Gleichstellung in der Sprache

Terroristinnen, Bräute und Boys als tüchtige Weiber

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Germanistik-Studenten der Uni Zürich schreiben nicht mehr von Leserinnen oder Lesern, sondern von Lese**. Das sei «antidiskriminierende Sprachregelung». Neu ist der Gedanke eigentlich nicht, die Bibel ging da einst bereits viel weiter, indem sie an einer Stelle auch Männer als Braut bezeichnet.

«'Denkbilder' ist das von Studier** gemachte Germanistikmagazin der Universität Zürich» wird die jüngste Ausgabe eingeleitet. Künftig sollen «geschlechtsneutrale Endungen» verwendet werden. Also Lese**, Profess**, Studier** und so weiter.

Was wohl die Studier** der Uni Zürich zu ihren Kolleg** der Uni Leipzig sagen würden? Unter medialem Getöse wurde dort im August 2013 eingeführt, dass bei der Bezeichnung für Professor** nur noch die weibliche Bezeichnung verwendet wird. Auch Männ** werden dort einheitlich «Professorinnen» genannt. Aus Sicht der Studier** der Uni Zürich wäre das wohl mit Fug und Recht eine «antidiskriminierende Sprachregelung», die mit einer Schweigeminute durch Studier**, Profess** und andere Betroffe** bedacht werden müsste.

Dazu drei Gedanken:

Terrorist**, Bankräub** und die Flugzeugentf**

Die Doppelnennungen wie beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer sind längst in den Sprachgebrauch eingeflossen. Würden die Gedanken der Germanistikstudent** der Uni Zürich umgesetzt, würde es künftig also platzsparender ungefähr so heissen: Die Verkäufe**, die Manage**, die Musike** und die Tourist**.

Bislang sind die Doppelnennungen nicht konsequent durchgezogen worden. Selten lesen wir von: Die Terroristinnen und Terroristen – auch dann nicht, wenn eindeutig beide Geschlechter vertreten sind. Die antidiskriminierenden Endungen würden da natürlich Abhilfe verschaffen und so könnte es dann heissen: Die Jihadist**, die Bankräub**, die Barbar** und so weiter.

Männer als Braut

Die Bibel ist da sprachlich weniger zimperlich und offenbar der zeit- und platzraubenden Political Correctness um Meilen voraus. Da und dort werden die Frauen in der männlichen Form selbstredend mit eingeschlossen. Und auch den Männern wird an einer Stelle zugemutet, dass sie als «Braut» bezeichnet werden. Das Buch der Bücher war also wesentlich unverkrampfter als unsere heutigen Debattierend**. Und ressourcenschonender, da all die Zeit, die von den Denker** investiert wird, von den Steuerzahler** berappt werden muss.

Boys, werdet tüchtige Weiber

In einer Bibelpassage wird Fleiss am Beispiel einer Frau beschrieben. So jemand sei wertvoller als Juwelen, sagte König Lemuel. Und der besass nicht bloss ein paar Streitwagen mit zwei Natural-PS, sondern ein ganzes Reich. Er musste es also wissen.

Niedergeschrieben in «Sprüche 31, 10-31» baut ein solches weibliches Juwel aus dem nichts heraus ein kleines Imperium auf – während wir aus viel nichts machen. Selber nachlesen lohnt sich, kostet nichts und die Umsetzung ist auf vielschichtige Weise gewinnbringend. Die Quintessenz: Boys, werdet tüchtige Weiber (Weib war einst ein gehobener Ausdruck für Frauen, ehe er durch den Volksmund gewandelt wurde).

Zum Thema:
Religion und Sex: Lehrplan 21: Ein ungutes Gefühl bleibt
«Komplexes Thema»: Schweizer Bischöfe gründen Gender-Arbeitsgruppe
Zur Gender-Debatte: «Mit dem Warnfinger gewinnen wir niemanden»
Ungereimtheiten: Genderpolitik kann kontraproduktiv sein

Datum: 02.02.2015
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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