Heiner Studer zum «Progressiven Frauentandem»

«Zwei lösungsorientierte Politikerinnen»

Wo stehen die Spitzenkandidatinnen der Evangelische Volkspartei (EVP)? Wo steht die Partei insgesamt? Eine Replik von EVP Parteipräsident Heiner Studer auf einen Livenet-Text.

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Heiner Studer
Unter dem Titel «E-Parteien im Schatten der Grossen» äussert sich Peter Schmid über die Situation von EVP und EDU vor den eidgenössischen Wahlen. Er bezeichnet dabei die beiden EVP-Nationalrätinnen Maja Ingold (ZH) und Marianne Streiff (BE) als «progressives Frauentandem». Offensichtlich ging er vom Rating in der NZZ aus. Dieses zeigt jedoch keinen wesentlichen Unterschied zu ihren Vorgängern. Während Ruedi Aeschbacher darin noch ein klein wenig linker herüberkam, war Walter Donzé darin nur unwesentlich weniger links aufgeführt. Das rührt insbesondere daher, dass die Umweltfragen fälschlicherweise der linken Seite zugeordnet werden. 

Für EVP-Nationalratsmitglieder gehört das Umweltengagement seit langen Jahren zu den Schwerpunkten. Die Bewahrung von Gottes Schöpfung ist ein wertkonservatives Anliegen. Wem als Christ die Umwelt eine zentrale Sorge ist – inkl. ein geordneter klarer Atomausstieg -, der wählt naheliegenderweise EVP. Das Abstimmungsverhalten von Maja Ingold und Marianne Streiff ist dasjenige zweier erfahrener Politikerinnen, welche eine lösungsorientierte politische Mitte vertreten.

Peter Schmid schreibt richtigerweise von einem «Mitte-Gerangel». Doch wer ist diese Mitte? Die BDP ist aus unserer Sicht keine Mittepartei. Alle ihre jetzigen National- und Ständeratsmitglieder waren vorher aktiv in der SVP. Bei der Gründung hielt die BDP selber fest, dass sie eine freundliche Variante der SVP sein wolle. Die Grünliberalen ihrerseits sind uns in den Umweltfragen sehr nahe, in den Gesellschafts- und Wirtschaftsfragen sind sie jedoch auf der Linie des Freisinns. Der Begriff der Mitte wird arg strapaziert. Als EVP arbeiten wir auf der Basis der biblischen Grundwerte Glaube, Hoffnung und Liebe. Politische Folgerungen daraus lassen sich nicht in ein Links-Rechts-Schema zwängen.

Dass es 2007 zahlenmässig nicht mehr für eine EVP/EDU-Fraktion im Bundeshaus reichte, war sehr bedauerlich. Wir beiden Parteien sind Partner und naheliegenderweise auch ein wenig Konkurrenten. Wir pflegen einen respektvollen Umgang miteinander. Bei den Nationalratswahlen war die EVP im Kanton Zürich bereit, eine Listenverbindung lediglich mit der EDU einzugehen. Diese gab der SVP den Vorzug. Deshalb war für die EVP eine Listenverbindung mit den Fraktionspartnern im Bundeshaus – CVP und GLP – naheliegend.

Kommenden Dienstagabend (18.10.2011, 20 Uhr) wird Heiner Studer an der Diskussionssendung «Prostitution - ein Beruf?» auf Radio DRS 1 teilnehmen.

Mehr zum Thema:
«E-Parteien im Schatten der Grossen»
Wahldossier 2011

Webseite:
Evangelische Volkspartei (EVP)


Autor: Heiner Studer

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