Internetsucht
33 Millionen junge Chinesen betroffen
Die rasant um sich greifende Internetsucht unter Jugendlichen hat sich zu einem ernsthaften Problem für die chinesischen Behörden entwickelt. Wie aus einem aktuellen Bericht der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) hervorgeht, werden derzeit rund 33 Millionen der chinesischen Webuser zwischen sechs und 29 Jahren als «onlinesüchtig» klassifiziert.
Auf die Gesamtheit der Internetnutzer in dieser Altersgruppe gerechnet, entspricht das einem Anteil von rekordverdächtigen 14 Prozent. Am schlimmsten stellt sich die Situation im Bereich der Online-Games dar, die alleine für 70 Prozent der Internetsüchtigen verantwortlich sind.
«Solche Zahlen sind immer mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen. Da es bislang noch keine Einigung über eine einheitliche Definition des Krankheitsbildes Onlinesucht gibt, können die jeweiligen Untersuchungskriterien sehr stark variieren», erklärt Bernd Dillinger vom Info-Portal IPOS gegenüber pressetext. In diesem Zusammenhang müsse auch prinzipiell festgehalten werden, dass der asiatische Markt aufgrund der höheren Technikaffinität der Menschen möglicherweise stärker vom Phänomen der Internetabhängigkeit betroffen ist als etwa Europa oder die USA, gibt Dillinger zu bedenken.
Jeder dritte Webuser jünger als 19
«Um die Jugend von heute zu gesunden und sicheren Internetnutzern zu erziehen, müssen wir auch die Schattenseiten der modernen Technologien erkennen und aufzeigen», wird CASS-Professor und Studienleiter Shen Jie vom US-Technologieportal InformationWeek zitiert. Dass gerade jüngere User von dem Problem der Onlinesucht betroffen sind, liege unter anderem auch in ihrer generellen Faszination für neue Medien- und Informationstechnologien begründet. «Von den insgesamt 384 Millionen Bürgern Chinas, die sich im Netz tummeln, ist heute jeder Dritte jünger als 19 Jahre», schildert Jie. Keine einheitliche Definition
Um den Kampf gegen die zunehmend verbreitete Onlinesucht aufnehmen zu können, müssten sich Experten und Behörden aber zunächst noch auf eine einheitliche Definition des Krankheitsbildes einigen, fordert Jie. «Das Fehlen einer einheitlich anerkannten Definition ist sicherlich ein Grundproblem, mit dem wir heute immer noch zu kämpfen haben. Die unterschiedlichen Zugangsweisen führen dazu, dass sich die verschiedenen Forschungsergebnisse zum Thema international nur schwer vergleichen lassen und erschweren dadurch gleichzeitig auch den weiteren wissenschaftlichen Diskurs», bestätigt Dillinger.Quelle: pte online
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