Nomination

Gottfried Locher kandidiert fürs SEK-Ratspräsidium

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Gottfried Locher bei einem Vortrag vor dem Landeskirchen-Forum, 2006.
Die Leitung der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn hat am letzten Mittwoch ihr Mitglied Gottfried Locher für den Ratsvorsitz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK nominiert. Die Berner Kirche, die mitgliederstärkste des SEK, wolle zwischen der Deutschschweiz und der Romandie Brücken bauen und mit Locher, einem profilierten Theologen, das reformierte Profil schweizweit stärken, sagte Synodalratspräsident Andreas Zeller vor den Medien.

Locher will die reformierten Kirchen in der Schweiz stärken und den Bedürfnissen der kleineren unter ihnen Rechnung tragen - denn sie seien besonders auf einen starken Kirchenbund angewiesen. «Doch nicht nur sie, sondern alle Mitgliedkirchen profitieren von einer verbindlichen evangelischen Kirchengemeinschaft in der Schweiz», hielt Locher fest. Der Kirchenbund solle «die Stimme des reformierten Christentums auf nationaler Ebene glaubwürdig, verständlich und gut hörbar einbringen. Ein profilierter Protestantismus liegt im Interesse unseres Landes.»

International vernetzt

Gottfried Locher (44) war Ende 2007 in den Berner Synodalrat gewählt worden. Er hatte in Bern Theologie studiert und war 1993 als Pfarrer ordiniert worden. In der Folge doktorierte er über das Kirchenverständnis der Reformatoren und erwarb in London einen M.B.A. Sechs Jahre leitete Locher die Schweizer Kirche in der britischen Hauptstadt, ehe er beim SEK als Ökumene-Beauftragter arbeitete. Im Reformierten Weltbund und beim ÖRK wirkt er seit 2001/2002 leitend mit; 2006 berief ihn die Universität Fribourg ans Institut für ökumenische Studien.

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Gottfried Locher im Gespräch mit einer Berner Synodalen.
Bei der Vorstellung seiner Kandidatur hielt Locher fest, dass der Kirchenbund «immer im Namen seiner Mitgliedkirchen handelt und spricht». Mit ihnen bekenne er den Glauben an Jesus Christus in Wort und Tat. «Ein zukunftsweisendes Profil entsteht, wenn dieses Bekenntnis zeitgemäss und lebensfördernd wahrgenommen wird.»

Weichenstellung für den Kirchenbund

Synodalratspräsident Andreas Zeller sagte vor den Medien, das Gremium habe Locher «einstimmig und aus Überzeugung» nominiert. Die Mitgliedkirchen hätten über die künftige Ausrichtung des Kirchenbunds zu entscheiden. «Die laufende Verfassungsrevision des SEK muss dessen Rolle klären.» Der SEK solle koordinieren und repräsentieren, «aber auch vermehrt theologische Plattform darstellen. Darum benötigen seine Exponenten eine besondere theologische Befähigung und an der Spitze eine religiös-geistliche Prägung.»

Der SEK-Rat ist von der nächsten Abgeordnetenversammlung der Mitgliedkirchen, die im Juni in Herisau stattfindet, seiner Mehrheit zu erneuern, da nur drei Bisherige kandidieren. Es sind der Baselbieter Peter Schmid, Kristin Rossier Buri aus der Waadt und der welsche Berner Lucien Boder. Neben Locher hat der Präsident der kleinen Luzerner Kirche, David Weiss, Interesse am Amt signalisiert. Angesichts der Rücktritte stellt sich - über das Präsidium hinaus - die Frage, wer die Reformierten in Zürich, in der

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Aus der Tradition schöpfen: Gottfried Locher plädiert für eine westkirchlich verankerte reformierte Identität (Bild von 2005).
Ost- und Zentralschweiz ab 2010 im Rat des Kirchenbunds vertreten wird.

Links zum Thema:
Lebenslauf von Gottfried Locher
Vortrag von Gottfried Locher über reformierte Identität (2006)
Gottfried Locher im Livenet-Interview: «Wir brauchen eine reformierte Kirchengemeinschaft, grösser als unser Land» (2005)

Datum: 03.03.2010

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