Beten Sie für Nordkorea

Der lange Schatten des «ewigen Führers»

Die Nordkoreaer feiern den 100. Geburtstag des «ewigen Führers» Kim Il-sung. Längst ist er verstorben, seine Frucht der lückenlosen Unterdrückung ist bis heute geblieben. Ein Toter regiert Nordkorea. Der heutige Machthaber Kim Jong-un ist ein Schatten seines Grossvaters. Livenet.ch ruft auf, für die Menschen in Nordkorea zu beten.

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Nordkoreas heutiger Machthaber Kim Jong-un hat nicht den Status seines Grossvaters Kim Il-sung.
Am 15. April 1912 kam Nordkoreas Staatsgründer Kim Il-sung zur Welt. Jetzt, hundert Jahre später, kündigt das asiatische Land ein Gedenkfest epischen Ausmasses an. Viele sind gezwungen, mitzufeiern, auch wenn ihnen nicht danach zumute ist. Kim schuf einen Personenkult, ein ideologisches Reich, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt und in dem Ungehorsam mit Landesverrat gleichgesetzt ist. Ausländische Presse wurde verboten, Radios und Fernseher plombiert. Abweichler wurden in Umerziehungslager gesteckt. Seine Nation führte er in bittere Armut, Hunger und Abschottung.

Später folgte Kim Jong-il und vor ein paar Monaten dessen ebenfalls ideologisch getrimmter Sohn Kim Jong-un – Nordkorea ist die weltweit erste kommunistische Erb-Dynastie.

Ein erheblicher Teil des Brutto-Inlandprodukts wird in den über 35 Umerziehungslagern erwirtschaftet, in der rund 200‘000 Menschen interniert sind und die Folter und Hunger erleiden bis hin zum Erschöpfungstod oder Hinrichtung. Die Menschenrechtler von «Amnesty International» sprechen von den schlimmsten Lager-Bedingungen, welche die Organisation in den vergangenen 50 Jahren dokumentiert habe.

Kein Entrinnen für Kim III.

Auch der dritte Kim ist ein Gefangener des Systems, das darauf ausgerichtet ist, dass der Führer und seine Gilde unangefochten herrschen. Will er seine Macht auch nur annähernd behaupten, kann er daraus nicht ausbrechen. Wie livenet.ch in Erfahrung bringen konnte, wurden vor einigen Jahren bereits zwei Putch-Versuche unternommen. Wegen dem lückenlosen Bespitzelungsapparat wurde das Aufbegehren im Keim erstickt und die Verantwortlichen sowie beteiligte Soldaten hingerichtet.

Ohne sein Unterdrückungsprogramm kann sich Kim Jong-un nicht an der Spitze halten. Er kündigte an, die «Songun»-Politik weiterzuführen, also die «Armee-zuerst»-Doktrin. Die gilt als eine der Hauptgründe für die Hungerkatastrophe, da das abgeschottete Regime die spärlichen Ressourcen hauptsächlich ins Militär steckt.

Nicht weniger als 1,15 Millionen Soldaten befehligt der junge Diktator, rund ein Viertel des Staatshaushaltes steckt in den Streitkräften, während sein Volk hungert oder unterernährt ist. Auch der gescheiterte Raketen-Test dürfte daran nur wenig ändern.
Wie dramatisch der Kurs ist, den Kim Jong-un weiterverfolgt um uneingeschränkt an der Macht zu bleiben, belegt ein Blick auf die Lebenserwartung: In Nordkorea beträgt diese 63,8 Jahre, im Nachbarland China lebt ein Mensch zehn Jahre länger, in Südkorea 15 Jahre und beim Erzfeind Japan sogar 82,1 Jahre.

Wie lange noch?

Menschlich gesehen, kann es in Nordkorea so nicht weitergehen. Tatsächlich wissen mehr und mehr Einwohner, dass sie nicht in einem Paradies leben, auch wenn die Regierung dies tagein tagaus behauptet.

Da jegliche Religion und Gesinnung verboten ist – abgesehen von der Staatsdoktrin – leiden insbesondere auch die Christen unter der engmaschigen Überwachung. Deshalb bittet livenet.ch, besonders in diesen Tagen für die Untergrund-Gemeinde Nordkoreas zu beten.

Wer sich nicht vor den übergrossen Standbilder der Kim’s verbeugt, gerät in Lebensgefahr wegen Hochverrats. Für Christen eine schwierige Sache, ihre Welt besteht aus Kontrolle, Bespitzelung und der allgegenwärtigen Angst vor der Deportation ins Arbeitslager.

Gebetspunkte:

  • Für vollständige, religiöse Freiheit.
  • Gegen den aufgezwungenen Götzendienst.
  • Für ein Ende des unmenschlichen Regimes.
  • Dass Familie, die durch die Diktatur zerrissen worden sind, wieder zusammenkommen können.
  • Dass Gott die körperlichen und geistlichen Bedürfnisse der Einwohner stillt.
  • Für ein Ende der grauenvollen Unterdrückung in den Gefangenenlager.
  • Für jene, die aus Nordkorea geflohen sind.
  • Manche kehren ins Land zurück, um ihren Verwandten von der Bibel zu erzählen – beten Sie für deren Schutz.
  • Für jene, die in Zwangsarbeit stehen, zu lebenslanger Haft aus ideologischen Gründen verurteilt sind und für jene, die auf ihre Hinrichtung warten.

Webseite:
Aufruf zum Beten und Fasten für Nordkorea des christlichen Hilfswerkes «Open Doors»

Hintergrund:
Missglückter Raketenstart: «Der Prestigeverlust ist enorm»

Buch zum Thema:
Flucht aus dem Paradies

Datum: 13.04.2012
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Jesus.ch

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