Muslime begrüssen Gespräch mit Minarettgegnern

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Kirche und Minarett
Verantwortliche von Freikirchen und der Evangelischen Allianz wollen kein Minarettverbot in der Verfassung, aber auch keine Minarette. Nun versuchen sie zwischen den Minarettgegnern und den Muslimverbänden zu vermitteln. Muslimorganisationen zeigen sich an einem solchen Gespräch interessiert.

An einem runden Tisch sollen Vertreter der Minarett-Initiative und der Muslimorganisationen unter Vermittlung der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) und des Freikirchenverbandes (VFG) die Fragen ausdiskutieren können. Ziel, so der «Traum der SEA», wäre, dass die Minarettgegner ihre Initiative zurückziehen würden. Im Gegenzug sollten die Muslime freiwillig auf den Bau von neuen Minaretten verzichten.

Gesprächskultur

In einem Brief, der vor Weihnachten an das Initiativkomitee gegen Minarette und an muslimische Dachorganisationen verschickt wurde, werden diese zum Dialog eingeladen. Man sei bereit, in solchen Gesprächen zu vermitteln, schreiben Vertreter von Freikirchenverbänden und Evangelischer Allianz. Ein runder Tisch könnte der «Anfang eines gemeinsamen Weges sein, auf dem sich eine neue Art Gesprächskultur entwickelt», heisst es weiter im Brief.

Thomas Bucher, Präsident der SEA, möchte mit der Vermittlungsaktion vor allem mehr Verständnis schaffen. «Die Muslime wissen nicht, welche Angst sie bei vielen Menschen auslösen, und die Christen wissen nicht, woher ihre Ängste kommen», sagt Bucher.

Gesprächsbereitschaft

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Thomas Bucher
Muslimorganisationen zeigen sich an einem solchen Gespräch grundsätzlich interessiert. «Ein Gespräch ist immer besser, als wenn man seine Position auf Vermutungen aufbaut», sagt etwa Halit Duran, Präsident des Verbandes Aargauer Muslime. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Muslimorganisationen in der Schweiz solche Gespräche prinzipiell ablehnen würden. Von den Gesprächspartnern wünsche er sich allerdings die Ehrlichkeit und die Bereitschaft zum Zuhören. Es dürfe nicht nur darum gehen, eigene politische Interessen zu legitimieren.

Die Muslimverbände könnten das Versprechen, heute und in Zukunft auf Minarette grundsätzlich zu verzichten, wohl kaum so generell geben, meint Duran. Von Fall zu Fall wäre aber ein Verzichten durchaus zu prüfen. Muezzine (Gebetsrufer) sind dagegen laut Duran kein Thema und werden von keiner Islamorganisation in der Schweiz gefordert. Für den Vertreter der Aargauer Muslime hat dagegen der Bau von Minaretten durchaus auch einen positiven Aspekt: «Jede Gemeinschaft, die ein Minarett baut, exponiert sich und zeigt damit den Willen, Offenheit und Vertrauen zu schaffen.»

Heikle Gespräche

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Halit Duran
Verantwortliche von Freikirchen und SEA sehen in der Initiative zum Verbot von Minaretten einen Verstoss gegen die Grundfreiheiten. Das Problem der Initiative sei nur gegen eine Religion gerichtet und verstosse damit gegen das Prinzip der Religionsfreiheit, meint Peter Deutsch, Vizepräsident des Freikirchenverbandes und Rechtsanwalt.

Der Appell der evangelischen Verbandsleiter an die Muslime, auf den Bau von Minaretten zu verzichten, zeigt, wie heikel das Thema für sie ist. Mit dem klaren Nein zur Minarett-Initiative könnte nämlich besonders der Freikirchenverband auch auf eine gewisse Distanz zur eigenen Basis gehen. Aus freikirchlichen Kreisen kommen oft Stimmen, die sich für die Initiative aussprechen. Dies zeigte eine Auseinandersetzung zwischen Freikirchenverantwortlichen und freikirchlichen Vertretern im Initiativkomitee im letzten Herbst. Bisher seien allerdings bei SEA und VFG auf den Vermittlungsvorstoss von freikirchlicher Seite noch wenige Reaktionen eingegangen, heisst es bei den Verantwortlichen.

Datum: 18.01.2008
Autor: Thomas Hanimann
Quelle: ideaSpektrum Schweiz

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