Heiner Henny

Was soll der Westen gegen die globale Armut tun?

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Heiner Henny, Indien-Kenner und Leiter einer Hilfsorganisation, analysiert die Bemühungen zur Verstärkung der Entwicklungshilfe, welche die Armut auf der Welt bis in zehn Jahren halbieren sollen.

Mit grossem publizistischem Aufwand werden Initiativen ergriffen, um den armen Ländern Schulden zu erlassen respektive die Entwicklungshilfe massiv aufzustocken. Doch der Leistungsausweis der staatlichen Entwicklungshilfe ist äusserst dürftig. Oft nützen diese Gelder nicht nur wenig oder nichts, sondern sie schaden den Empfängern direkt. In einer Reportage beschreibt Kurt Pelda, Afrika-Korrespondent der «NZZ», wie Afrika durch diese Gelder gelähmt und weiterhin direkt in die Armut gestossen wird. So geht es den meisten afrikanischen Ländern nach 40 Jahren Entwicklungshilfe im Durchschnitt schlechter als zur Kolonialzeit.

Naive Geldgeber

Gemäss Pelda ist dies nicht nur für die betroffenen Regierungen, sondern auch für die Entwicklungshelfer ein beschämender Leistungsausweis. So wurde Nahrungsmittelhilfe von der Armee missbraucht, und blutrünstige Regierungen setzten den Hunger im Krieg als Waffe ein. Entwicklungshelfer werden, wo immer sie ihren Fuss auf den afrikanischen Kontinent setzen, häufig als naive Geldgeber wahrgenommen, die es zu melken gilt. Es breitet sich eine Bettlermentalität aus, welche man praktisch überall in Schwarzafrika antrifft.

Offensichtlich ist es im Strassenbau. So soll es mittlerweile zwischen der Sahara und Südafrika kaum eine neu errichtete Strasse geben, die nicht von der Entwicklungshilfe bezahlt wird. Dabei verdienen korrupte Beamte nicht selten mit, indem sie bei der Auftragsvergabe Kommissionen einheimsen. Oft fliesst das Geld, welches für den Unterhalt bestimmt ist, in Luxuslimousinen und Geländewagen der herrschenden Eliten Afrikas.

Korrupte Regierungen

Die gesamten öffentlichen Entwicklungsgelder in Afrika machen gemäss Weltbank 9,5 Prozent des Bruttosozialproduktes aus, die Direktinvestitionen aus dem Ausland jedoch nur 2,7 Prozent. Nicht verwunderlich, wenn afrikanische Regierungen sich viel mehr um zusätzliche Entwicklungshilfe bemühen als um ausländische Investoren! Solange ein Land arm bleibt, kann es auf Hilfe zählen, und Armut zahlt sich deshalb für Afrikas tonangebende Eliten aus.

Grund der Armut sind in erster Linie korrupte Regierungen und fehlende Eigeninitiative, welche durch die Hilfsgelder nicht gefördert wird. Was wird denn mit den Entwicklungsgeldern des Schweizer Steuerzahlers alles beglichen? Letztes Jahr pumpte der Schweizer Steuerzahler über 32 Millionen Franken in das ostafrikanische Land Tansania. Dessen Regierung gab 2004 fast 50 Millionen Franken für einen neuen Präsidentenjet aus. Warum dieser Jet fast viermal so viel kostete wie die 2002 gekaufte Maschine des Schweizer Bundesrates, ist dem Steuerzahler wahrscheinlich schwer zu erklären. Auch in Uganda kaufte sich der Präsident ein Flugzeug für 50 Millionen Franken.

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Hilfe mit Nächstenliebe

Wie sieht eine alternative Entwicklungshilfe aus? Viele christliche Missionen leisten sehr gute Dienste. Den Allerärmsten wird in vielen Ländern unter persönlichen Opfern von christlichen Entwicklungshelfern beigestanden. Es werden Schulen und Spitäler gebaut und mittels Microenterprises (Kleinunternehmungen) Hunderttausenden zu einer selbständigen Existenz verholfen. Diese Hilfe ist jedoch verpönt, weil sie oft mit der Weitergabe des Evangeliums verbunden ist.

Dabei ist gerade die Verkündigung des christlichen Glaubens die beste Entwicklungshilfe. In Indien, einem Volk mit über einer Milliarde Einwohnern, ist bekannt, dass über 90 Prozent aller Spitäler einen christlichen Hintergrund haben, auch wenn sie zum Teil nicht mehr auf christlicher Basis geführt werden. Im Hinduismus fehlt der Gedanke der Barmherzigkeit völlig. Aus diesem Grund wurde Mutter Teresa mit Steinen beworfen, als sie anfing, auf Kalkuttas Strassen Sterbende zu pflegen. Erst der christliche Glaube brachte die Erkenntnis der Gleichwertigkeit aller Menschen.

Der Glaube an Jesus Christus bringt Friede und Freude und ein in jeder Hinsicht erfülltes Leben. Verbunden mit sozialen Werken der Barmherzigkeit, die wir durch die ganze Kirchengeschichte hindurch immer wieder beobachten können, ist er der grösste Segen für die Menschheit. Den Menschen nur äusserlich zu helfen, kommt in der Wirkung nie an das heran, was echte christliche Nächstenliebe zusammen mit der Verkündigung des Evangeliums bewirken kann.

Webseite: www.inter-mission.ch

Autor: Heiner Henny, ist Präsident der Inter-Mission Schweiz.
Bearbeitung: Livenet

Datum: 09.09.2005
Quelle: ideaSpektrum Schweiz

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