Anti-Geiz-Projekt gegen Gottlosigkeit
Dem Werbespruch eines grossen Kaufhauses zum Trotz behauptet die Kampagne: "Geizhälse stossen ab. Wer nichts abgibt, bekommt nichts zurück." Geizige Menschen seien "oftmals nicht nur mit ihrem Geld knauserig, sondern auch mit ihrer Zeit und mit ihrer Liebe", ist Adveniat-Geschäftsführer Bernd Klaschka überzeugt. Und Lieblosigkeit sei Gottlosigkeit, findet er.
Auf der eigens hierfür eingerichteten Online-Plattform können Interessierte neben einem Gewinnspiel und Möglichkeiten zu Online-Spenden ihre Meinungen zum Thema "Geiz" austauschen.
Ist Geiz wirklich geil? "Wer geizig ist, knausert nicht nur mit Geld, sondern auch mit Liebe. Und was ohne Liebe ist, ist gottlos", erklärt Adveniat-Geschäftsführer Bernd Klaschka. Anhand dieser Frage beschäftigt sich die Kampagne mit diesem aktuellen gesellschaftlichen Trend. Gerade für ein Hilfswerke wie Adveniat sei es Pflicht, an die weltweite Solidarität zu appellieren, auch wenn die wirtschaftliche Lage immer schwieriger werde. Abschottung und Egoismus würden sich nicht auszahlen. "Wir leben alle auf einem Planeten, und die Probleme der so genannten Dritten Welt fallen früher oder später auf uns zurück", so Klaschka.
Deshalb sei es wichtig, zu geben statt zu geizen. Wer sein Geld Hilfsprojekten in der Dritten Welt zur Verfügung stelle, habe nicht das Gefühl, sein Geld falsch anzulegen, so die Initiatoren der Kampagne "Geiz ist gottlos". "Auch wenn wir knapp bei Kasse sind und mehr sparen müssen, leben wir vergleichsweise im Luxus. Drei Franken sind für uns nicht viel, für viele Lateinamerikaner sind sie ihr gesamtes Tageseinkommen", informierten die Verantwortlichen.
Die Kampagne bietet eine Reihe praktischer Möglichkeiten, aktive Solidarität zu üben. Unter dem Motto "Geben statt Geizen" können sich auch Jugendliche, die über geringe finanzielle Mittel verfügen, mit kleinen Beträgen in so genannten "Anti-Geiz-Projekten" engagieren. Gemeint sind Jugendprojekte in Brasilien und Argentinien, die mit vergleichsweise geringen Zuschüssen eine grosse Wirkung erzielen.
Mit leicht veränderten Werbeslogans wie "Geb nix, gibt's nicht." und "Geizt du noch oder lebst du schon?" will die Aktion ermutigen, sich zu beteiligen: statt Geld könne man auch etwas von seiner Freizeit spenden. Es gehe nicht darum, grosse Geldsummen einzutreiben, sondern die Menschen dazu anzuregen, sich mit den Problemen anderer auseinander zu setzen, heisst es auf der Homepage.
Webseite: www.geizistgottlos.de
Quellen: pte online/Kep
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