«Ich bin Protestant»

Der Agnostiker, der auch betet

Frank A. Meyer hat zu allem eine profilierte Meinung, auch zu Kirche, Glaube und Religion. In einem Interview erklärt er sich zudem als Ökumene-Gegner und begründet die Erfolglosigkeit des Islams.

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Frank A. Meyer
Der Publizist Frank A. Meyer bezeichnet sich dezidiert als Protestant. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie, genoss er zwar keine religiöse Erziehung, betete aber als Kind zum Heiland, wie er der reformierten Zeitschrift «bref» vom 21. April erzählt. Auch heute betet er noch, aber nur, wenn es ihm gut gehe, sagt er. Obwohl er nicht genau weiss, zu wem er dann betet, denn er definiert sich als Agnostiker.

Deutsch und deutlich

Interessant sind seine Meinungen zu religiösen Fragen allemal. So hält er nichts von Ökumene, denn die Konfessionen sollten ihre Konturen behalten und nicht einebnen. «Konturen bedeuten Orientierung», so sein Credo.

Hohe Wertschätzung hat der in Berlin lebende Publizist für Martin Luther. Luther habe deswegen Erfolg gehabt, weil er eine klare Sprache gesprochen habe. «Er sprach zu den Gläubigen deutsch – und deutlich.» Und er setzt nach: «Verführung durch Klarheit ist die einzig akzeptable Verführung.»

Identitäten nicht einebnen

Überhaupt gefällt es Meyer, wenn Meinungen und Gegenmeinungen aufeinander treffen. Das «christliche Neben- und Gegeneinander» sieht er deshalb positiv. «Es gibt eine katholische und eine protestantische Identität.» Das bedeutet auch: «Katholiken und Protestanten sollen ihren eigenen Kanon pflegen. Gemeinsam haben wir die christliche Prägung unserer Gesellschaft, das freiheitliche Dach, unter dessen Schutz Menschen, die über die Gabe der Skepsis verfügen, miteinander debattieren und streiten.»

Jüdisch-christliche Werte als Ursprung

Moderne westliche Gesellschaften gründen laut Frank A. Meyer nicht auf der Aufklärung, sondern primär auf der Reformation, die den Menschen aus der damaligen Unmündigkeit herausgeführt habe, indem er die Bibel lesen konnte. Meyer ist überzeugt: «Es ist eine Tatsache, dass das normative Selbstverständnis der Moderne im Christentum gründet.» Später setzt er nach: «Die Aufklärung, die Parole 'Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit' und die bürgerliche Revolution fussen auf säkularisierten jüdisch-christlichen Werten.»

Die Wurzeln der Erfolglosigkeit des Islams

Darin gründet auch seine dezidierte Ablehnung des Islams, in dem keine Fragen gestellt und nicht gestritten werden darf. Er spricht von einer «hermetisch verschlossenen Gläubigkeit» und stellt fest: «Keine der Gesellschaften, die heute durch den Islam beherrscht oder grundiert sind, kennt eine kompetitive Wirtschaft, keine kennt ein modernitätstaugliches Schulsystem oder relevante Universitäten... Auch finden sich in der islamischen Welt keine moderne Gesellschaftsformen: keine rechtsstaatlich verfasste Demokratie. Der Islam ist ein Elend für die Welt, vor allem aber ein Elend für die Menschen, die ihm unterworfen sind.» Zudem habe er ein grosses Problem mit der Gleichheit der Geschlechter. Meyer wendet sich daher dezidiert gegen alle Bestrebungen, Muslimen eigene kulturelle Räume zu verschaffen. Denn sie sollten hier nicht wieder dem gleichen Elend unterworfen werden, dem sie entronnen sind.

Keine Entschuldigung für inkompetente Kollegen

Frank A. Meyer nimmt auch Stellung zum Phänomen, dass heute viele Journalisten über Kirche und Religion schreiben, ohne viel darüber zu wissen. Die Entschuldigung, dass die Kollegen vielleicht aus wirtschaftlichen und zeitlichen Gründen wenig Möglichkeiten haben, sich das nötige Rüstzeug anzueignen, lässt er nicht gelten. Er entgegnet dazu, und da zeigt sich auch sein Selbstverständnis als Protestant: «Der Mensch ist selbst verantwortlich für sein Wissen, sein Bewusstsein, vor allem für sein Tun. Erst recht, wenn er den Beruf des Journalisten ausübt!»

Zum Thema:
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Datum: 25.04.2017
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet

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