Kirchen in Europa

«Verpflichtung zur gemeinsamen Verkündigung»

«Kirchen, die miteinander das Evangelium verkündigen, werden glaubwürdiger.» Dies sagte Gottfried Locher, Ratspräsident des Kirchenbunds SEK, am 9. Mai 2011 anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Unterzeichnung der Charta Oecumenica.

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10 Jahre Charta Oecumenica: Podium mit den Generalsekretären von CCEE und KEK, Duarte da Cunha und Viorel Ionita, dem Freiburger Uni-Rektor Guido Vergauwen und Metropolit Jérémie, der 2001 im Namen der KEK die Charta unterzeichnete.
Die Charta Oecumenica, eine Selbstverpflichtung europäischer Kirchen, wurde 2001 von den Vorsitzenden der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) unterzeichnet. Mit der Charta brachten die älteren Kirchen des Kontinents ihren Willen zum Ausdruck, jenseits aller Unterschiede das Evangelium miteinander zu bezeugen.
Die Kirchen erklärten ihren Willen, «gemeinsam das Evangelium durch Wort und Tat für das Heil aller Menschen zu verkündigen» und auf die sichtbare Einheit der Kirche hinzuwirken. Der Untertitel der Charta lautet: «Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa». Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) unterzeichneten das Dokument im Januar 2005.

Dialog und Zusammenarbeit als Aufgabe

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Die Veranstaltung endete mit einem Abendgebet der Kirchenvertreter aus ganz Europa.
«Mit der Charta verpflichten sich die Kirchen zum Dialog und zur Zusammenarbeit.» Dies unterstrichen Bischof Norbert Brunner, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, und Gottfried Locher vom Kirchenbund (SEK) zum 10-Jahre-Jubiläum, das in eine Zeit abgekühlter ökumenischer Beziehungen zwischen Rom und den Protestanten fällt. Die Universität Freiburg führte am 9. Mai 2011 eine Veranstaltung mit Erfahrungsberichten und Workshops durch.

Der Kirchenbund nehme die Verpflichtung zur gemeinsamen Verkündigung ernst, sagte Locher laut der Homepage des SEK. «Kirchen, die miteinander das Evangelium verkündigen, werden glaubwürdiger.» Es gelte deshalb, trotz aller Widerstände unerschrocken über die Konfessionsgrenzen hinweg Schritte aufeinander zu machen. «Die zahlreichen Selbstverpflichtungen der Charta Oecumenica sollen mehr werden als schöne Worte», so Locher. «Sichtbare Einheit wächst nicht primär durch äusserliche Strukturen, sondern durch innere Glaubenskraft unserer Kirchen.»

Dokument auch für das Selbstverständnis von Gemeinden

Auch zehn Jahre nach Unterzeichnung warten wichtige Teile der Charta auf ihre Umsetzung. Bischof Norbert Brunner hob mit Blick auf die Schwierigkeiten in der Ökumene hervor, dass «die Charta mit Recht Dialog und Zusammenarbeit nicht als Selbstzweck sieht, sondern als Voraussetzungen, um das Ziel der ökumenischen Bewegung zu erreichen: die Menschheit in der einen Kirche Jesu zu sammeln.»

SEK-Ratspräsident Locher sieht die Charta als Dokument auch für die kirchliche Basis. «Ich freue mich über Kirchgemeinden, in welchen die Charta gelebt wird und Teil des kirchlichen Selbstverständnisses geworden ist. Das war die Absicht und Hoffnung der Übereinkunft vor zehn Jahren.»

Datum: 13.05.2011
Quelle: Livenet / SEK

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