeugen zu sein: George Kovoor
Wenn das Evangelium von Jesus Christus eine gute Nachricht, ja die Gute Nachricht ist, dann ist sie es für alle. „Dann schliesst sie auch Leute ein, die einen anderen oder gar keinen Glauben haben.“ Dies sagt George Kovoor, ein in Grossbritannien wirkender Theologe aus Indien. Kovoor hielt in Eisenach vor dem „Runden Tisch für Evangelisation in Deutschland“ einen provokativen Vortrag. Das idea Spektrum hat ihn zur Diskussion gestellt; hier Auszüge.

Kovoor, einer von vier Hofpredigern der Queen, fragt, warum Christen in Europa eigentlich Angst haben, andere bekehren zu wollen. Er unterstreicht, dass es der Heilige Geist ist, der Menschen zu Christus führt. Die Christen sind berufen, Zeugen zu sein.

„Wenn ich mir die Kirchen in Europa anschaue, ist meine grosse Sorge ihr Mangel an Freude.“ Als übten Christen zuerst, wie man frustriert ausschaut. Kovoor wünscht, dass die Kirchen hierzulande den Leuten helfen zu lächeln und zu lachen. „Freude kommt dann, wenn du verstanden hast, dass deine Sünden vergeben sind.“

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Die Kirche steht noch im Dorf – aber sie prägt die Gesellschaft nicht mehr.

Europa als abschreckendes Beispiel

Nach einem Ausflug in die Kirchengeschichte (die grossen Kirchenväter lebten in Nordafrika; „nur grosse Sünder wie Rudolf Bultmann… sind aus Deutschland gekommen) hält Kovoor fest, dass heute Tausende Missionare aus Ländern wie Südkorea und Brasilien ausgesandt werden. „Christen aus der Dritten Welt werden künftig Christen in Europa lehren… Heute kommt die intellektuelle Energie aus Asien und Afrika.“

Seinen Studenten in Birmingham stellt Kovoor die in Europas Hochschulen dominierende Theologie als Negativ-Modell vor; er sagt ihnen: „Wenn ihr möchtet, dass eure Gemeinde zugrunde geht, dann lernt europäische Theologie.“

Dankbar und kritisch

Der gebürtige Inder, der auch in Princeton gelehrt hat, anerkennt durchaus, was europäische Christen in den vergangenen Jahrhunderten in der Verbreitung des Evangeliums geleistet haben. Heute, sagt er, „müssen wir neu lernen, was es bedeutet, dem Geist Gottes zu gehorchen, damit Theologie wieder Leben hervorbringt, und dass Theologie Menschen befähigt, sich in der Gesellschaft um sie herum einzumischen.“

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Zurück zur Heiligen Schrift: Der Mensch braucht Nahrung für den Geist.
George Kovoor bewegte im letzten Dezember die Teilnehmer der Jugendmissionskonferenz Mission 04 in Bad Salzuflen mit Gedanken zum Jakobusbrief. Er bilanziert, dass in Europa seit der Aufklärung der menschliche Verstand an die Stelle Gottes gesetzt wurde. „Das hat dazu geführt, dass wir heute zwar noch eine Bibel besitzen, aber die Heilige Schrift verloren haben.“ Im Ganzen sieht der Theologe in den europäischen Gemeinden „eine grandiose Unwissenheit über die Bibel“, da sie zuwenig ernsthaft gelehrt werde. „Leute kommen hungrig in die Gemeinden, aber da werden sie nicht satt.“

Beten, was in der Zeitung steht?

Die Christen müssen sich verstärkt für Gerechtigkeit und eine gesunde Gesellschaft einsetzen, fordert Kovoor. Das gehe nur, wenn sie ihre Wahrnehmung der Welt nicht von den Medien und ihren Mächtigen bestimmen liessen. „Die Meinungsmacher sagen der Kirche, wofür sie beten soll. Die Gemeinde vergisst dabei, auf Gott zu hören und auf das, was der Heilige Geist sagt.“ Die armen Christen der Welt seien daran, der europäischen Kirche wieder zu zeigen, was Beten bedeute. Europa brauche Gemeinschaften, die feiern – weil Christen von Vergebung leben dürfen.

Quelle: Livenet/idea

Datum: 08.07.2004

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