Aus wenig macht Gott mehr

Wie eine Hausfrau und Mutter 25'000 Menschen monatlich zu essen gibt

Wenn wir uns Gott zur Verfügung stellen, kann er aus ganz wenig ganz viel machen. Das hat die Britin June Ross selbst erlebt. Sie leitet heute einen Freiwilligendienst, der in ganz England Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt. Doch am Anfang der Arbeit stand ein Traum – und eine Entscheidung.

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June Ross
Die Speisung der 5'000 aus dem Johannesevangelium (Kapitel 6) ist wohl eine der bekannteren Geschichten der Bibel. Jesus gibt 5'000 Männern sowie deren Frauen und Kindern zu essen – dabei hatte er nur fünf Brote und zwei Fische zur Verfügung, das Mittagessen eines Jungen. Die Vermehrung dieser Lebensmittel wird zu einem grossen Wunder. Doch was hat wohl der Junge gedacht, als die Jünger ihn baten, dem Meister das Brot und die Fische zur Verfügung zu stellen? «Wieso denn das? Was bringt das Bisschen schon bei so vielen Menschen? Vielleicht behalte ich es lieber, dann werde wenigstens ich satt…» Doch der Junge behielt seine Zweifel für sich – und stellte das wenige, was er hatte, Jesus zur Verfügung.

Eine Vision und eine Entscheidung

Wie sieht das heute mit uns aus? Stellen wir unsere Gaben, unsere Ideen, unsere Kraft, unsere finanziellen Ressourcen Gott zur Verfügung, auch wenn es uns extrem wenig erscheint? Ein ermutigendes Beispiel kommt hierzu aus Grossbritannien: Die gelernte Sozialarbeiterin June Ross war Hausfrau und Mutter, als sie eines Tages während der Hausarbeit mit einem Mal in ihrem Herzen eine ganz klare Stimme hörte: «Ich werde dich mit Manna füttern!» June ist Pastorentochter, wuchs mit der Bibel auf und wusste sofort, dass dies Gott war – und dass er sich auf das Manna bezog, mit dem er die Israeliten beim Auszug aus Ägypten versorgt hatte. Doch was hatte das mit ihr zu tun? Gott sprach zu ihr über eine weltweite Wirtschaftskrise 2008, in der viele Menschen ihre Arbeit verlieren und Lebensmittel brauchen würden. «Ich sagte: Ok, Gott, ich habe keine Ahnung, wie ich das schaffen kann, aber ich werde dir einfach gehorchen!»

Wenige Wochen später hatte sie einen Traum: Sie sah sich mit einer Krone, einem lila Stoff und mit offenen Armen vor einem Supermarkt stehen, während aus ihren Händen viele Lebensmittel kamen, die sie verteilte. Der Traum beeindruckte sie so stark, dass sie sich eine Tiara und ein Stück lila Stoff kaufte und in einer Kiste verwahrte. Dann besuchte sie diverse Einzelhandels-Supermärkte vor Ort und fragte nach, was mit den unverkauften Lebensmitteln geschieht. Die Antwort: Das Essen wird weggeschmissen. June erzählte ihnen von ihrer Idee, das Essen mit Hilfe von Freiwilligen an bedürftige Menschen zu verteilen. «Es war echt überraschend, aber die Verantwortlichen waren total offen. Die Einzelhändler wollen ihr Essen ja eigentlich nicht wegschmeissen…»

Der Beginn: Ein Haus voller Kisten

Die nächsten zwei Jahre wurde Junes Haus zum Zentrum der Essensverteilung für Bedürftige der Nachbarschaft. «Ich begann mit etwa zehn freiwilligen Helfern. Die Helfer holten die Lebensmittel körbeweise ab und mein Haus war voll von den Körben; Körbe auf der Treppe, Körbe in der Küche, es war von oben bis unten hin voll!» Bald darauf liess sie ihre Wohltätigkeitsorganisation unter dem Namen «Esther Community Enterprise» eintragen – und schnell wurde der Name über die Nachbarschaft hinaus bekannt. Bis zu 4'000 Leute wurden nun schon von der Organisation versorgt.

Als sich 2008 die Vision, die Gott ihr gegeben hatte, erfüllte und die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise eintrat, verloren auch in Grossbritannien viele Menschen ihre Arbeit. «Andere Gemeinden und Werke kamen auf uns zu und fragten, ob sie sich mit uns zusammenschliessen könnten und so begannen wir, das Essen in den verschiedenen Nachbarschaften zu verteilen.» Ende 2008 wurden auf diese Weise monatlich 17'000 Menschen durch «Esther Community Enterprise» versorgt. Die Helfer brachten das Essen auf schnellstem Wege zu den Bedürftigen, damit diese es vor dem Verfallsdatum erhielten. «Zu dem Zeitpunkt hatten wir etwa 300 freiwillige Mitarbeiter und es ist ein geniales Team! Sie opfern ihre Zeit, ihr Geld – die Helfer sind wirklich das Zentrum von unserer Arbeit.»

Auszeichnung der Queen

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June Ross bei der Übergabe der Auszeichnung durch die Queen von England
2011 erfüllte sich der zweite Teil des Traumes, den sie sieben Jahre zuvor gehabt hatte. Jane Ross wurde mit der höchsten Auszeichnung des königlichen Hauses Englands für Freiwilligenarbeit ausgezeichnet, unterschrieben höchstpersönlich von Königin Elisabeth II. Doch noch etwas anderes war besonders: Die Auszeichnung selbst ist mit lila Stoff eingefasst und hat eine Krone aufgedruckt, genau wie sie es in ihrem Traum gesehen hatte. «Es ist wunderbar zu sehen, wie Gott die einzelnen Puzzleteile unseres Lebens zusammenbringt, selbst wenn wir nicht immer verstehen, was genau er da tut. Aber er führt letztlich alle Einzelteile zusammen. […] Es ist ein Privileg für mich, dass Gott mich gebeten hat, diese Arbeit zu tun. Und vor allem, dass Gott mir diese Arbeit anvertraut hat!»

Unser Bisschen für Gott

Vielleicht denken Sie: «Wie kann ich schon einen Unterschied schaffen mit dem wenigen, was ich habe?» Doch letztlich ist Gott ja gar nicht auf unser Weniges angewiesen – er möchte uns vielmehr teilnehmen lassen an seinem Werk, an seinen Wundern, an seinen unbegrenzten Möglichkeiten, so wie der kleine Junge mit seinen fünf Brötchen und zwei Fischen Teil des grossen Wunders von Jesus wurde und durch den Bibeltext Menschen aller Zeiten und aller Welt bekannt ist. Oder June Ross, die durch Gottes Kraft heute 25'000 Menschen monatlich zu Essen gibt. Ist dies nicht eine Ermutigung dazu, das Wenige, was wir haben, Gott zur Verfügung zu stellen und ihn wirken zu lassen?

Zum Thema:
Heilsarmee Schweiz: Über 40'000 Tage Freiwilligenarbeit pro Jahr – und ein Riesengeschenk
«Mein Gott, Jesus!»: Seine Wunder bewegen die Welt
Viel aus wenig: Konnte Jesus tatsächlich Brot vermehren?

Datum: 17.06.2016
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / CBN

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