Markus Bräuer

Evangelische Kirche plant Multimedia-Portal im Internet

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Markus Bräuer, Meidenbeauftragter der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD)
Die evangelische Kirche will den Schwerpunkt ihrer digitalen Medienaktivitäten auf ein Multimedia-Portal im Internet setzen. Unter dem Arbeitstitel «evangelisch.de» werde es voraussichtlich im nächsten Jahr online gehen, sagte Markus Bräuer, Medienbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Das Projekt, das im Herbst in den Gremien der EKD beraten werde, solle ein journalistisches Internetangebot der Kirche werden. Die EKD gebe dem Internet den Vorzug und nicht einem eigenständigen digitalen Fernsehkanal, wie ihn die katholische Kirche angekündigt hatte. Fernsehen sei bei der jüngeren Generation «kein Leitmedium mehr», sagte Bräuer zur Begründung. Das Internet sei «das Medium der Zukunft».

Der 41-jährige Pfarrer ist seit November vergangenen Jahres der erste Medienbeauftragte der EKD. Seine Vorgänger hatten noch den Titel «Rundfunkbeauftragte» getragen. Mit der Neubenennung soll dem erweiterten Aufgabenfeld Rechnung getragen werden.

«Jung und weg» auf RTL

Der Privatsender RTL wird mit den beiden Kirchen laut Bräuer eine neue Sendereihe mit dem Titel «Jung und weg» starten. Darin sollen junge Deutsche vorgestellt werden, die als Freiwillige in andere Länder gehen, um den Menschen dort bei kirchlichen Projekten zu helfen. Die Dreharbeiten sollen im Herbst beginnen, die EKD werde das Projekt mit einer Anschubfinanzierung unterstützen, sagte Bräuer. Die Kosten der Dreharbeiten im Ausland bezifferte er auf 60‘000 Euro. Auf evangelischer Seite wird die Sendereihe von der Produktionsfirma Eikon realisiert.

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Logo von 37 Grad
Reichtum der Spiritualität zur Sprache bringen

Als sehr gut beurteilt der EKD-Medienbeauftragte das Arbeitsverhältnis mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sendereihen wie «Das Wort zum Sonntag» (ARD), «37 Grad» (ZDF), «Gott und die Welt» (ARD) sowie die Fernseh-Gottesdienste seien eine gute Möglichkeit, «den Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender zu unterstützen und den Reichtum der Spiritualität zur Sprache zu bringen».

Raus aus der Nische

Der Wunsch der Kirche sei, im allgemeinen Programm und «nicht nur in der Nische» vorzukommen, fügte Bräuer hinzu. Dies bedeute, dass die Morgenandacht im Hörfunk «nicht schon vor Sonnenaufgang zu hören ist und der Abendsegen nicht erst um Mitternacht gesendet» werde. Auch dürften die Längen kirchlicher Beiträge im Programm nicht überall von fünf auf zwei Minuten gekürzt werden. Die «neue Aufmerksamkeit für die Fragen des Glaubens», die an vielen Stellen in Deutschland wahrzunehmen sei, würde so nicht berücksichtigt werden, sagte der evangelische Medienbeauftragte.
Datum: 30.07.2008
Quelle: Epd

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