Diskriminierungsverbot

Katholische Adoptionsvermittlung vor dem Aus?

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Nach dem britischen Gesetz zur Gleichbehandlung muss auch die Organisation «Catholic Care» schwule und lesbische Paare, die ein Kind adoptieren wollen, wie Ehepaare behandeln. Der Entscheid der Aufsichtsbehörde würgt die Vermittlungsagentur ab, die es als einzige überhaupt gewagt hat, aufgrund der katholischen Lehre für sich eine Ausnahme zu  beantragen.

Im März hatte ein Oberrichter die Aufsichtsbehörde angewiesen, das Gesuch von «Catholic Care», dem sozialdiakonischen Arbeitszweig der Diözese Leeds, zu behandeln. Denn eine Bestimmung im Gesetz, das die Labourregierung 2007 in Kraft setzte, schützt homosexuelle Organisationen vor Diskriminierungsklagen. Entsprechend forderte auch die katholische Agentur das Recht, den Kreis der Kandidaten einzuschränken.

Die Behörde entschied jedoch am Donnerstag, «Catholic Care» dürfe seine Dienste nicht auf heterosexuelle Paare beschränken. Die Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung sei eine gravierende Sache, da das Prinzip der Gleichbehandlung verletzt werde. Religiöse Ansichten könnten eine solche Ungleichbehandlung nicht rechtfertigen, da Adoption etwas Öffentliches sei. Schwule und Lesben-Paare könnten «erfolgreiche» Adoptiveltern sein.

Laut der Zeitung «Daily Telegraph» ist das Schicksal der Agentur damit besiegelt. Gleichgeschlechtliche Paare darf sie nach katholischem Recht nicht als Adoptiveltern akzeptieren. Tut sie es, muss sie sich von der Kirche lösen und verliert deren Mittel. «Catholic Care» geht auf ein Waisenhaus in Leeds zurück, das 1863 gegründet wurde.

Ein Sprecher der Organisation äusserte sich tief enttäuscht und kündigte an, man werde versuchen, Familien mit Adoptionswunsch zu unterstützen. «Catholic Care» ist die letzte noch aktive katholische Vermittlungsstelle. Die anderen zehn Agenturen hatten zuvor klein beigegeben und ihre Dienste eingestellt oder sich von der Kirche gelöst. 

Zum Thema:
Stellungnahmen von Catholic Care
Kommentar: Kulturbruch

 

Datum: 21.08.2010
Quelle: Livenet / Daily Telegraph

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