Wissenschaftlich begutachten
Skeptiker überprüfen Wünschelrutengänger
Sie zweifeln hier und zweifeln dort: Die Mitglieder der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) nahmen auch Wünschelrutengänger kritisch ins Visier.
Einmal im Jahr lädt die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) Menschen ein, die von sich glauben, mit der Wünschelrute Wasser aufspüren oder ein Blatt Papier telekinetisch (durch Gedanken) bewegen zu können. 10.000 Euro können sie gewinnen, wenn sie den PSI-Test unter kontrollierten Bedingungen bestehen. Bislang konnte noch niemand das Geld kassieren.
Die GWUP-Mitglieder nennen sich Skeptiker und behaupten von sich, ungewöhnliche Behauptungen nicht vorschnell abzulehnen, sondern sie mit «wissenschaftlichen Methoden und Instrumenten kritischen Denkens» zu prüfen. Der Verein hat knapp 1000 Mitglieder.
Kritisch untersuchen
Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften setzt sich aus Wissenschaftlern aller Fachrichtungen und wissenschaftlich Interessierten zusammen. Ihre Berufe, Weltanschauungen und politischen Ansichten sind verschieden. Die GWUP-Mitglieder nennen sich Skeptiker. Sie betrachten nach eigenen Angaben ungewöhnliche Behauptungen mit Skepsis, lehnen sie aber nicht vorschnell ab, sondern prüfen sie mit wissenschaftlichen Methoden und den Instrumenten des kritischen Denkens.
Klinische Studien, etwa zur Überprüfung von heilerischen Fähigkeiten, sind den Skeptikern nicht möglich. «Dazu müssten wir medizinische Studien machen, das ist aufwendig und teuer», sagt GWUP-Geschäftsführer Martin Mahner. Möglich sei hingegen zu überprüfen, ob jemand durch das Betrachten eines Fotos erkennen kann, ob jemand herzkrank oder am Blinddarm operiert ist. Das lässt sich mit einem Ja oder Nein entscheiden.»
Nur ein Treffer
Wenn ein Wünschelrutengänger seine Kunst, Wasser aufzuspüren, überprüfen lassen möchte, dann wird er mit dem «1-aus-10-Verfahren» getestet. Dazu musste ein Wünschelrutengänger das Wasser in einem von zehn abgedeckten Behältern finden – in einem war Wasser, die übrigen waren leer.
Um den Test zu bestehen, waren bei 13 Durchgängen jeweils sieben Treffer gefordert. Der Kandidat erzielte einen Treffer – die mathematische Zufallserwartung lag bei 1,3. «Das sind alles keine Betrüger», sagt Mahner, sondern Menschen, die fest von ihren Kräften überzeugt seien. Beispielsweise habe nach seinen Erfahrungen jeder einzelne Wünschelrutengänger seine eigene, private Theorie dazu aufgestellt, weshalb das Experiment nicht geklappt hat. Miteinander kompatibel waren diese Theorien jedoch nicht. Jeder hatte eine andere Ausrede. «Schon daran kann man erkennen, dass etwas nicht stimmt», meint Mahner.
Anleitung zum kritischen Denken
Viermal im Jahr gibt die GWUP das Magazin «Skeptiker» heraus. Einmal im Jahr gibt es eine Tagung. Vorschriften, Empfehlungen oder Ratschläge gibt der Verein ganz bewusst nicht. «Bei uns finden Sie nur eine Anleitung zum kritischen Denken».
Das wollen wir beherzigen. Obwohl dieses Experiment von GWUP offensichtlich Wünschelrutengänger schlecht aussehen lässt, finden solche Leute dennoch immer wieder Wasserquellen. Woran liegt das? Nur Zufall – oder doch mehr?
Auf dem Portal von Horst Koch: «Aufklärung im Lichte der Bibel» will aus dieser Sicht auch andere Informationen über Wünschelrutengänger zu bedenken geben. Der Artikel «Im Bannkreis der Wünschelrute» geht beispielsweise auf die Frage ein: Was ist das für eine Kraft, die Wünschelruten ausschlagen lässt, ganz gleich, ob sie aus Holz oder Kupferdraht sind? Können nur medial begabte Menschen diese «Kraft» beanspruchen? Ist Rutengängerei wirklich nur ein Schwindel, oder steckt manchmal doch noch mehr dahinter?
Quelle: GWUP/Ärzte Zeitung/Livenet
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