Bibelstudium: Markus 15,22-32

Die Kreuzigung

22 Sie brachten Jesus nach Golgatha; das bedeutet Schädelstätte. 23 Dort wollten die Soldaten ihm ein betäubendes Getränk geben: Wein mit Myrrhe. Aber Jesus wollte nichts davon trinken. 24 Dann nagelten sie ihn an das Kreuz. Seine Kleider verlosten sie unter sich. 25 Es war neun Uhr morgens, als sie ihn kreuzigten. 26 Über ihm wurde ein Schild angebracht, auf dem man lesen konnte, weshalb er verurteilt worden war. Darauf stand: «Der König der Juden!» 27 Mit Jesus wurden zwei Verbrecher gekreuzigt, einer rechts, der andere links von ihm. 28 Damit erfüllte sich die Vorhersage des Propheten Jesaja: «Er wurde zu den Verbrechern gezählt.»1 29 Die Leute, die am Kreuz vorübergingen, beschimpften ihn und spotteten: «So! Den Tempel wolltest du zerstören und ihn in drei Tagen wieder aufbauen? 30 Jetzt rette dich selber und komm vom Kreuz herunter!» 31 Auch die Hohenpriester und die Schriftgelehrten standen voller Schadenfreude unter dem Kreuz und verhöhnten Jesus: «Anderen hat er geholfen, aber sich selbst kann er nicht helfen! 32 Dieser Messias, dieser König von Israel, soll er doch vom Kreuz heruntersteigen! Dann wollen wir an ihn glauben!» Ebenso verspotteten ihn die beiden Männer, die mit ihm gekreuzigt worden waren.

Übersetzung: Hoffnung für Alle

Kommentar

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Der Geist Gottes beschreibt die Kreuzigung einfach und ohne Gefühlsüberschwang. Er beschreibt weder ausführlich die ausserordentliche Grausamkeit dieser Art der Hinrichtung noch die Leiden, die mit ihr verbunden waren.

Der genaue Ort, an dem die Kreuzigung stattfand, ist heute unbekannt. Obwohl die Stelle, wo die Kreuzigung nach der Überlieferung stattfand, nämlich bei der Grabeskirche, heute innerhalb der Mauern Jerusalems liegt, sagen diejenigen, die sie für die richtige Stätte halten, dass sie zur Zeit Christi ausserhalb der Mauern lag. Ein anderer Ort, der vorgeschlagen wurde, ist "Gordons Golgatha", nördlich der Stadtmauer in der Nähe eines Gartens gelegen.

15,22 Golgatha ist die aramäische Bezeichnung für Schädel. Das Wort "Kalvarienberg", das im Deutschen seltener verwendet wird, stammt aus dem Lateinischen. Vielleicht sah der Ort einem Schädel ähnlich oder erhielt seinen Namen, weil er eine Hinrichtungsstätte war.

15,23 Die Soldaten boten Jesus "mit Myrrhe vermischten Wein" an. Das war eine Art Droge, die seine Sinne benebelt hätte. Er war jedoch entschlossen, die Sünden der Menschheit bei vollem Bewusstsein zu tragen, und wollte das Getränk deshalb nicht annehmen.

15,24 Die Soldaten spielten um die Kleider der Gekreuzigten. Als sie das Gewand des Retters nahmen, nahmen sie ihm seinen ganzen irdischen Besitz.

15,25-28 Es war nun 9 Uhr morgens, als sie ihn kreuzigten. Über seinem Kopf hatten sie die Inschrift "Der König der Juden" angebracht. (Markus gibt nicht die gesamte Inschrift wieder, sondern beschränkt sich auf die Hauptaussage, s. Matth 27,37; Lk 23,38; Joh 19,19.) Zwei Räuber wurden mit ihm gekreuzigt, auf jeder Seite einer - wie Jesaja vorausgesagt hatte, dass er in seinem Tod zu den Verbrechern gezählt werden würde (Jes 53,12).21)

15,29.30 Der Herr Jesus wurde von den Vorübergehenden (V. 29.30), den Hohenpriestern und Schriftgelehrten (V. 31.32a) und den Räubern (V. 32b) verspottet.

Die "Vorübergehenden" waren wahrscheinlich Juden, die sich darauf vorbereiteten, das Passah in der Stadt zu halten. Draussen nahmen sie sich die Zeit anzuhalten, um das wahre Passahlamm zu schmähen. Sie zitierten ihn wieder einmal falsch, dass er gedroht habe, ihren geliebten Tempel abzubrechen und in drei Tagen wieder aufzubauen. Wenn er so mächtig wäre, könne er sich doch selbst retten und vom Kreuz heruntersteigen.

15,31 Die Hohenpriester und Schriftgelehrten schmähten ihn wegen seines Anspruchs, andere zu retten: "Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten." Das war wirklich grausam, aber dennoch unbeabsichtigt wahr. Es gilt sowohl für das Leben unseres Herrn als auch für das unsrige. Wir können nicht andere retten, wenn wir noch uns selbst retten wollen.

15,32 Die religiösen Führer forderten ihn auch auf, vom Kreuz herabzusteigen, wenn er der Messias, "der König Israels", wäre. Dann, so sagten sie, würden sie glauben. Sie wollten glauben, sobald sie etwas sähen.22) Aber die Reihenfolge Gottes lautet: "Glaube, und du wirst sehen."

Sogar die Verbrecher verspotteten ihn!


Quelle: Kommentar zum Neuen Testament - William McDonald

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