Gegentrend?

USA: Neue Gesetze sollen Ungeborene mit Down-Syndrom schützen

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In den USA streben einige Staaten Gesetze an, welche die Abtreibung von Embryonen mit Trisomie 21 verbieten. Ärzte, die dennoch abtreiben, müssten mit Strafen rechnen. Zwei Staaten haben so ein Gesetz bereits durchgesetzt.

Während in immer mehr Ländern weltweit Schwangerschaftsabbrüche – aus unterschiedlichsten Motiven – legalisiert werden, ist in den USA ein Gegentrend aufgekommen, zumindest in einigen Staaten. Derzeit versuchen Abgeordnete in Ohio, ein Gesetz durchzubekommen, das Ungeborene mit Down-Syndrom schützen sollen. Sollte das Gesetz in Kraft treten, wäre eine Abtreibung illegal, wenn Tests oder die Pränataldiagnostik  beim Embryo Trisomie 21 feststellt. Eine Abtreibung würde als Verbrechen geahndet und Ärzte, die sie durchführen, würden ihre Lizenz verlieren.

Grund: Erschreckender Bericht aus Island

Hauptkraft hinter dem Gesetzvorschlag ist der republikanische Senator Frank LaRose. «Einige der liebsten, freundlichsten Menschen, die ich kenne, haben Down-Syndrom», erklärt LaRose. «Für einige von uns ist es sehr beunruhigend, dass Menschen unserer Gesellschaft darüber entscheiden, dass dies Leben etwas wert ist, und dies andere nicht, basierend auf genetischen Anomalien.» Sie hätten den Gesetzesvorschlag noch stärker gefördert, nachdem CBS eine Reportage über die hohe Abtreibungsrate bei Down-Syndrom-Babys in Island veröffentlichte.

Gegen das Gesetz stark machen sich vor allem Ärzte, weil sie glauben, dass es die Kommunikation zwischen Patient und Arzt stören könnte. Ein von Associated Press zitierte Bioethiker dagegen erklärte, Ungeborene mit Trisomie 21 abzutreiben sei «eine moderne Art der Eugenik».

In den USA werden jährlich etwa 6'000 Babys mit Down-Syndrom geboren. Ähnliche Gesetze wie das in Ohio angestrebte sind bereits in Indiana und North Dakota in Kraft getreten.

Europa: Kaum noch Menschen mit Down-Syndrom

In Deutschland sind Schwangerschaftsabbrüche nicht rechtswidrig, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Dies ist der Fall, wenn bei der Pränataldiagnostik eine Behinderung oder schwere Krankheit des Kindes festgestellt wird. In so einem Fall ist die Abtreibung sogar bis kurz vor der Geburt möglich. Und so entscheiden sich, laut Bericht von Spiegel Online, auch neun von zehn Frauen im Fall eines Ungeborenen mit Trisomie 21 für eine Abtreibung. Aus diesem Grund kämen kaum noch Kinder mit Down-Syndrom zur Welt, nur etwa eins bei 600 bis 700 Geburten. Ähnlich ist laut dem Bericht die Situation in der Schweiz. Jährlich würden weniger als 90 Babys mit Down-Syndrom zur Welt kommen.

Zum Thema:
«Lebensunwertes Leben»?: Island: Fast 100% der Kinder mit Down-Syndrom abgetrieben
«Form der Wiedergutmachung»: Abtreibungsklinik wird zu kostenlosem Krankenhaus
Einmal laut, einmal leise: «Marsch für das Leben» in Berlin, individuelles Gebet in der Schweiz

Datum: 30.09.2017
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / CBN / Spiegel Online

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