«Normale» Arbeit gesucht

Mitschaffe.ch vermittelt Jobs für Menschen mit Behinderung

Viele behinderte Personen wären gerne Teil einer Firma. Doch oft scheuen KMU den administrativen Aufwand und befürchten, sich falsch zu verhalten. Das neue Angebot mitschaffe.ch aus Schaffhausen unterstützt beide Seiten.

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Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung können dank mitschaffe.ch einen «normalen» Job finden.
Begonnen hat alles mit einem Mann mit Down-Syndrom, dem keines der betreuten Arbeitsateliers im «diheiplus» in Neuhausen am Rheinfall zusagte. Viel lieber wollte er in der Heimküche arbeiten, zusammen mit Nicht- Behinderten. Thomas Bräm, der Leiter der Stiftung «diheiplus», ging auf diesen Wunsch ein.

Gemeinsam mit der Küchenmannschaft evaluierte er, welche Aufgaben der Mann in der Küche übernehmen könnte, plante und begleitete den Einsatz. Mit Erfolg: «In den ersten Wochen wollte er gar keine Arbeitspausen einlegen, weil er Angst hatte, jemand könne ihm 'seine' Abwaschmaschine wegnehmen», erzählte Bräm im Newsletter der kantonalen Wirtschaftsförderung in Schaffhausen.

Nischenarbeitsplätze fehlen

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Thomas Bräm, Gründer und Leiter von mitschaffe.ch.
Nach dieser Erfahrung hat Thomas Bräm sich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wieso Behinderte heute kaum eine Möglichkeit haben, im ersten Arbeitsmarkt tätig zu sein. Eine Erklärung sind die modernen Arbeitswelten. Wo beispielsweise früher noch interne Post verteilt wurde, geschieht heute alles elektronisch.

Die Folge: Nischenarbeitsplätze gingen verloren. Doch wieso wurden keine neuen Möglichkeiten geschaffen? Begründungen der KMU sind meist ähnlich: Das Wissen über den Umgang mit Behinderten fehle, der administrative Mehraufwand sei zu gross und schliesslich stelle sich die Frage «Was, wenn es nicht klappt?» Niemand will einer behinderten Person kündigen.

Geringer Aufwand für Firma

Mit dem Umkehrschluss, dass behinderte Personen gar nicht erst eingestellt werden, wollte sich Bräm nicht abfinden. Um Behinderten eine Wahlmöglichkeit zu geben, schuf er deshalb eine Ergänzung zu betreuten Angeboten wie beispielsweise der altra schaffhausen. Die Arbeitseinsätze sind auf sechs oder zwölf Monate beschränkt.

Auch wenn Verlängerungen möglich sind, bindet sich damit weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber auf unbeschränkte Zeit. Sämtliche administrativen Aufwände wie Lohnverrechnung, Abrechnungen mit Sozialversicherungen oder Arbeitsvertrag übernimmt der Arbeitsvermittler. Im Gegenzug erhält die Arbeitsvermittlung einen fixen Anteil des effektiven Lohns der vermittelten Person.

Ein Reich-Gottes-Projekt

Thomas Bräm macht kein Geheimnis daraus, dass er sich bei der Führung des Projekts auf die Grundlagen christlicher Werte stützt. Es sei ein Reich-Gottes-Projekt, ist auch auf der Internetseite www.mitschaffe.ch zu lesen. Das Ziel von mitschaffe.ch bestehe darin, Menschen mit einer Behinderung durch eine sinnvolle und sinnstiftende Tätigkeit Würde zu vermitteln. Seit Beginn am 1.1.2014 konnten bereits 22 Menschen mit einer Behinderung in den 1. Arbeitsmarkt vermittelt werden  (65 Stellen wurden geschaffen). Bräm hofft, dass dies nicht nur in der Region Schaffhausen so weitergehen wird, sondern auch in anderen Teilen der Schweiz. «Es wäre schön, wenn es Schule macht und bald in der ganzen Schweiz ähnliche Modelle gestartet werden!»

TELE TOP: Mitschaffe.ch - Temporärbüro für Menschen mit Behinderung

Webseite:
Mitschaffe

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Datum: 14.08.2014
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Livenet / Wirtschaftsförderung Kanton Schaffhausen

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