icp: Randständige in die Mitte der Gesellschaft holen

Die Höhere Fachschule für Sozialpädagogik des Institutes für christliche Psychologie, Therapie und Pädagogik „icp“ diplomierte am 31. Oktober 25 Absolventinnen und Absolventen. In der Diplomrede forderte Daniel Steiner-Brütsch, dass Christen im sozialen Bereich das Leben in den Mittelpunkt stellen sollen.

25 Absolventinnen und Absolventen der Höheren Fachschulausbildung in Sozialpädagogik bekamen ihr Diplom. Sie hatten ihre vierjährige Ausbildung am icp erfolgreich absolviert. Daniel Steiner-Brütsch, EVP-Grossrat im Kanton Bern, fragte in seiner Rede, was denn einen Christen und eine Christin im sozialen Bereich ausmache.

„Geistesgegenwärtig“ das Mögliche tun

„Als Christen in sozialen Institutionen arbeiten Sie im Hier und Jetzt – nicht im Gestern oder Morgen“, meinte Steiner. Christliche Hoffnung mache – im wahrsten Sinne des Wortes – „geistesgegenwärtig“ und sei nicht fixiert auf das, was sein solle oder sein könne. Jesus selbst habe die randständigen Mitmenschen in ihren momentanen Situationen angesprochen. Im Gleichnis des barmherzigen Samariters weise er auf das Notleiden vor unseren Augen hin: Wer braucht mich jetzt, wem kann ich helfen? Jesus lädt uns ein, im Hier und Jetzt das Mögliche zu tun, so Steiner.

Das Leben in den Mittelpunkt stellen

Christen im sozialen Bereich sollen das Leben in den Mittelpunkt stellen und sich gegen das wehren, was das Leben verneint und verdrängt. Dies kann laut Steiner bedeuten, dass sie sich dafür einsetzen, dass sogenannte Randständige (z.B. Obdachlose, Drogensüchtige, Behinderte) in die Mitte der Gesellschaft geholt werden. Menschenverachtende Begriffe wie «Scheininvalide» oder «lebensunwertes Leben» dürfen in unserer Gesellschaft und auch in der Politik keinen mehr Platz haben.

Steiner forderte die Zuhörer heraus, sich gegen solche Schlagwörter zu wehren. Stattdessen müsse es Ihnen als Sozialpädagogen und den Politikern darum gehen, schwierigen Kindern, Drogensüchtigen oder Behinderten ein Leben in Würde und einen Platz inmitten und nicht am Rand der Gesellschaft zu ermöglichen. Menschen am Rand haben – wie alle anderen – ein Bedürfnis nach Wertschätzung, ein Bedürfnis nach Gestaltung ihres Lebens.

Verantwortung als Christ und Staatsbürger

Schliesslich sprach Steiner aktuelle politische Herausforderungen wie beispielsweise die Umsetzung der NFA (Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen) und deren Konsequenzen für soziale Institutionen an. Er forderte die Diplomandinnen und Diplomanden auf, ihre Verantwortung als Christen und Staatsbürger wahrzunehmen. Gerade im Sozialbereich seien sie stark davon abhängig, was kantonale und nationale Politiker entscheiden.

Kopf und Herz: Engagierte Diakonie üben

Das icp bietet laut eigenen Angaben seit 1992 Aus- und Weiterbildungen im Sozialbereich auf christlicher Grundlage an. Mit diesen Ausbildungen bringt das icp eine aktuelle Form der Diakonie professionell zur Geltung, welche fachliche Eignung und Qualifikationen mit Beziehungsfähigkeit und persönlichem Engagement verbindet. Absicht ist es, Menschen, die die soziale Arbeit als persönliche Berufung verstehen, so auszubilden, dass sie ihren Auftrag in Gesellschaft und Kirche professionell und ganzheitlich erfüllen können.

Webseite: www.icptp.ch

Bearbeitung Livenet

Datum: 25.11.2008
Autor: Marc Peterhans
Quelle: ICP Institut für Christliche Psychologie, Therapie und Pädagogik

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