Medizinmann findet Jesus

Als meine Hoffnungslosigkeit ein Ende nahm

3366 verschiedene Götter und Dämonen verhalfen ihm zu den übersinnlichen Kräften, mit denen er als Medizinmann wirkte. Doch als der Vietnamese Tran Dinh Ai seine Macht gegen Christen einsetzen will, scheint das nicht so recht zu gelingen. Wenig später wird ihm bewusst, warum. Und das stellt sein bisheriges Leben ganz schön auf den Kopf.

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Tran Dinh Ai und seine Frau Ruth Kim-Lan
Ich bin in einer streng buddhistischen Familie im Süden Vietnams aufgewachsen. Als Teenager wurde ich in den Tempel geschickt, um dort ein buddhistischer Mönch zu werden, das war der Wille meines Vaters. Ich sollte nicht für mich leben, deswegen nannten sie mich auch Tran Dinh Ai, das bedeutet: «Hör auf, die Welt zu lieben».

Vom Tempel zur schwarzen Magie

Mit 15 Jahren, nur ein Jahr, nachdem ich in den Tempel gezogen war, spürte ich, dass in den buddhistischen Lehren eine grosse Hoffnungslosigkeit mitschwang. Damit wollte ich nicht mein Leben verbringen. Ich trat aus dem Kloster aus und wandte mich etwas Mächtigerem zu: der schwarzen Magie. Ich wurde Medizinmann und diente 3366 Göttern. Sie gaben mir die Macht, andere zu heilen und zu beeinflussen. 

Die Konkurrenz schläft nicht

In den 1970er Jahren zogen viele christliche Missionare in unser Land. Zahlreiche Vietnamesen kamen zum Glauben an Jesus. Meine Schüler bedrängten mich: «Meister, du musst diese Kreuzzüge stoppen, sonst verlierst du noch alle deine Kunden.» Ich beschloss also, zu einem dieser Treffen zu gehen und durch meine dämonischen Kräfte zu stören. 

Ich war gespannt, welche Riten die Christen anwenden würden. Als sie in ihrem Gottesdienst ganz einfach nur zusammen sangen, aus der Bibel lasen und eine einfache Botschaft predigten, war ich fast überrascht. Sie sagten: «Wir wollen Vietnam keine neue Religion überstülpen, weil Religion wie eine Last ist. Aber Jesus hat gesagt: «Kommt alle zu mir, die ihr unter eurer Last leidet, ich will euch Frieden schenken».

Obwohl das alles so harmlos war, fühlte ich mich bedroht. Es ärgerte mich, wie viele Vietnamesen Christen geworden waren, sie würden meine Dienste nie mehr in Anspruch nehmen wollen. 

Der Kampf um die Macht

Also wandte ich mich an meine Dämonen. In diesem Gottesdienst rief ich tausend meiner Götter an. Doch am Ende der Versammlung musste ich feststellen, dass keiner von ihnen aufgetaucht war, um zu stören. 

Am nächsten Abend ging ich wieder in den Gottesdienst und rief dieses Mal 2000 Götter an. Aber es geschah nichts. Ich ging nach Hause, um zu fasten und zu allen 3366 Göttern zu beten. Ich beschwor sie, dass sie auftauchen mussten, um diese Treffen zu stören. Aber keiner von ihnen unternahm etwas.

Buddha und Jesus

Die Sache liess mich nicht los. Ich dachte über diese Christen nach, über den Buddhismus und Jesus und irgendwann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Buddha war ein guter und weiser Mann gewesen, aber Buddha war tot. Das mit Jesus war etwas ganz anderes. Jesus war nicht nur gut und weise gewesen, er war auferstanden und er lebt! 

Als mir die Sinnlosigkeit des Buddhismus augenscheinlich wurde, erkannte ich plötzlich, dass es nur einen Weg gibt: Jesus Christus. Es stand mir so deutlich vor Augen, dass ich wusste, ich muss zu Jesus gehören. Jetzt war mir auch klar, warum meine Götter nichts gegen Jesus unternommen hatten. Er war Gott und sie waren höchstens schlechte Kopien. 

Der Schritt bedeutete viel. Meine Familie warf mich raus und verstiess mich. Meine Freunde und Bekannte wollten nichts mehr mit mir zu tun haben. Doch Gott hatte mich frei gesetzt und ich fühlte mich so erfüllt wie nie zuvor in meinem Leben. 

Neues Leben als Christ

Im April 1975, nur zwei Tage bevor das gesamte Land an die Kommunisten fiel, wurde ich Pastor. Unter dem neuen Regime wurden Christen verfolgt und so beschlossen einige meiner christlichen Freunde und ich zu fliehen. Doch kurz vor meiner Flucht sprach Gott zu mir und sagte: «Höre auf, die Welt zu lieben.» Ich spürte, dass ich bleiben musste und hier in meinem Land den Menschen Hoffnung bringen sollte. Schon am nächsten Tag wurde ich von den Kommunisten festgenommen.

Mehr als zehn Jahre lang war ich im Gefängnis und in Umerziehungslagern. Der Kommunismus ist selbst eine Religion, und er duldet keine Konkurrenz. Gefängnisse in Europa sind wie Hotels gegen das, wie es in unserem Land ist. Ich schlief auf dem nackten Boden im Dreck. Oft bekamen wir nichts zu essen, so dass wir uns irgendwelche Pflanzen und Gräser rupfen mussten, um nicht zu verhungern. Es gab weder eine Zahnbürste noch Seife oder andere Hygieneartikel.

1980 kam ich aus dem Gefängnis und heiratete meine Frau Ruth Kim-Lan. Obwohl es in Vietnam immer noch nicht gestattet war, gründete ich 24 Kirchen und Gemeinden. Eines Tages wurde ich von der Polizei aufgegriffen und verwarnt, ich solle das bleiben lassen. Doch ich sagte ihnen: «Sehen Sie: Der Wasserbüffel ist dafür gemacht, um das Feld zu pflügen. Das Pferd ist gemacht um den Karren zu ziehen. Und der Prediger ist gemacht, um die gute Nachricht von Jesus zu verkünden.» Meine Antwort machte sie wütend, und sie drohten mir, mich wieder zu inhaftieren. Ich sagte nur: «Sie machen Ihre Arbeit und ich mache meine.» Einen Monat später wurde ich erneut festgenommen. Doch auch im Gefängnis konnte ich den Menschen die Hoffnung von Jesus erzählen. 

Noch weitere Male kam ich frei und wurde erneut festgenommen, doch die frohe Botschaft begleitete mich überall hin. Egal, wo ich war, lernten Menschen Jesus kennen und wurden dadurch froh und frei. Denn die Hoffnung und die Freude, die Jesus mit sich bringt, kann man nicht wegsperren.

Zum Thema:
Jesus - die Tour

Datum: 17.05.2013
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Godreports.com

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