Wissenschaftler erwarten deutliche Umbrüche in Europa

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Europa
Niedrige Geburtenraten und grenzüberschreitende Wanderungsbewegungen werden nach einer Studie in den nächsten Jahrzehnten europaweit zu teils drastischen Veränderungen führen. Der Altersschichtung der Bevölkerung werde dabei auch über die Wirtschaftsleistung der Regionen entscheiden, heisst es in der am 21. August in Berlin vorgestellten Studie "Die demografische Entwicklung von Europa". Zum wichtigsten Kapital werde Bildung. Wegen Migration werde der Kontinent bis 2030 völlig anders aussehen als heute.

Die vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung erstellte Studie bewertet die Zukunftsfähigkeit von 285 europäischen Regionen. Sie orientiert sich dabei an 24 demografischen, ökonomischen, sozialen und Umwelt-Kriterien. Die Prognosen gelten dem Zeitraum bis 2030.

Irland: vom Sorgenkind zur Boom-Region

Die beste Entwicklung sehen die Experten in Island und Teilen Skandinaviens sowie einer Reihe von Schweizer Regionen. Diese Länder stellten sich dem demografischen Wandel auch am entschiedensten. Als ausgesprochen bemerkenswert führt die Studie den Wandel in Irland an, das in den vergangenen Jahren von einem der Sorgenkinder des Kontinents zu einer Boom-Region geworden sei. Ostdeutschland sei "das" demografische Krisengebiet in Europa. Am besten schneidet innerhalb Deutschlands Oberbayern ab.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird immer wichtiger

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Laut Studie kann staatliche Politik durch gezielte Massnahmen Geburtenfreudigkeit spürbar beeinflussen und damit auch neue Dynamik schaffen. Gerade qualifizierte Frauen wollten heute einen Beruf ausüben. Sie bekämen Kinder in grösserer Zahl nur in jenen Ländern, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichten. Der Staat könne dabei durch finanzielle Förderung zur "Geburtenfreudigkeit" beitragen.

Allerdings zeige sich, so die Autoren, dass in den kinderreicheren Ländern ein grosser Teil der staatlichen Leistungen in familienfreundliche Infrastruktur fliesse und nicht allein in die Zahlung von Kindergeld.

Um die Bevölkerungszahl beizubehalten, brauche eine Gesellschaft eine Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau. Dies sei nirgends in Europa gegeben. Während die Polinnen im Durchschnitt knapp 1,3 Kinder bekämen, seien es in Island, Irland und Frankreich etwa zwei.

Datum: 25.08.2008
Quelle: Kipa

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