Höhere Zahlen als angenommen

UK: Über 20 Prozent der Jugendlichen «überzeugte Christen»

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Eine neue Studie enthüllt Erstaunliches: Tausende von jungen Menschen in Grossbritannien werden Christen – 13 Prozent der Teenager entscheiden sich für den Glauben, weil sie eine Kirche besucht haben. 

Die Untersuchung wurde von der christlichen Jugendorganisation Hope Revolution Partnership in Auftrag gegeben. Sie enthüllte, dass die Zahl von jungen Christen in Grossbritannien viel höher ist als ursprünglich angenommen: 21 Prozent der Bevölkerung zwischen 11 und 18 Jahren bezeichnen sich als «aktive Nachfolger Jesu»; 13 Prozent sagen von sich, dass sie aktive Christen sind, die eine Kirche besuchen.

Eine Untersuchung des Gemeindewachstumsforschers Dr. Peter Brierley hatte 2006 ergeben, dass der Kirchenbesuch vor 11 Jahren noch die Hälfte dieser Zahl betragen hatte: 6 Prozent der 11- bis 14-Jährigen und 5 Prozent der 15- bis 18-Jährigen gaben damals an, die Kirche zu besuchen.

Besuch einer Kirche entscheidend

Rund 13 Prozent der Teenager gaben an, dass sie sich nach dem Besuch einer Kirche oder einer Kathedrale entschieden hätten, Christ zu werden. Der Einfluss von Kirchgebäuden war damit grösser als der Besuch einer Jugendgruppe, einer christlichen Hochzeit und als das Gespräch mit anderen Christen über ihren Glauben.

Jimmy Dale, nationaler Jugendbeauftragter der Church of England, erklärte, sein Team sei über diese Ergebnisse «schockiert» gewesen. Die Untersuchung war bereits im letzten Dezember durchgeführt worden, wurde aber erst jetzt veröffentlicht, weil Analysten meinten, ein solch hoher Anteil an Christen unter Jugendlichen könne nicht zutreffen. Dale: «Mein Team konnte es nicht glauben, dass die Zahl der Christen so hoch ist.»

Aber eine andere Studie, durchgeführt von der Organisation Youth for Christ (Jugend für Christus) kam zu ähnlichen Ergebnissen. Auch sie enthüllte, dass sich eine überraschend hohe Anzahl von jungen Menschen als Christen bezeichnen. «Es begeistert uns, diese Wärme und Offenheit unter jungen Menschen zu sehen – sie sind wirklich offen für den Glauben», sagte Dale weiter.

«Alte Methoden» am wirksamsten – Weckruf für Kirche

Die Studie enthüllte, dass neue Methoden der Jugendevangelisation der Kirche, so wie Jugend-Alpha oder Jugendgruppen, allein genommen weniger effektiv sind als Gebet oder der Besuch eines Kirchengebäudes. «Dinge, die für uns ein alter Hut sind, sind in Wirklichkeit echt effektiv», erklärte Dale. Einer von fünf Befragten erklärte, dass das Bibellesen wichtig gewesen sei, für 17 Prozent hatte der Besuch einer christlichen Schule eine Auswirkung und 14 Prozent erklärten, hinter ihrem Christsein stecke eine geistliche Erfahrung.

Dale: «Das ist ein echter Weckruf für die Kirche! Wir haben eine Masse von jungen Menschen, die mit ihrer Schulklasse eine Kirche besuchen, und das ist wirklich ein wichtiger Teil ihrer Entscheidung, Christ zu werden.»

Offene Kirchen wichtig

Es gibt etwa 16'000 anglikanische Kirchen, die noch in Betrieb sind. Offizielle Stellen der Church of England betonten, wie wichtig es sei, diese Kirchen und Kathedralen zugänglich zu lassen. Nur neun der 42 Kathedralen in Grossbritannien erheben im Moment Eintrittsgeld für den Besuch, aber finanzieller Druck könnte bewirken, dass mehr dazu gezwungen werden. Erhöhte Terrorgefahr ist ebenfalls ein Grund zur Besorgnis.

Der Bischof von Worcester, John Inge, ist verantwortlich für Kirchen und Gebäude und hält fest: «Das zeigt, wie wichtig offene Kirchen sind. Sie geben ein Gefühl der Stabilität und machen auch deutlich, dass der christliche Glaube die Menschen inspiriert hat, solche grossartigen Gebäude zu errichten.» Inge leitet eine Kampagne, Kirchgemeinden zu überzeugen, ihre Kirchen offen zu halten. Eine offene Kirche sei auch weniger in Gefahr, beschädigt zu werden, als eine geschlossene, in der Eindringlinge ungestört wirken könnten.

«Ich finde es extrem wichtig, dass Kirchen offen bleiben. Natürlich sind die Kathedralen die Edelsteine in der Krone, aber wenn ich an all die vielen jungen Leute denke, kann es genauso gut eine normale Dorfkirche sein, die sie inspiriert hat», fügte Inge hinzu.

Mehr Interessierte am Pfarramt

Die Kirche von England hat ebenfalls eine Zunahme von 14 Prozent bei den Interessierten am Pfarrdienst verzeichnet. In diesem Herbst werden 543 Männer und Frauen ihr theologisches Studium an den Colleges überall in England beginnen.

Zum Thema:
«Erstaunlich konform»: Wie glauben 17-Jährige?
Jugendstudien im Vergleich: Jugend setzt auf Entfaltung und Stabilität
«Angst aus-, Mut einatmen»: Englands Kirchen wachsen nach Terroranschlägen

Datum: 24.06.2017
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / The Telegraph

Kommentare

Es ist ermutigend, dass es auch solche Entwicklungen gibt. Danke für den Bericht.

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