Jahreswechsel

Die leicht erträgliche Ungleichheit des Komforts

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Zeit für Badminton, das KIeid für die Silvesterparty günstig erstanden, Nichten und Neffen zu Besuch - und der Davoser Eisrink:  In der Altjahrswoche fällt es Herrn und Frau Schweizer besonders leicht, ihr Leben zu geniessen (wenn sie nicht in der Schlange vor dem Vereinatunnel stecken).

Dies umso mehr, als wir ja noch einmal davongekommen sind. Merz und Gaddafi und das angebohrte Bankgeheimnis nehmen wir zwar mit, doch blieb die Schweiz 2009 vor grossen Katastrophen verschont. Die letzten Stürme waren ein Gesäusel, verglichen mit Lothar 1999, und Roger F. ist wieder die Welt-Nummer 1. Nach Kopenhagen schmelzen die Gletscher weiter - was soll man dagegen tun?

Wir haben, was wir brauchen. Im Konsumverhalten der meisten Schweizer ist die Krise noch nicht angekommen. Wer es sich gut gehen lassen kann, geht noch auf Schnäppchenjagd und wird im wohligen Komfort-Taumel das Jahr beschliessen...

Dass es andern nicht so gut geht, drängt sich zwischendurch ins Bewusstsein. Die Asylbewerber im Container, die überforderte alleinerziehende Mutter, die grosse Familie in der engen, feuchten Altwohnung - vom Ausland zu schweigen. Doch der Komfort war global noch nie gleichmässig verteilt - und haben wir nicht auch in diesem Jahr hart gearbeitet? Das beruhigt, lullt ein; wir bleiben bei uns selbst, entspannen uns vor dem neuen Flatscreen-TV mit seinen brillanten Farben...

Was würde Jesus dazu sagen? Was würde er tun? Was würde ER tun?? Für die Komfort-Anbeter hat er (wir lesen's in den Evangelien) wenig übrig, weil es ihm um Gerechtigkeit im Reich Gottes geht. Er sieht alles vom grossen Ziel Gottes her, die Erde zu einem besseren Ort zu machen - ohne schreiende Ungleichheit, Häme und Gewalt. Für dieses Ziel engagiert er sich ohne Reserve. Er setzt markante Signale, indem er Leidende aus der Not herausführt - mit einem Kraftwort, mit einer segnenden Hand - und die Reichen zur Besinnung ruft.

«Ruh dich aus, iss, trink, sei fröhlich», sagt sich der reiche Mann in einer Geschichte, die Jesus erzählt, der Bauer, der sich fürs geerntete Korn grössere Scheunen errichten lässt (Die Bibel, Lukas, Kapitel 12, Verse 16-21). Am Abend desselben Tages endet sein Leben und Gott fragt ihn: Was du zurückgelegt hast - wem wird es gehören? Jesus kommentiert: «So geht es dem, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist vor Gott.»

Was hat der Mann aus Nazareth in diesen Tagen, da wir es uns gut gehen lassen, zu sagen? Bitte, Jesus, lass uns unser Leben heute und morgen geniessen, das alte Jahr gediegen-friedlich ausklingen lassen...

Link zum Thema: Das Dossier zum Jahreswechsel

Datum: 30.12.2009

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