Würden Sie es Ihrem Kollegen sagen?

Von Ken Korkow

Wenn Sie sehen würden, wie ein Kollege aus der Toilette kommt, und bemerken würden, dass er vergessen hat, den Reißverschluss seiner Hose hochzuziehen, würden Sie es ihm sagen und ihm so eine möglicherweise peinliche Situation ersparen? Wenn Sie nach der Arbeit über den Parkplatz laufen, kurz anhalten würden, um mit einer Kollegin zu sprechen, und dabei bemerken würden, dass ein Reifen ihres Autos platt zu sein scheint, würden Sie es ihr sagen, um ihr ein grösseres Problem auf dem Nachhauseweg zu ersparen?

Oder wenn Ihnen auffiele, dass ein befreundeter Kollege eine lästige Angewohnheit oder einen Charakterzug hat, der ihn daran hindert, im Unternehmen aufzusteigen, würden Sie es ihm auf taktvolle Weise sagen, so dass positive Veränderungen vollzogen werden können? Diese letztgenannte Situation wäre sicherlich die schwierigste, da niemand gerne auf schlechte Eigenschaften angesprochen wird. Aber ich denke, wir stimmen darin überein, dass es in allen drei Szenarien das Beste wäre, die betreffende Person zu informieren, und ihr die Möglichkeit zu geben, korrigierend einzugreifen. Und höchstwahrscheinlich wären wir selbst froh, wenn wir eines der Probleme hätten und jemand würde uns darauf hinweisen.

Angenommen, Sie verfügten über sehr hilfreiche Informationen, die Sie mit einem Kollegen oder einer Kollegin teilen könnten. Zum Beispiel über eine neue Computersoftware, die die Qualität seiner oder ihrer Arbeit enorm verbessern könnte. Oder Informationen über Kundenbedürfnisse, die dazu beitragen könnten, einen wichtigen Verkauf abzuschließen. Würden Sie es Ihrem Kollegen sagen? Oder würden Sie wollen, dass der andere es Ihnen sagt, wenn er solch nützlichen Informationen hätte?

Wir haben vielleicht keine rechtliche oder auch nur ethische Verpflichtung, dies zu tun, aber es wäre das Richtige – das, was fürsorgliche und mitfühlende Menschen tun. Ich finde es jedoch interessant, dass wir das Gefühl haben, anderen etwas «aufzudrängen», sobald es darum geht, über geistliche Dinge und unsere tiefsten Überzeugungen zu sprechen. Ja, wir müssen respektieren, was andere Menschen glauben, ob sie mit uns übereinstimmen oder nicht. Aber wenn wir davon überzeugt sind, dass Glaubensdinge wichtig sind, ob in unserem persönlichen oder in unserem beruflichen Leben, warum zögern wir dann so oft, mit anderen darüber zu sprechen?

Im 19. Jahrhundert machte der britische Prediger Charles H. Spurgeon diese machtvolle Aussage, die uns auch heute noch verändert: «Wenn Sünder verdammt sind, lasse sie zum indest über unsere Leichen in die Hölle springen. Und wenn sie zugrunde gehen, lass sie untergehen mit unseren Armenum ihre Knie gewickelt. Lasse niemanden ungewarnt und ohne für ihn gebetet zu haben gehen. «Zweifellos starke Worte, aber gesprochen von einem leidenschaftlichen, überzeugten Herzen».

Im Neuen Testament machte Jesus eine Aussage, die viele Seiner Zuhörer wahrscheinlich kühn, ja sogar intolerant fanden: «Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen.» (Johannes 14, 6). Jeden Tag treffen wir Menschen, die glauben, dass es «viele Wege zu Gott“» gäbe, und andere, die glauben, dass dieses Leben hier alles ist. Aber wenn wir wirklich an den Himmel und die Hölle glauben, und dass Jesus der einzige Weg ist, die Ewigkeit mit Gott zu verbringen, kann es dann falsch sein, dies anderen mitteilen zu wollen?

In Kolosser 1, 28 – 29 schrieb der Apostel Paulus, «Mit aller Weisheit, die Gott mir gegeben hat, ermahne ich die Menschen und unterweise sie im Glauben, damit jeder Einzelne durch die Verbindung mit Christus reif und mündig wird. Das ist das Ziel meiner Arbeit, dafür kämpfe ich, und dafür mühe ich mich ab. Christus, der mit seiner Macht in mir wirkt, schenkt mir die Kraft dazu.»

Lassen Sie mich Ihnen diese Frage stellen: Wenn Sie sehen würden, dass ich geradewegs in die ewige Hölle renne – würden Sie es mir sagen?

 


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