Auschwitz und Nordkorea

Diesmal kann niemand sagen, er hätte es nicht gewusst

«Nie wieder!» hatte die Weltgemeinschaft im Oktober 1945 gesagt und die Vereinten Nationen gegründet. Nie wieder Völkermord und Konzentrationslager. Nie wieder heisst es am heutigen Gedenktag in Auschwitz. «Schon wieder!» heisst es dagegen in Nordkorea – und diesmal weiss die Weltgemeinschaft davon. Die Konzentrationslager können via «Google Earth» von jedem PC aus eingesehen werden.

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Das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau
70 Jahre ist es her, seit das Konzentrationslager Auschwitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee befreit wurde. Zum Jahrestag reisen nun Staatschefs und Abgeordnete aus aller Welt an den Ort des Schreckens.

Nicht gewusst?

Kaum dabei sein wird heute Nordkoreas Diktator Kim Jong-un. In seinem verschlossenen Reich werden auch jetzt, in diesen Minuten und Stunden, Menschen in Konzentrationslagern geschunden. So berichtete zum Beispiel die österreichische «Kronen»-Zeitung: «Folter, Vergewaltigung, Mord – die Lage in nordkoreanischen Gefängnissen ist ähnlich schlimm wie in den Konzentrationslagern der Nazis, das hat unter anderem die UNO bereits festgestellt.»

Ein 372-seitiger UNO-Bericht sprach vor Jahresfrist von Vernichtung, Versklavung und dem Aushungern der eigenen Bevölkerung. Schon im Mai 2013 warf der UNO-Menschenrechtsrat der Führung in Pjöngjang vor, allein in vier grossen Lagern bis zu 120'000 politische Gefangene einzukerkern.

Konzentrationslager seit über 50 Jahren

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Ein Konzentrationslager in Nordkorea aus der Vogelperspektive
Seit über fünfzig Jahren existiert das System der nordkoreanischen Konzentrationslager, schrieb die Zeitung «die Welt» bereits im Jahr 2012. Und weiter: «Hunderttausende sind dort umgekommen; zur Zeit sollen rund 200'000 Menschen in den zerklüfteten Bergregionen eingesperrt sein.»

Der «Spiegel» berichtet ebenfalls von «Gulag» und «Konzentrationslagern». Mehr als zwanzig solcher Camps sollen in Nordkorea existieren. Sie seien billige Produktionsstätten, die sich vor allem im Norden des Landes auf mehrere hundert Quadratkilometer erstrecken würden. «Sie umfassen landwirtschaftliche Betriebe, Bergwerke und Fabriken, in denen die Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten müssen. Verpflegung und Sicherheitsvorkehrungen sind unzureichend, die Zahl der Todesfälle ist entsprechend hoch.»

«Schon wieder – und wir schauen zu»

Nach Angaben von «Amnesty International» werden auch unter Kim Jong-un Internierungslager ausgebaut. Und «Open Doors» führt Nordkorea seit mehr als einem Jahrzehnt an der Spitze des jährlich erscheinenden Weltverfolgungsindex.

Durch «Google Earth» sind die Lager sogar von jedem PC aus einsehbar. Niemand kann sagen, er hätte es nicht gewusst, was jetzt, zu dieser Stunde in Konzentrationslagern auf dieser Erde geschieht. 70 Jahre nach Auschwitz.

Hier können Sie selbst einen Blick in die nordkoreanischen Straflager werfen:

Straflager 14 in Kaechon
 
Straflager 15 in Yodeok

Straflager 18 in Pukchang


Straflager 22 in Haengyong

Straflager 25 in Chongjin

Datum: 27.01.2015
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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