Bibelstudium: Matthäus 27,45-50

Der Tod Jesu

45 Um die Mittagszeit dieses Tages wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel. Diese Finsternis dauerte drei Stunden. 46 Gegen drei Uhr rief Jesus laut: «Eli, Eli, lama sabachthani?» Das heisst: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?»3 47 Einige von den Herumstehenden hatten ihn aber falsch verstanden. Sie meinten, er rufe den Propheten Elia. 48 Einer von ihnen holte schnell einen Schwamm, tauchte ihn in Essig, steckte ihn auf einen Stab und wollte Jesus trinken lassen.4 49 Aber die anderen sagten: «Lass doch! Wir wollen sehen, ob Elia kommt und ihm hilft.» 50 Da schrie Jesus noch einmal laut auf und starb.

Übersetzung: Hoffnung für Alle

Kommentar

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27,45 Alle Leiden und Beschimpfungen, die er von Menschen zu ertragen hatte, waren verglichen mit dem, was ihn nun erwartete, verhältnismässig harmlos. "Von der sechsten Stunde an" (Mittag) "bis zur neunten Stunde" (15 Uhr) "kam eine Finsternis", und zwar nicht nur über das Land Palästina sondern auch über seine heilige Seele. Während dieser Zeit trug er den unbeschreiblichen Fluch für unsere Sünden. In diesen drei Stunden war die Hölle zusammengefasst, die wir eigentlich verdient hätten, der Zorn Gottes gegen alle unsere Übertretungen. Wir sehen das nur sehr schwach, wir können einfach nicht wissen, was es für ihn bedeutet haben muss, Gottes gerechte Ansprüche an den Sünder zu erfüllen. Wir wissen nur, dass er in diesen drei Stunden den Preis bezahlte, die Schuld beglich und das Werk zur Errettung der Menschheit vollendete.

27,46 Etwa um 15 Uhr "schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli, Eli, lama sabachthani? Das heisst: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Die Antwort finden wir in Psalm 22,4: "Du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels." Weil Gott heilig ist, kann er Sünde nicht einfach übersehen. Im Gegenteil, er muss sie bestrafen. Der Herr Jesus hatte keine eigene Sünde, aber er nahm unsere Sünden auf sich. Als Gott, der Richter, hinabblickte und unsere Sünden auf ihm, dem sündlosen Opfer, liegen sah, zog er sich von dem Sohn seiner Liebe zurück.

27,47.48 Als Jesus schrie: "Eli, Eli ...", meinten "einige von den Umstehenden", er rufe Elia. Ob sie ihn wirklich nicht verstanden hatten oder ob sie ihn verspotteten, ist nicht klar. Einer "nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken". Nach Psalm 69,22 war das kein Liebesdienst, sondern zählte zu seinen Leiden.
27,49 Die meisten meinten, man solle warten, ob Elia die Rolle erfüllen würde, die die jüdische Tradition ihm zuschrieb - nämlich den Gerechten zu Hilfe zu kommen. Aber es war nicht die Zeit der Wiederkehr Elias (Mal 3,23), sondern der Zeitpunkt des Todes Jesu.

27,50 Nachdem Jesus "wieder mit lauter Stimme" geschrieen hatte, gab er den Geist auf. Der laute Schrei zeigt, dass er in Kraft und nicht in Schwäche starb. Die Tatsache, dass er seine Geist aufgab, unterscheidet seinen Tod von allen anderen. Wir sterben, weil wir sterben müssen, er starb, weil er sich dazu entschieden hatte. Hat er nicht gesagt: "Ich lasse mein Leben, um es wiederzunehmen. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wiederzunehmen" (Joh 10,17.18)?

Der Schöpfer des Universumswurde als Mensch für den Menschen zum Fluch gemacht.
Den Anspruch des Gesetzes Gottesbezahlte er bis zum letzten.
Seine heiligen Hände hatten den Zweiggeschaffen, der die Dornen hervorbrachte, die seine Stirn krönten.
Die Nägel wurden aus Minen gewonnen,deren Verstecke er angelegt hatte,
Er hatte auch den Wald geschaffen, indem der Stamm wuchs, an dem sein Leib dann hing.
Er starb an einem hölzernen Kreuz und hatte doch den Berg gemacht, auf dem es stand.
Der Himmel, der sich über ihm erdunkelte, war von ihm über der Erde ausgebreite worden.
Die Sonne, die sich vor seinem Angesicht verbarg, wurde durch seinen Befehl ans Firmament geheftet.
Der Speer, der sein kostbares Blut vergoss, wurde in den Feuern Gottes geschmiedet.
Das Grab, in das sein Leib gelegt wurde war in einen Fels gehauen, den seine Hand bereitet hatte.
Der Thron, auf dem er jetzt erscheint, gehörte ihm von Anbeginn der Welt.
Aber neue Herrlichkeit krönt sein Haupt, und vor ihm soll sich jedes Knie beugen. F. W. Pitt


Quelle: Kommentar zum Neuen Testament - William McDonald

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