Leben mit ADHS

«Gott hat mir zu einem guten Leben geholfen»

Sein Leben lang ist Daan Becker anders und eckt überall an. Er kifft, rutscht auf die schiefe Bahn und niemand ahnt, dass er ADHS hat. Erst als er die Diagnose bekommt, schafft er es, in ein normales Leben zu finden. Wie er sagt, hat ihm der Glaube an Gott dazu die Kraft gegeben.

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Daan Becker
Als Kind war ich immer unruhig, getrieben, hab meine Eltern genervt und war immer sehr laut. Ich erkannte keine Grenzen, hatte so viel Energie und war so grob, dass manche Kinder nicht mit mir spielen wollten. Auch in der Schule eckte ich an, weil ich unbewusst Geräusche machte oder schnell Wutanfälle bekam. Ich fühlte mich wie ein Aussenseiter und ich war einer.

Im Rausch der Drogen

Mit 13 fing ich an zu rauchen und mit 15 kiffte ich das erste Mal. Immer hatte ich den Eindruck, dass ich sozial benachteiligt bin. Als ich mich einer Clique rebellischer Jugendlicher anschloss, gehörte ich endlich wo dazu. Was verboten war, reizte mich, dort fühlte ich mich wohl. Wenn ich da mitmachte, war ich wer. Mit 17 sprayte ich illegal und war ein richtiger Kiffer. Tatsächlich tat mir das Gras auf der einen Seite gut, weil es mich ruhiger machte. Auf der anderen Seite wurde ich noch antriebsloser, doch das fiel mir nicht auf. Ich sah nur die guten Seiten und damit fing der Teufelskreis an.

Auf Technopartys entdeckte ich Ecstasy und rutschte immer tiefer in die Drogenszene. Ich fing an zu dealen und verdiente gut. Wenn mir jemand Geld schuldete, scheute ich mich nicht, brutale Methoden anzuwenden. Das Gangster-Image gefiel mir. Ich wollte jemand sein und hatte das Gefühl: Endlich mach ich was her.

Gott liebt selbst Chaoten

Heute klingt es verrückt, aber selbst während dieser Zeit als Dealer und völliger Chaot glaubte ich eigentlich immer, dass es Gott gibt. Das hatte aber keine Auswirkungen auf mein Leben. Ich lebte, wie ich selbst wollte. Manchmal ging ich völlig bekifft mit meinen Eltern in den Gottesdienst. Im Nachhinein denke ich mir schon: Was hab ich da gemacht? Aber damals sah ich das eher leichtfertig und dachte, Gott vergibt mir schon alles und damit war das gegessen.

Dann bekam ich völlig unerwartet eine Lehrstelle und irgendwie war mir klar, dass Gott das für mich geregelt hat. Um mich bei ihm zu bedanken, liess ich mich taufen. Ich denke, für mich war das eher ein grosses Dankeschön an Gott als die Entscheidung, mein Leben zu ändern. Aber danach kam dennoch einiges für mich ins Rollen...

Diagnose ADHS

Wenig später erhielt ich die Diagnose ADHS und das war für mich eine grosse Erleichterung. Ich ging nun zu einem Spezialisten, mit dem ich offen und tiefgründig über alles reden konnte. Er erklärte mir, das mein auffälliges Verhalten mit dem Syndrom zusammenhängt und dass Menschen mit ADHS zu Süchten neigen. Es war so gut, endlich zu wissen, dass vieles nicht an mir liegt und dass ich nicht schuld bin. Durch die Diagnose bekam ich Mut, mein Leben anzugehen und mich zu ändern. Ich wollte keine Drogen mehr nehmen. Und ich wollte mich mehr mit Gott beschäftigen. Doch meine eigenen Bemühungen hielten nicht lange. Nach einiger Zeit wurde ich rückfällig. Mir wurde klar, dass ich es alleine nicht schaffen kann. Gott musste mir helfen.

Schritt für Schritt an Gottes Hand

Zu der Zeit beschäftigte ich mich intensiv mit meiner Vergangenheit und verbrachte sehr viel Zeit mit Gott. Ich betete viel und immer wieder meldete sich mein Gewissen. All das, was ich früher nie in Frage gestellt hatte, erwies sich jetzt als negativ. Mir wurde bewusst, wie falsch die Drogenwelt war und ich spürte, dass ich damit Schluss machen muss. Schritt für Schritt fand ich mit Gottes Hilfe raus aus dem Teufelskreis.

Früher dachte ich immer, ich kann nichts, aber nach und nach stellte ich fest, dass ich doch was auf dem Kasten habe. Ich holte meinen Schulabschluss nach und machte eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Heute kann ich akzeptieren, dass ADHS zu mir gehört. Die Kraft dazu gibt mir der Glaube. Gott spielt heute eine grosse Rolle in meinem Leben. Er ist immer da, er ist meine Festung. Und ich weiss, dass er mich nie losgelassen hat, selbst als ich nicht mehr an mich geglaubt habe. So ist Gott!

Hier erzählt Daan Becker ausführlich seine Geschichte; ein Beitrag CBN-Deutschland, Autorin: Melanie Wied

Diese Geschichte wurde mit freundlicher Genehmigung von CBN Deutschland publiziert.

Zum Thema:
Den Glauben von Daan Becker entdecken
Leben mit ADHS: «In der Verzweiflung begriff ich: Ich bin geliebt!»
Mit ADHS umgehen lernen: «Ein anderer Weg der Kommunikation»
Dejah Hall nach Heroin-Jahren: «Ich war ein Monster»

Datum: 11.09.2017
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch / CBN Deutschland

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