20 Jahre IGW

Hoffen auf den Aufbruch in den Gemeinden

Das Institut für Gemeindeaufbau und Weltmission (IGW) feiert seinen 20. Geburtstag. Es feiert nicht nur seine Erfolge, sondern die beiden Schulleiter Fritz Peyer und Michael Girgis blicken auch selbstkritisch zurück.

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Die beiden Schulleiter Fritz Peyer und Michael Girgis
Mit 70 neuen Studierenden konnte das IGW das neue Studienjahr eröffnen. Das freut die beiden Studienleiter Fritz Peyer und Michael Girgis. Die meisten Studierenden wollten sich am IGW «das theologische Rüstzeug holen für das, was sie bereits tun», sagt Girgis. «Die Bibel kennen lernen und den Glauben vertiefen – das ist die Storssrichtung der Motivation», ergänzt Dr. Fritz Peyer in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin idea Spektrum Schweiz.

Drei-Kreise-Modell

Die IGW-Leiter sehen aber auch die Herausforderungen. Girgis: Wir haben unseren Auftrag breiter definiert. Bei der Mission konzentrieren wir uns jetzt auf drei Kreise: auf das Individuum, die Kirche und die Gesellschaft.» Daraus seien neue Produkte entstanden wie das «CAS Turnaround», ein zweijähriges Programm, mit dem Gemeindeleitungsteams in Veränderungsprozessen begleitet würden. Das IGW hat sich – insbesondere in der Praxisbegleitung – auch den Vorgaben der Bologna-Reform angepasst. «Bologna hat uns in die Hand gearbeitet», sagte Peyer.

Die Gemeinde mit Zukunft

Die beiden Schulleiter erkennen auch Lücken. So nutzten die Studierenden zwar die neuen Medien ganz selbstverständlich, doch an einer Förderung der aktiven Medienkompetenz hätten sie zuwenig Interesse. Das gleiche gelte für die Politik, obwohl das IGW das Interesse an gesellschaftlichen Fragen wecken wolle. Auch bezüglich des zweiten Wirkungskreises, der Kirche, ist das Ziel laut Girgis noch nicht erreicht worden, denn es habe noch keinen Aufbruch gegeben. Der Grund liege wohl darin, dass viele Gemeinden «ihre Mission verpasst haben», nämlich nicht Kirche für sich, sondern Kirche für Andere zu sein. Auch seien viele Gemeinden noch nicht bereit, die theologischen Fragen von heute neu zu überdenken. Zukunft habe eine Gemeinde, «die es schafft, ihr Umfeld zu erfassen, dessen Nöte aufzugreifen und passende Antworten zu finden.» Chancen hätten vor allem Kirchen, welche auf Beziehungen und traditionelle Werte setzen, denn diese stünden bei jungen Leuten hoch im Kurs, bemerkt Fritz Peyer.

Verändertes Berufsbild und viel Konkurrenz

Erfreulich fällt dagegen die Bilanz im Blick auf die Tätigkeit der Absolventen aus. Eine Unersuchung der letzten 15 Jahre habe ergeben, dass 75% der Absolventen in einem geistlichen Dienst stehen, erwähnt Girgis. Zurzeit werde auch die Ausbildungspartnerschaft mit dem ICF College ausgebaut. Im Fluss befindet sich laut Girgis das Berufsbild der Studierenden. Sie wünschen sich vermehrt Modelle mit Team- und Teilzeitarbeit. Grösste Knacknuss für die bestehenden evangelischen Ausbildungsstätten sei die grosse Konkurrenz. Zwischen Basel und Zürich gebe es heute mindestens 11 Ausbildungsstätten

Weitere Infos:
Idea Schweiz näher kennen lernen
Das Institut für Gemeindeaufbau und Weltmission (IGW)

Datum: 15.09.2011
Quelle: Idea Spektrum Schweiz

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