Unsichtbar, aber erfahrbar

Warum ist Glauben so schwer?

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«Wenn ich Gott doch nur sehen könnte, ihn hören könnte, dann könnte ich auch an ihn glauben…» Wirklich? Glaube basiert nicht auf Fakten und Beweisen; dennoch gibt es Möglichkeiten, um den unsichtbaren Gott ganz deutlich zu sehen.

«Das glaube ich nur, wenn ich es gesehen habe!» Diesen Satz hört man immer wieder – wenn etwas so Unglaubliches passiert ist, dass man es sehen muss, um sich wirklich davon überzeugen zu lassen. Dagegen sind beispielsweise Fälle vor Gericht, bei denen jegliche Beweise fehlen, praktisch nicht behandelbar, denn wie kann man einem Kläger glauben, der keinerlei Beweise für seine Anklage hat?

Was ist Glaube?

Mit dem Glauben an Gott ist es ähnlich. Wie viele Leute haben schon gesagt oder gedacht: «Wie kann man nur an etwas glauben, das man nicht sehen kann?» Aber was ist denn Glaube? Es geht doch genau darum, dass man sein Vertrauen auf etwas setzt, was man nicht hundertprozentig erklären oder greifen kann – Naturwissenschaften, die auf Fakten und genaue Berechnungen basieren, werden zumindest nicht als Glauben bezeichnet. So beschreibt denn auch der Duden den Glauben, als eine «gefühlsmässige, nicht von Beweisen, Fakten o. Ä. bestimmte unbedingte Gewissheit, Überzeugung» und auch die Bibel definiert den Glauben als «ein Rechnen mit der Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge» (Hebräer, Kapitel 11, Vers 1b).

Ja, Gott ist unsichtbar, aber das bedeutet nicht, dass man ihn nicht erkennen kann. Es ist wie mit dem Wind: zu sehen ist er nicht, aber wir können die Bäume sich im Wind bewegen sehen, die Blätter durch den Wind rauschen hören und die Windböen im Gesicht spüren. Ebenso zeigt Gott sich uns, wenn auch nicht als Person «Face to Face», aber doch deutlich erkennbar.

Gott ist in der Schöpfung erkennbar

Christen glauben, dass Gott die Welt erschaffen hat. Doch selbst für Menschen, die das nicht glauben, ist allein schon ein farbenintensiver Sonnenuntergang atemberaubend. Und wie ist es mit den vielen Details der Makro- und Mikrobiologie? Der menschliche Körper, der mit den vielen chemischen Zusammensetzungen und Substanzen so perfekt in sich abgestimmt ist? Oder die Schwangerschaft – wie aus einer befruchteten Eizelle mit einem Mal Arme und Beine, ein perfekt funktionierendes Gehirn und ein schlagendes Herz entstehen?

In Römer, Kapitel 1, Verse 19 bis 20 wird das so beschrieben: «Dabei ist doch das, was man von Gott erkennen kann, für sie [die Menschen] deutlich sichtbar; er selbst hat es ihnen vor Augen gestellt. Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.»

Gott zeigt sich durch Menschen

Nicht nur in der Natur wird Gott sichtbar, auch in der Krone der Schöpfung, nämlich den Menschen. Und zwar insbesondere in den Menschen, die mit Gott leben, die sich durch ihn verändern lassen und durch Gottes Geist, der in ihnen lebt, zu neuen Menschen werden (2. Korinther, Kapitel 5, Vers 17). Da sind zum Beispiel Christen in ganz Europa, die sich tatkräftig und anhaltend für Menschen am Rande der Gesellschaft einsetzen, derzeit insbesondere für Migranten und Flüchtlinge. Da sind aber auch Menschen, die anderen vergeben, obwohl sie ihnen Unvorstellbares angetan haben – beispielsweise den Mord des Kindes.

Ein muslimischer Journalist im Nahen Osten, der miterlebte, wie eine Christin den Mördern ihres Mannes vergab, drückte seine Bewunderung gegenüber den Christen so aus: «Wie unglaublich gross ist die Vergebung, die ihr habt? Wenn eure Feinde wüssten, wie viel Vergebungsbereitschaft ihr habt, würden sie es nicht glauben. […] Das ist ihr Glaube, ihre Überzeugung. Sie sind aus einer anderen Substanz gemacht.»

Gott wird durch Menschen sichtbar, die seine aufopfernde Liebe weitergeben, helfen, Gutes tun ohne etwas dafür zu verlangen, aber auch durch Menschen, die selbst in Zeiten der Not und der Trauer am Glauben festhalten.

Gott lässt sich persönlich erfahren

Und dann sind da noch die unzähligen Lebensberichte von Menschen, die Gott erlebt haben. Den einen hat er aus einer jahrelangen Drogensucht befreit, dem anderen begegnete er auf der Suche nach der Wahrheit; wieder ein anderer wurde von unzähligen Tumoren befreit, die mit einem Mal verschwunden waren, oder ein hirntotes Mädchen wachte aus dem Koma auf und ist heute kerngesund.

All diese Menschen haben Gott nicht gesehen, doch sie glauben an ihn, weil sie erlebt haben, wie er in ihr Leben eingegriffen und sie gerettet hat. Gott ist unsichtbar, aber er ist erlebbar. Wagen Sie es einfach: Laden Sie ihn ein, in Ihr Leben zu kommen, damit Sie ihn erfahren können. Denn wer Gott erlebt hat, der wird sagen, dass Glauben überhaupt nicht schwer ist…

Zum Thema:
Den Glauben entdecken
Der Skeptiker: Wenn nur Tatsachen zählen
Kleinglaube ist nicht Unglaube: «Hilfe, ich glaube zu wenig!»
Johannes Hartl: Voll Glauben – trotz Zweifeln, Krisen und Kritik

Datum: 05.10.2017
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Jesus.ch

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