Belohnung für Anstrengungen

Neuapostolen sind Gast in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen

Die Neuapostolische Kirche (NAK) in der Schweiz ist von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (AGCK) in den Gaststatus aufgenommen worden. Nun steht ihr eine fünfjährige Bewährungszeit bevor.

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Von links: Apostel Volker Kühnle (NAK), Pfarrerin Rita Famos (AGCK-Präsidentin), Apostel Heinz Lang (NAK) und Bischof Charles Morerod (AGCK-Vizepräsident) am 9. April 2014 in St. Gallen.
Die Delegierten der Plenarversammlung haben den Antrag des Präsidiums am Mittwoch, 9. April, an ihrer Sitzung in St. Gallen einstimmig angenommen, wie die Arbeitsgemeinschaft am Donnerstag, 10. April, mitteilte.

In den letzten Jahren habe die Neuapostolische Kirche «massgebliche Anstrengungen in der Ökumene» unternommen, heisst es in einer Presseerklärung. Daher habe das Präsidium der AGCK CH der Plenarversammlung den Antrag auf Aufnahme in den Gaststatus empfohlen.

Nach fünf Jahren werden beide Seiten die Erfahrungen mit dem Gaststatus überprüfen. Insbesondere wird die AGCK die Entwicklung der NAK international und die ökumenische Zusammenarbeit der lokalen NAK-Gemeinden beobachten. Die gemeinsame Gesprächkommission wird ihre Arbeit weiterführen.

Zustimmung zur Charta Oecumenica

«In den Gesprächen zeigte sich, dass die NAK die Charta Oecumenica ohne Einschränkungen unterzeichnen könnte», erklärt Pfarrerin Claudia Haslebacher, Präsidiumsmitglied der AGCK CH und Vorsitzende der Kommission AGCK-NAK. «Damit war ein wichtiges Kriterium für die Gastmitgliedschaft erfüllt.

Die AGCK stimmte dem Gaststatus «aufgrund von früheren Erfahrungen mit anderen Kirchen und der festen Überzeugung zu, dass gemeinsame Gespräche und eine Zusammenarbeit eine Öffnung weiter fördern werden», sagt Claudia Haslebacher.

«Jedes neue Gastmitglied der AGCK bringt einen neuen Horizont, neue Themen und Schwerpunkte mit in die Arbeitsgemeinschaft, das belebt auch den Diskurs unter den bisherigen Mitgliedern. In diesem Sinne bin ich gespannt auf die neuen Themen, die mit der NAK in die AGCK eingebracht werden», erklärt Pfarrerin Rita Famos, Präsidentin der AGCK CH. «Ein Diskurs verändert immer beide Partner. Die AGCK hofft mit der Aufnahme der NAK in den Gaststatus die Bewegung hin zu einer ökumenischen Öffnung der NAK zu unterstützen.»

Apostel Heinz Lang, Vize-Kirchenpräsident und Leiter der Gesprächskommission NAK Schweiz, betont: «Die NAK hat in ihrem Kontakt zu anderen Kirchen und christlichen Gemeinschaften seit Jahren einen bedeutenden Entwicklungsprozess vollzogen. Auf der Basis der Charta Oecumenica wollen wir unseren Beitrag leisten, das Evangelium Jesu Christi gemeinsam mit anderen gläubigen Christen weiter zu tragen».

Sorgfältige Vorbereitung

Dem Schritt sind nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz intensive Abklärungen vorausgegangen. Gemeinsame Gespräche mit der Neuapostolischen Kirche haben seit 2002 stattgefunden. Dabei wurden auch Sonderlehren zur Kirchenleitung und dem Entschlafenenwesen intensiv diskutiert.

Seit 2007 klärte eine Kommission im Auftrag der AGCK CH, ob und in welcher Form eine Zusammenarbeit zwischen AGCK und NAK möglich wäre. Dabei wurden auch die beiden Experten Professor Georg Schmid und Rolf Weibel beigezogen.

Der Weg der NAK mit der AGCK wird durch jährliche Fachgespräche begleitet. Dazu wird in fünf Jahren geprüft, wie sich der Prozess entwickelt.

Webseiten:
AGCK
Neuapostolische Kirche

Zum Thema:
Neuapostolische Kirche: Was bedeutet die Anerkennung in Basel?
Basel-Stadt: Leichtfertige Anerkennung von Religionsgemeinschaften?
Gelebte Ökumene: Katholiken und Reformierte nutzen Kirchen gemeinsam


Quelle: Livenet / Kipa

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