Worte des Lebens

Jesus und das Feuer

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Feuer fasziniert - wenn wir es kontrollieren können. Feuer von oben, zur eigenen Läuterung - nein danke. Aber darum geht es Jesus.

Jesus brennt für das Vorhaben Gottes, seine segensreiche Herrschaft auf der Erde auszubreiten. «Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie sehr wünschte ich, es wäre schon entfacht» (Die Bibel, Lukas, Kapitel 12, Vers 49). Was soll dieses heftige, erschreckende Bild? Es wirft unsere Vorstellung von einem Jesus, der Harmonie und Frieden will, über den Haufen.

Nicht ohne Feuer

Das Reich Gottes, seine Herrschaft, gibt es nicht ohne ‚Feuer‘. Feuer läutert Metalle und verbrennt Holz und Stroh. Im Feuer bleibt nur bestehen, was eine bestimmte dauerhafte Qualität hat. Feuer meint das richtende Handeln Gottes, das an den Tag bringt, was vor ihm bestehen kann (Lukas 3,17). Wie all die Herrlichkeit eines reichen Bauern mit seinen grossen Scheunen auf einen Schlag dahin ist, wenn er stirbt (12,20), so verzehrt das Feuer, was Menschen zu ihrem Komfort selbstgefällig aufgebaut haben.

Der Preis für den Durchbruch

«Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie sehr wünschte ich, es wäre schon entfacht!» Dieser Satz ist ein Echo auf eine Ankündigung von Johannes dem Täufer. Dieser hatte gesagt, der nach ihm kommende Messias werde mit Geist und Feuer taufen (Lukas 3,16).

Jesus unterhält sich mit seinen Freunden und Nachfolgern. Sie sollen Gottes Herrschaft ernsthaft und engagiert erwarten, ohne zu wissen, wann genau sie vollends eintritt (12,40). Jesus seinerseits möchte ihren Durchbruch beschleunigen. Aber ihm ist bewusst, dass er dafür unabsehbar leiden muss. «Ich muss eine Taufe empfangen, und wie ist mir bange, bis sie vollzogen ist» (12,50). Das Bild der Taufe steht dabei für ein Ertrinken im Wasser, im übertragenen Sinn für sein Sterben am Kreuz.

Zuerst Konflikt

Frieden und Harmonie? Wenn Gottes Herrschaft durch den Heiligen Geist kommt, einem Feuer gleich, bringt sie zunächst Spannung und Konflikt, weil der persönliche Einsatz gefordert wird. Jeder hat sich zu entscheiden.

«Meint ihr, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Zwietracht. Denn von nun an werden in einem Haus fünf entzweit sein, drei mit zweien und zwei mit dreien; entzweit sein werden Vater und Sohn, und Sohn und Vater, Mutter und Tochter, und Tochter und Mutter, Schwiegermutter und Schwiegertochter, und Schwiegertochter und Schwiegermutter» (12,51-53).

Was Gott vorhat und auf der Erde realisiert, geht nicht ohne Konflikt und Leiden ab. Aber Jesus brennt dafür, weil auf diese Weise das Leben der Menschen geläutert und die Güte und Gerechtigkeit Gottes deutlich wird.


Quelle: Jesus.ch

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