Die Predigt-Kritik

Eine hohe Dabei-bleib-Quote erreicht

Predigten dürfen nicht mehr langweilig sein, findet der Bischof von Basel und hat den Predigern seiner Kirche einen Auffrischungskurs verordnet. Die Aargauer Zeitung ist darauf eingestiegen und hat eine Predigt-Kritik-Serie gestartet.

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Felix Gmür, Bischof von Basel
Im Zentrum der Serie stehen Prediger im Fricktal, wobei die Zeitung nicht klar macht, ob sie neben katholischen auch reformierte oder gar freikirchliche Gottesdienste besucht. Als ersten hat es Martin Lenzmeier erwischt, Gemeindeleiter in Gipf-Oberfrick, der in der Fricker Kirche einen Gottesdienst leitete und predigte.

«Rein subjektive» Eindrücke

Der Autor Thomas Wehrli, der diese Aufgabe übernommen hat, studiert berufsbegleitend an der Universität Luzern Theologie. Die Eindrücke, die in der Serie «Die Predigt» geschildert werden, seien rein subjektiver Natur, beschwichtigt er zu Beginn der ersten Predigt-Kritik.

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Martin Linzmeier
Bei der Analyse der Predigt von Martin Linzmeier in Gipf-Oberfrick äussert sich der Journalist zu den Themen Kirche, Gottesdienst, Prediger, Zuhörer, Feier, Mitgeh-Faktor, Technik, Stimme, Grundlage, Praxisbezug, Dabei-bleib-Quote, Dauer. Das Fazit fällt im ersten Beitrag recht positiv aus: «Martin Linzmeier erfüllt den Anspruch von Bischof Gmür an eine packende Predigt inhaltlich sehr gut. Noch etwas lebendiger dürfte die Präsentation werden. Die AZ gibt vier von fünf Kerzen.»

Kritik an «Ratings»

Die Serie erinnert an die Gottesdienstkritik, die der Luzerner Journalist und Theologe Remo Wiegand im letzten November auf dem Online-Nachrichtenportal zentralplus.ch lanciert hat. Auch diese journalistische Aktion fand im Bistum Basel statt.

Wiegands Einschätzungen wurden als unverblümt, ehrlich und direkt wahrgenommen – und stiessen teilweise auf Kritik. So befand der Luzerner Theologieprofessor Edmund Arens in einem kath.ch-Gastbeitrag, «Ratings» als Produktbewertungen seien in einer von Wirtschaftlichkeit geprägten Gesellschaft zwar allgegenwärtig. «In der Kirche, besonders im Gottesdienst, haben diese aber nichts verloren.»

Fazit: Alltagsbezug hergestellt

Zur AZ-Serie ist noch keine Kritik bekannt geworden. Linzmeier predigte an dem von Thomas Wehrli besuchten Gottesdienst über das Wort Jesu an Thomas (Die Bibel Johannesevangelium, Kapitel 20, Vers 29): «Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.»

Linzmeier habe es geschafft, den von seinem Bischof geforderten Alltagsbezug herzustellen, und dies mit einer Predigt von 6,5 Minuten Dauer: «Zu glauben fällt auch heute noch schwer,» sagte Linzmeier. Und: «Ich habe selber manchmal Fragen und Zweifel.« Wehrli dazu: «Mit solcher Offenheit schafft es Linzmeier, dass er zum Du wird, zum Gegenüber, dem man automatisch zuhört.» Die «Dabei-bleib-Quote» sei dank der Aktualisierung und Konkretisierung der Schriftworte im Hier und Heute hoch, befand der Predigtkritiker.

Zum Thema:
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Datum: 29.04.2017
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet / kath.ch

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