Fussballstadion wird kybunpark

«Gott hat immer und überall seine Hände im Spiel»

Das St. Galler Fussballstadion heisst neu «kybunpark». Der Thurgauer Schuh-Erfinder Karl Müller und sein Unternehmen «kybun» haben sich die Namensrechte für zehn Jahre gesichert. Medien und Fans reagierten verblüfft. Auch weil offensichtlich Gott seine Hände im Spiel hatte.

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Karl Müller, Gründer und Geschäftsleiter von «kybun»
Karl Müller, das St. Galler Stadion, bisher unter dem Namen «AFG-Arena» bekannt, heisst neu «kybunpark». Ihre Firma «kybun» hat das Namensrecht für zehn Jahre gekauft. Was versprechen Sie sich davon?
Bis jetzt durften wir für unser Konzept und unsere Produkte von der Mund-zu-Mund-Werbung leben. Bis diese Werbung ein ganzes Land abdeckt, dauert es relativ lang. Wir glauben, dass wir mit diesem Schritt unsere Bekanntheit stark erhöhen und die Mund-zu-Mund-Werbung unterstützen können. Weil wir in der Schweiz produzieren, ist der Schweizer Markt für uns sehr wichtig. Mit dem Export geht man ja immer ein Währungsrisiko ein. Um dieses Risiko abdämpfen zu können, sind wir auf den Schweizer Markt angewiesen.

Wie haben Sie die vielen Reaktionen in den Medien erlebt?
Es gab ja zwischen ganz schlimmen und hochlobenden Kommentaren alles. Ich bin es gewohnt, dass es immer so ist, wenn man etwas Grösseres unternimmt. Die Kommentare zu unserm Engagement waren immerhin zu zwei Dritteln positiv. Kritik gab es vor allem aus Fan-Reihen, weil es dort konkrete Vorstellungen gab, wie das Stadion heissen sollte. Viele hätten es gerne wieder «Espenmoos» genannt, wie früher. Der Mensch schaut halt lieber zurück und hat Veränderungen nicht sehr gern.

Wie kam es konkret zu dieser Zusammenarbeit mit dem FC St. Gallen?
Wir hatten nie den leisesten Schimmer von einer solchen Idee. Seit sechs Jahren sind wir mit unsern Produkten und mit Physiotherapie über die medizinische Abteilung mit dem FC St. Gallen verbunden. Einmal im Jahr treffen wir uns mit dem Geschäftsführer und Vertretern des Marketings und der Physiotherapie zu einer Standortbestimmung. Es gab jeweils einen Deal: Für unsere Leistungen bekamen wir Leistungen in Form von Bandenwerbung. Beim letzten Treffen sagte der CEO bei der Verabschiedung in einem Nebensatz, dass der Vertrag mit dem alten Namensgeber ausläuft und dass ein solches Engagement sicher auch etwas für uns wäre. Im gleichen Moment wusste ich es: Genau, das passt für uns! Ich besprach das dann intern mit meinem Co-Geschäftsleiter, und er sah es genau gleich - im Wissen auch, dass das nicht ganz gratis sein würde. Wir hatten darauf mit dem FC St. Gallen innerhalb von sechs Wochen drei Meetings. Dann haben wir unterschrieben.

Wie finanzieren Sie dieses Engagement, das eben «nicht ganz gratis» ist?
Wir haben dieses Geld nicht auf der Seite, und wir gehen auch nicht zu den Banken. Wir glauben, dass uns dieser Schritt hilft, mehr Umsatz zu machen. In dem Monat, als wir unterschrieben haben, im Mai nämlich, gab es ein Rekordresultat für uns. Wir haben doppelt so viel verkauft wie in einem Durchschnittsmonat. Das war auch ein Zeichen und eine Bestätigung für uns.

Unter dem Titel «Auf göttliche Tore» schrieb ein Wirtschaftsmagazin, künftig habe im St. Galler Stadion «auch Gott seine Finger im Spiel». Was denken Sie, wenn Ihr persönlicher Glaube so thematisiert wird?
Gott hat immer und überall seine Hände im Spiel! Die Frage ist nur, ob wir das akzeptieren oder nicht. Gott ist allgegenwärtig, sogar im Fussballstadion. Gott handelt immer so, wie er es für gut erachtet. Ich will auf ihn hören und das tun, was er mir sagt. Ob das irgendwie einen Einfluss auf die Resultate des FC St. Gallen hat – dazu wage ich keine Prognose. Auf jeden Fall habe ich mich gefreut, dass dieses Magazin Gott im Titel erwähnt hat. Ich finde es wichtig, dass man Gott öffentlich zum Thema macht.

Bei der Namensgebung für das St. Galler Stadion hatte Gott also auch «seine Finger im Spiel»?
Für uns ist ganz klar, dass Gott das so geführt hat. Wir haben über die sechs Wochen der Vertragsverhandlungen hinweg intensiv gebetet und auf Gott gehört. Der «kybunpark» ist für mich einer von vielen Mosaiksteinen von Führungen in meinem Leben.

Wie sind Sie auf den Namen «kybun» gekommen?
«Kybun» heisst auf Koreanisch «gutes Gefühl». Die Hälfte meiner Familie trägt dank meiner Frau koreanisches Blut in sich. Nach dem Verkauf von MBT stand die Frage im Raum, wie das Nachfolgeprodukt heissen soll. Da kam mein Sohn auf «kybun», weil es gut tönt und eine gute Bedeutung hat.

Was heisst es für Sie, Unternehmer und Christ zu sein?
Das Unternehmer-Sein und das Christ-Sein muss im Alltag Hand in Hand gehen. Für mich ist ganz entscheidend, dass meine Jesus-Nachfolge im Alltag stattfindet. Ich will mich rund um die Uhr von ihm führen lassen.

Wie sollen Ihre Mitarbeiter spüren, dass Sie Christ sind?
Immer! Meine Mitarbeiter sollen erleben, dass ich mich nicht vor schwierigen Fragen drücke und auch nicht wütend werde, wenn es nicht rund läuft. Mein Ziel ist es, so reagieren zu können, wie Jesus in der gleichen Situation reagiert hätte.

Wie halten Sie es mit der körperlichen Fitness?
Sie findet im Alltag statt. Ich sitze eigentlich von morgens bis abends nie, ausser beim Essen. Ich gehe und stehe auf unsern weich-elastischen «kybun»-Unterlagen ganztags und dynamisch. Und ab und zu spiele ich mit den Jungs Fussball.

Und wie halten Sie es mit der geistlichen Fitness?
Der Alltag im Unternehmen und in der Familiie ist mein bestes geistliches Fitnesstraining! Ich versuche, diese Fitness zu trainieren, indem ich nicht als natürlicher Mensch reagiere. Ich will jederzeit Jesus im Herzen tragen und mich vom Heiligen Geist führen lassen. Zu meinem Alltag gehört natürlich das Gebet in den verschiedensten Situationen. Auch vor wichtigen Entscheidungen beten wir miteinander. Und am Morgen oder zwischendruch gehört die Bibellektüre dazu. Das ist auch auf dem Handy möglich.

Zum Thema:
Millionär Karl Müller: «Gesundheit ist wichtig – aber nicht das Wichtigste»
«Jeder hat eine God-Story»: Zuerst Unternehmer oder zuerst Christ?
Christliche Geschäftleute: Wie Unternehmer das Land verändern können

Datum: 13.08.2016
Autor: Andrea Vonlanthen
Quelle: ideaSpektrum Schweiz

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