Dem Leben entgegen

Jesus und die Fessel

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Fesseln schmerzen. Jesus kommt als Befreier und löst auch unsichtbare Fesseln. Was braucht es dazu?

Jeder Mensch soll die Chance zur Entfaltung erhalten. Darauf zielt die freiheitliche Gesellschaft, und darauf ist sie stolz. Manchen dienen Fesseln der Luststeigerung; sie werden spielerisch gewählt und gleich wieder abgelegt. Doch so frei wir uns gerne darstellen, sind wir nicht.

Mit einem auf Konsum und Genuss zielenden Verhalten geben wir uns selbst dran. Wir gehen Bindungen ein, die die persönliche Freiheit einengen oder ihr ein Ende bereiten: ein überzogenes Konto, eine Sackgasse in der Beziehung, Sucht, Phobien, geheime Praktiken. Manche Fesseln zeigen sich nach aussen, andere sind mit dem Auge kaum auszumachen. 

Erlöst nach 18 Jahren

Es zeichnet Jesus aus, dass er auch unsichtbare Fesseln erkennt. An einem Sabbat, dem jüdischen Ruhetag, begegnete er einer Frau, die sich nicht mehr aufrichten konnte. Ihr Rücken ist stark verkrümmt – seit 18 Jahren. Jesus ruft sie zu sich und sagt zu ihr: «Frau, du bist von deiner Krankheit erlöst.» Dabei legt er ihr die Hände auf. Und das Wunder geschieht: Sie richtet sich auf der Stelle auf. Von ganzem Herzen preist sie Gott, der sie geheilt hat.

Das Leiden hatte laut dem Arzt Lukas, der in seinem Evangelium darüber berichtet (Die Bibel, Lukas 13,10-17), in diesem Fall einen unsichtbaren Hintergrund: Ein Dämon hatte die Frau krank gemacht und niedergehalten.

Tag der Heilung

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Das Volk jubelt über die Befreiung der Frau aus ihrem Elend, doch der Leiter der Synagoge, in der das Wunder geschehen ist, streitet mit Jesus. Er hätte es gar nicht tun dürfen! Denn Heilen samt Händeauflegen ist Arbeit – also am Sabbat nicht erlaubt.

Jesus sagt ihm ins Gesicht, dass er ein Heuchler ist: «Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? Diese aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan volle achtzehn Jahre in Fesseln gehalten hat, musste sie nicht am Sabbat von dieser Fessel losgebunden werden?»

Jesus erkennt unsichtbare, auch durch einen Dämon bewirkte Fesseln. Er hat die Vollmacht, sie zu lösen. Und er tut es: Er heilt, weil er, von der Barmherzigkeit Gottes bewegt, die Menschen liebt. Er kann es tun, weil sich die Frau von ihm ansprechen lässt. Sie zeigte ihre Bereitschaft für Gott, indem sie die Gemeinschaft der Glaubenden gesucht hatte und sich in der Synagoge aufhielt. Und als es dann konkret wurde, war sie parat und liess sich von Jesus ansprechen.
 


Quelle: Jesus.ch

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