Hoffnungsfreude

Ich werde mich freuen; denn ich weiß, daß ich in keinerlei Stück zuschanden werde, sondern daß Christus hoch gepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod. Phil. 1, 18-20

Der Apostel sieht freudig in die Zukunft. Er weiß, es wird mit ihm hinausgehen zur Seligkeit oder zum Heil, es mag kommen, wie es will. Es wird mit ihm ein gutes Ende nehmen, dies weiß er ganz gewiß. Er blickt also in eine lichte, schöne Zukunft. Nicht als ob er schon alles wüßte, was ihm die Zukunft bringen wird. Aber dies weiß er: Ich werde in keinerlei Stück zuschanden. Wie kommt Paulus zu dieser freudigen Herzensstimmung im Blick auf die künftigen Tage? Einfach darum, weil er sein Leben mit Christus verknüpft hat. Er hat es sozusagen an ihn abgegeben und ganz in seine Hände gelegt. Wer das tut, der darf getrost und freudig in die Zukunft sehen. Er kann fest darauf rechnen, daß er nie zuschanden wird, sonst müßte Christus selbst eine Niederlage erleiden. "Wenn Christus fällt, dann falle ich mit", äußerte Luther des öfteren. Paulus hat die sichere Hoffnung, daß Christus an seinem Leib verherrlicht wird, es sei durch Leben oder durch Tod. Er wird im Leben verherrlicht, weil es ihm geweiht ist. Man sieht die Gnadenkraft Jesu wirksam darin. Paulus läßt sich für den Heiland gebrauchen und verbrauchen. Sein Leib ist ein Werkzeug zur Ehre des Herrn, der ihn so teuer erkauft hat. Andere verbrauchen ihren Leib in Wohlleben oder gar in Wollust, sie machen ihren Leib zum Schaustück durch Putzsucht oder sie opfern ihre Leibeskraft dem Ehrgeiz und der Gewinnsucht. Mancher ehrsüchtige Mensch muß klagen: Mein Leben ist eine Kette von Enttäuschungen. Wer sein Leben dem Herrn zur Verfügung stellt, den läßt er nicht stecken oder den Feinden zum Gespött werden. Aber auch der Tod bietet keine Schreckensaussicht, wenn Christus durchs Sterben verherrlicht wird, wenn man sieht, wie er die Seinen so ruhig und getrost machen kann, daß sie willig ihr Leben von sich geben, sobald es ihm gefällt. Laßt dies auch unser Ziel sein, daß Christus hoch gepriesen werde an unserm Leibe im Leben und im Sterben! Dann können auch wir, wie der Apostel, mit ungetrübter Freude in die Zukunft blicken. Wir werden nicht zuschanden, wenn Christus groß durch uns wird. Wohl aber werden wir zuschanden, wenn wir groß sein wollen und Christus in unserem Leben zu kurz kommt. Wenn es dann aus dem Glauben zum Schauen kommt, wird das Warten der Gerechtem herrliche und unaussprechliche Freude werden. Dann werden die Erlösten des Herrn wiederkommen, und ewige Freude wird über ihrem Haupt sein (Jes. 35, 10).

C.Eichhorn

Datum: 24.06.2010
Quelle: Fossilien: Stumme Zeugen der Vergangenheit

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