Zukunftsprognose

China wird «christlichste Nation der Welt»

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Im Jahr 2030 könnten in China mehr Christen leben als in den USA. Das hat ein chinesischer Soziologe berechnet. Schon heute besuchen demnach mehr seiner Landsleute einen Sonntagsgottesdienst als alle Christen in Europa zusammen.

Offiziell ist China ein atheistisches Land. Doch der britischen Zeitung Telegraph zufolge suchen viele der 1,3 Milliarden Einwohner nach einer Spiritualität, die ihnen weder der Kommunismus noch der Kapitalismus habe geben können. Seit 1976, dem Tod Mao Zedongs und dem Ende der Kulturrevolution, hätten immer mehr Kirchen neu eröffnet - und die christliche Gemeinschaft sei bis heute stetig gewachsen.

Mao ist gescheitert

«Meinen Berechnungen zufolge wird China schon sehr bald das größte christliche Land der Welt sein», zitiert der Telegraph den Soziologen Fenggang Yang. Noch 1949 habe es in China rund eine Million evangelische Christen gegeben, 2010 seien es 58 Millionen gewesen. Im Vergleich dazu lebten in Brasilien 40 und in Südafrika 36 Millionen Protestanten, rechnet das renommierte Meinungsforschungsinstitut PEW vor. Der Soziologe Yang geht davon aus, dass es im Jahr 2025 bis zu 160 Millionen evangelische Christen in China geben wird. Das wären schon mehr als in den USA, wo 2010 159 Millionen Protestanten lebten. In 16 Jahren könne es inklusive katholischer Gläubiger 247 Millionen Christen im offiziell kommunistischen Land geben. «Mao hat gedacht, er könnte die Religion eliminieren», erinnert sich Yang. Tatsächlich sei er damit auf ganzer Linie gescheitert.

Neben kleiner Untergrundgemeinden gibt es laut Telegraph sogar Mega-Kirchen in China. Diese würden streng vom Staat überwacht. Ein Beispiel dafür ist eine Gemeinde in Liushi, südlich von Shanghai. Die Gottesdienste dort besuchten heute 2'600 Menschen. Es fänden bis zu 70 Taufen jährlich statt. Kirchgänger, vor allem aber die Predigtinhalte, würden mithilfe von Kameras staatlich überwacht.

Religionsbehörde beobachtet Kirchen

Das Hilfswerk für verfolgte Christen, Open Doors, listet China auf Platz 37 der Länder, in denen Christen am stärksten unterdrückt werden. Die Lage der Gemeinden habe sich in den vergangenen Jahren stark verbessert, teilt Open Doors mit. Die kommunistische Regierung kontrolliere aber wie in der Vergangenheit auch weiterhin alle religiösen Aktivitäten. Dafür zuständig sei eine Religionsbehörde.

Es gebe drei Kategorien von Gemeinden: illegale «schwarze» Kirchen, die vom Staat bekämpft werden, staatlich anerkannte «rote», die kontrolliert werden, und «graue», die trotz fehlender Genehmigung toleriert werden und der die Mehrheit der Christen angehören. Zu den grauen und schwarzen Kirchen zählten überwiegend Hauskirchen, die trotz ihres Namens oft bis zu tausend Mitglieder hätten. Besonders christliche Konvertiten würden oft stark unter Druck gesetzt - nicht nur vom Staat, sondern stärker noch von ihren Familien.

Trotzdem besuchen laut Telegraph schon jetzt jede Woche mehr Chinesen einen Sonntagsgottesdienst als alle Christen in Europa zusammengenommen.

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Zum Thema:
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Datum: 24.04.2014
Autor: Anna Lutz
Quelle: Christliches Medienmagazin pro | www.pro-medienmagazin.de

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