Kommentar

Bundesratswahl im Hühnerstall?

Die Bundesratswahlen sind vorbei. Was für ein Theater! Natürlich habe ich auch ab und zu einen Blick auf die Wahl geworfen. Würde man in der Wirtschaft draussen nur einmal so gelangweilt am Tisch sitzen und die Reden der Gegner ignorieren, wie einige der Ratsmitglieder im Saal, dann wäre man den Job los.

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Andreas «Boppi» Boppart
Ich hatte auch gedacht, dass man irgendwo in ein Alter kommt, in dem man diese Machtspielchen und Intrigen der Hollywood-Maschinerie überlässt und völlig integer trotz unterschiedlichen Meinungen auf freundschaftlicher Basis die Politik zum Wohl des Landes gestaltet.
 
Tatsächlich sieht es während und vor allem nach der Wahl so aus, als würde man in einen Hühnerstall reinzoomen, in dem gerade die Hackordnung neu definiert wird – es wird wild drauflos gegackert und es fliegen die Federn. Huhn Nr. 4 wird von Huhn Nr. 17 ins Bein gehackt, weil es ein bisschen zu laut auf die zweitoberste Sprosse der Hühnerleiter gekackt hat, die ja eigentlich für Huhn Nummer Nr. 8 reserviert ist. Ich verstehe deshalb gut, warum der Volksmund oft Kritik an Politik und Politikern übt.
 
Ich sehe trotz dem offensichtlich Negativen immer auch das Positiv. Das ist mein Naturell. Und meine Erfahrungen durch die persönlichen Begegnungen und Beziehungen mit Politikern bestätigen dies. Denn was für ein Pensum viele der Politiker abspulen und was sie leisten, wird oft viel zu wenig beachtet. Die Frage ist also viel mehr: was will ich sehen? Und genau so ist es im Leben immer wieder. Schaust du auf die negativen Seiten, oder entdeckst du das Positive.
 
Als David plötzlich vor dem hünenhaften und furchteinflössenden Goliath stand, hatte er zwei Möglichkeiten, seine Situation zu betrachten:
 
«Oje, was für ein riesen Kerl. Scheibe. Der matscht mich gleich zu Brei! Da hab ich keine Chance!» Und alles in ihm schrie: «LAUF DAVID, LAUF!!! Sonst bist du gleich Geschichte!»
Oder:

«Oh Mann, was für ein riesen Kerl! Perfekt! So gross wie der ist, kann ich den mit meiner Steinschleuder ja gar nicht verfehlen!»
Die Frage ist oft nicht, wie die Situation ist. Sondern wie du sie betrachtest! Und ob du das Positive entdeckst, das meistens genauso existiert, wie das Negative auch.

Datum: 16.12.2011
Autor: Andreas Boppart
Quelle: Livenet

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